Manuela Schwesig vs. Leif-Erik Holm: So flogen im TV-Duell vor der MeckPomm-Wahl zwischen SPD und AfD die Fetzen
Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben sich die SPD-Kandidatin Manuela Schwesig und ihr AfD-Kontrahent Leif-Erik Holm in einem TV-Duell hitzige Wortwechsel geliefert. Um welche Punkte ging es und wer behielt die Oberhand?
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026
- Manuela Schwesig (SPD) gegen Leif-Erik Holm (AfD) im TV-Duell
- Hitziger Schlagabtausch im Fernsehen: Bei diesen Themen flogen die Fetzen zwischen Schwesig und Holm
Unmittelbar vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und der AfD ab. Nur noch zwei Prozentpunkte trennen die Parteien in den Umfragen (Stand 16.09.2026) – und genauso knapp ging es am Mittwochabend im NDR-Studio zu, wo sich die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD, 52) und AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm (56) im letzten großen Fernsehduell gegenüber.
Manuela Schwesig (SPD) und Leif-Erik Holm (AfD) im letzten TV-Duell vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
Eine Stunde lang lieferten sich die Kontrahenten einen teils erbitterten Schlagabtausch über Bildung, Wirtschaft, Migration und Frauenrechte – und warfen sich dabei gegenseitig Täuschung und Angstmacherei vor. "Das Rennen ist eng, und die Lage ist auch ernst", stellte Schwesig gleich zu Beginn der Fernseh-Debatte fest. In einem Punkt waren sich beide dann doch einig: Jeder will stärkste Kraft werden. Ansonsten schenkten sich die Kontrahenten nichts – von der ersten bis zur letzten Minute.
Migration in Mecklenburg-Vorpommern: SPD-Ministerpräsidentin Schwesig wildert im AfD-Revier
Bemerkenswert war vor allem Schwesigs Tonfall beim Thema Migration. Die amtierende Ministerpräsidentin schlug deutlich schärfere Töne an als viele ihrer Parteifreunde in Berlin: "Menschen ohne Bleiberecht müssen gehen", erklärte sie unmissverständlich. Für Straftäter gelte das "erst recht". Eine Ansage, die gezielt auf jene Wähler abzielt, die sich seit Jahren mehr Härte bei Abschiebungen wünschen. Gleichzeitig grenzte sich die Sozialdemokratin demonstrativ von der schwächelnden Bundes-SPD ab, die bundesweit bei mageren 12,5 Prozent dümpelt. Spekulationen über bundespolitische Ambitionen wischte sie vom Tisch: "Ich bin Ministerpräsidentin dieses Landes und das möchte ich gerne bleiben." Wer beide Stimmen der SPD gebe, bekomme auch Schwesig – eine klare Kampfansage im Endspurt. Dass Holm sein Bundestagsmandat behalten hat, nutzte sie gegen ihn: Er behalte sich damit ein "sicheres, gut bezahltes Rückfahrticket nach Berlin".
TV-Debatte zwischen Schwesig und Holm wird beim Thema Frauenrechte hitzig
Besonders heftig wurde es beim Thema Gleichstellung. Manuela Schwesig ging ihre Gegenüber frontal an und verwies auf AfD-Abgeordnete, die gegen sie gerichtete Gewaltfantasien und sexistische Inhalte in sozialen Medien verbreitet hätten. "Das sind die Männer in Ihrer Gruppe, die uns Frauen klein machen wollen, bedrohen wollen", attackierte die Ministerpräsidentin ihren Kontrahenten.
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Holm wies die Vorwürfe als "völliger Quatsch" zurück und drehte den Spieß um: Schwesig betreibe genau die Angstmacherei, die sie der AfD stets vorwerfe. Das Thema Frauenrechte sei lediglich eine "neue Masche". Seine Partei setze sich vielmehr für Wahlfreiheit bei der Kindererziehung ein und wolle dafür sorgen, dass Frauen wieder sicher durch die Städte kämen. Als Beispiel nannte er eine junge Frau in Schwerin, die täglich von der Arbeit abgeholt werden müsse, weil sie sich in der Straßenbahn nicht mehr sicher fühle.
Lügenvorwürfe bei Wirtschaft und Bildung vor Landtagswahl in MeckPomm
Auch bei den Themen Wirtschaft und Bildung flogen ordentlich die Fetzen. Schwesig bezeichnete die AfD als wirtschaftsfeindlich und warnte, die Partei werde Arbeitsplätze vernichten. Sie selbst verwies auf milliardenschwere Investitionen in Konverterplattformen als Beleg für ihre konkrete Wirtschaftspolitik. Holm hielt dagegen, er sei "selber Ökonom", und warb dafür, Unternehmern den "roten Teppich auszurollen" sowie die Steuer- und Abgabenlast zu senken. Schwesig tat das als vage Ankündigungen ab.
Beim Bildungsthema hatte Holm ein Foto des Robert-Stock-Gymnasiums in Hagenow mitgebracht und prangerte den häufigen Unterrichtsausfall an. Er kündigte an, 400 Lehrkräfte aus Behörden zurück in den Schuldienst versetzen zu wollen. Schwesig räumte Defizite ein, verwies aber auf die kostenfreie Kita-Betreuung. In der Wirtschaftsdebatte eskalierte der Ton endgültig: "Das regt mich jetzt wirklich auf, Frau Schwesig, dass Sie am laufenden Band lügen", platzte es aus Holm heraus.
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AfD-Kandidat Holm will Nord Stream zurück – und attackiert den NDR
Für Zündstoff sorgte auch Holms energiepolitische Forderung: Nach einem Ende des Krieges in der Ukraine solle die Pipeline Nord Stream wieder in Betrieb genommen werden, um russisches Gas nach Deutschland zu liefern. Damit bediente der AfD-Kandidat ein Thema, das gerade im Nordosten mit seiner historischen Nähe zum Pipeline-Projekt auf Resonanz stoßen dürfte.
Zusätzlich legte sich Holm mit seinen Gastgebern an. Der NDR verbreite zu häufig "Desinformation", warf er dem öffentlich-rechtlichen Sender vor. Moderator Thilo Tautz wies den Angriff umgehend zurück: "Das kann ich nicht stehen lassen!" Den NDR abschaffen wolle Holm entgegen der eigenen Parteiprogrammatik dann allerdings doch nicht – das "Nordmagazin" solle es "natürlich" weiterhin geben. Was genau er mit dem Sender vorhabe, blieb nebulös.
Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern könnte für die CDU zum historischen Debakel werden
Die am 16. September veröffentlichte INSA-Umfrage im Auftrag der "Bild" zeichnet ein dramatisches Bild der Kräfteverhältnisse im Nordosten. Die AfD führt in Mecklenburg-Vorpommern mit 37 Prozent, dicht gefolgt von Schwesigs SPD mit 35 Prozent. Dahinter klafft eine gewaltige Lücke: Die Linke erreicht 10 Prozent, die CDU kommt auf desaströse 7 Prozent – das wäre ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis seit Gründung der Bundesrepublik. Die Grünen balancieren mit 5 Prozent auf der Hürde zum Parlamentseinzug, das BSW würde mit 3 Prozent scheitern. Rechnerisch ergäbe sich damit eine Mehrheit für Rot-Rot-Grün – vorausgesetzt, die Grünen schaffen den Sprung ins Schweriner Schloss. Für eine AfD-Alleinregierung reicht es nach sämtlichen Erhebungen nicht. INSA befragte zwischen dem 8. und 15. September 1.000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren, die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten.
Schwesig oder Holm: Wer konnte das TV-Duell vor der Landtagswahl für sich entscheiden?
Der Greifswalder Politikwissenschaftler Jochen Müller zog nach der TV-Debatte zwischen Schwesig und Holm ein nüchternes Fazit: "Viel gelernt haben wir nicht." Beide Kontrahenten hätten häufig aneinander vorbeigeredet, und nicht alle versprochenen Wohltaten seien wohl finanzierbar. Allerdings habe Schwesig es geschafft, die Themen zu bestimmen und Holm in die Defensive zu drängen. Die Lager bewerteten den Abend erwartungsgemäß unterschiedlich. SPD-Generalsekretär Julian Barlen sprach von einem klaren Sieg seiner Parteichefin, die gezeigt habe, wofür sie verlässlich stehe. Holm hingegen beklagte einen "Kampf mit harten Bandagen" und wiederholte seinen Vorwurf, Schwesig habe Falschbehauptungen aufgestellt.
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loc/news.de/dpa/stg
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