Wladimir Solowjow: Verwandte schämen sich für ihn – Putin-Propagandist jammert im Staatsfernsehen

Putin-Propagandist Wladimir Solowjow sorgt erneut für Aufsehen. In seiner TV-Sendung droht er ukrainischen Städten mit Zerstörung und nimmt einen Nato-Vertreter ins Visier. Nebenbei verrät er, dass sich offenbar Verwandte für ihn schämen.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Wladimir Solowjow offenbart, dass sich einige seiner Verwandten für ihn schämen. (Foto) Suche
Wladimir Solowjow offenbart, dass sich einige seiner Verwandten für ihn schämen. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph
  • Wladimir Solowjow droht ukrainischen Städten mit Zerstörung
  • Putin-Propagandist nimmt Nato-Vertreter Patrick Turner ins Visier
  • Solowjow spricht über Verwandte, die ihre Verbindung zu ihm verbergen

Der russische Propagandist Wladimir Solowjow hat in seiner TV-Sendung "Der Abend mit Wladimir Solowjow" einen Monolog gehalten, der selbst für seine Verhältnisse bemerkenswert ist. Darin rief er unverhohlen zur Vernichtung von Ukrainern auf, bedrohte den Nato-Repräsentanten Patrick Turner in der Ukraine und gab nebenbei zu, dass sich Teile seiner eigenen Verwandtschaft für ihn schämen.

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Einen Mitschnitt der Fernsehsendung hat die Kreml-Kritikerin Julia Davis mit englischen Untertiteln auf YouTube veröffentlicht.

"Ihr seid dem Untergang geweiht" – Solowjow droht ukrainischen Großstädten mit Zerstörung

In seinem Monolog wandte sich Solowjow direkt an die Zivilbevölkerung mehrerer ukrainischer Städte. Den verbliebenen Bewohnern Kiews rief er zu, sie sollten die Stadt verlassen – er wiederhole das "zum hundertsten Mal". Seine Botschaft: "Ihr seid dem Untergang geweiht." Den Menschen in Odessa und Mykolajiw erklärte er zynisch, sie hätten "schon fertig gelacht". Auf die Frage, ob man sich überhaupt Gedanken um diese Menschen machen müsse, antwortete er mit der kaum verhüllten Drohung, man denke lediglich darüber nach, "wo man sie alle unterbringen" solle. Auch Charkiw, das er als ihm persönlich nahestehende Stadt bezeichnete – seine Großeltern hätten dort am Charkiwer Luftfahrtinstitut studiert –, blieb von seinen Drohungen nicht verschont. Die familiäre Verbindung hinderte ihn nicht daran, die Stadt im selben Atemzug ins Visier zu nehmen.

"Wenn wir diesen Dummkopf dort erledigen" – Solowjow nimmt Nato-Vertreter ins Visier

Besonders brisant wurde der Monolog, als Solowjow den Nato-Repräsentanten in der Ukraine, Patrick Turner, namentlich ins Visier nahm. Turner hatte offenbar Fotos von sich vor der Kiewer Pivnitschnyj-Brücke in sozialen Medien geteilt. Solowjows Reaktion darauf war eine kaum verklausulierte Morddrohung: "Wenn wir diesen Dummkopf dort erledigen, wird es dann irgendeine empörte Reaktion des Westens geben? Er würde einen Orden bekommen."

Anschließend richtete er seine Drohungen gegen westliche Botschaften in Kiew. Man habe "hundertmal gesagt: Geht da nicht hin, das endet schlecht, zieht eure Botschaft ab." Da der Westen dem nicht nachkomme, schloss Solowjow mit einer unmissverständlichen nächtlichen Drohung: "Heute Nacht – geht nicht weit weg. Es wird euch gefallen."

Verwandte würden die Verbindung "für kein Geld der Welt" zugeben

Mitten in seinen Gewaltfantasien ließ Solowjow eine bemerkenswert persönliche Bemerkung fallen. In einigen ukrainischen Städten lebten noch immer Menschen, die bereit seien, "für jede Summe Geld zu verbergen", dass sie mit ihm verwandt sind. Statt Selbstreflexion zog der Propagandist daraus eine ganz andere Schlussfolgerung. Jeder habe Verwandte, Freunde und Bekannte in der Ukraine – genau deshalb trage dieser Krieg Züge eines Bürgerkriegs. Und gerade deshalb, so Solowjow, solle niemand auf Gnade hoffen: "Es gibt keine erbitterteren Kriege als Bürgerkriege."

Wenn Propaganda zur dokumentierten Gewaltdrohung wird

Solowjows Monolog reiht sich ein in ein Muster offener Vernichtungsrhetorik, das im russischen Staatsfernsehen seit Jahren zu beobachten ist. Dass solche Aufrufe nicht im Verborgenen stattfinden, sondern zur besten Sendezeit in einer der meistgesehenen politischen Talkshows Russlands, macht die Dokumentationsarbeit von Kreml-Kritikerin Julia Davis umso bedeutsamer.

Davis, die unter dem Projektnamen "Russian Media Monitor" systematisch das russische Staatsfernsehen auswertet, macht diese Rhetorik durch englische Untertitel einem internationalen Publikum zugänglich.

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