Wahl-Krimi in Meck-Pomm: SPD macht Jagd auf AfD – Merz-CDU droht Debakel

Nur noch zwei Prozentpunkte trennen die SPD von der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Während Manuela Schwesig auf eine Sensation zusteuert, kämpft die CDU ums nackte Überleben im Landtag.

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Während die SPD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern triumphieren könnte, droht der CDU ein historischer Absturz. (Foto) Suche
Während die SPD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern triumphieren könnte, droht der CDU ein historischer Absturz. Bild: news.de-Montage (picture alliance/dpa | Philip Dulian; picture alliance/dpa | Christoph Soeder)
  • Umfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD liegt mit 37 Prozent nur noch zwei Punkte vor der SPD
  • CDU kommt nur auf 7 Prozent und könnte an Fünf-Prozent-Hürde scheitern
  • SPD, Linke und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird es richtig eng an der Spitze. Laut einer aktuellen INSA-Umfrage, über die "Bild" berichtet, trennen die AfD und die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nur noch hauchdünne zwei Prozentpunkte. Die AfD führt mit 37 Prozent, die Sozialdemokraten folgen mit 35 Prozent dicht dahinter.

Was diese Zahlen besonders bemerkenswert macht: Noch vor drei Monaten betrug der Vorsprung der AfD satte neun Prozentpunkte. Schwesigs Partei hat den Abstand seither kontinuierlich geschmolzen. Und die Dynamik spricht weiter für die SPD, die zuletzt um zwei Punkte zulegte. Ob die Aufholjagd am Sonntag tatsächlich für eine Sensation reicht, bleibt offen. Klar ist aber: Aus einem scheinbar entschiedenen Rennen ist ein veritabler Wahlkrimi geworden.

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Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Rot-Rot-Grün hätte rechnerisch eine Mehrheit

Hinter den beiden Spitzenreitern klafft eine gewaltige Lücke. Die Linke landet bei 10 Prozent, die Grünen balancieren mit exakt 5 Prozent auf dem Drahtseil der Sperrklausel. Für das BSW sieht es mit nur noch 3 Prozent düster aus. Der Einzug in den Schweriner Landtag wäre damit verfehlt. Pikant für die Regierungsbildung: SPD, Linke und Grüne kommen zusammengerechnet auf glatte 50 Prozent. Eine rot-rot-grüne Koalition wäre damit rechnerisch möglich – vorausgesetzt, die Grünen überspringen die Hürde tatsächlich. Besonders vielversprechend für Schwesigs Lager ist das Wählerpotenzial. Mehr als jeder zweite Bürger in Mecklenburg-Vorpommern – konkret 53 Prozent – kann sich grundsätzlich vorstellen, der SPD seine Stimme zu geben. Die AfD erreicht hier maximal 42 Prozent. An sicheren Stimmen liegen beide Parteien mit 31 beziehungsweise 32 Prozent praktisch gleichauf.

7 Prozent: CDU droht Rauswurf aus dem Landtag

Während sich die SPD im Aufwind befindet, erlebt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern einen beispiellosen Niedergang. Mit unveränderten 7 Prozent schwebt die Partei bedrohlich nahe über der Fünf-Prozent-Hürde. Sollten die Christdemokraten am Sonntag tatsächlich an der Sperrklausel scheitern, wäre das ein historisches Desaster. Die Zahlen offenbaren noch eine weitere bittere Wahrheit: Gerade einmal 24 Prozent der Befragten wünschen sich eine Regierungsbeteiligung der CDU. Zum Vergleich: Die SPD erreicht hier 58 Prozent, die AfD 41 Prozent – und selbst die Linke liegt mit 33 Prozent deutlich vor den Christdemokraten. Die Nervosität hat bereits Konsequenzen. Führende CDU-Politiker im Nordosten sind in den vergangenen Tagen merklich auf Distanz zu Bundeskanzler Friedrich Merz gegangen. Der stellvertretende Landesvorsitzende Tino Schomann ging sogar so weit, offen den Rücktritt des Kanzlers zu fordern.

Bundesweit im freien Fall: Union rutscht auf 18 Prozent

Das Desaster in Mecklenburg-Vorpommern ist dabei nur ein Symptom einer weitaus größeren Krise. Auf Bundesebene sackte die Union laut einer YouGov-Erhebung auf gerade einmal 18 Prozent ab – ein historischer Tiefstand. Die AfD würde eine Bundestagswahl mit 29 Prozent klar gewinnen.

Aus den eigenen Reihen mehren sich die Alarmrufe. Bremens CDU-Landeschef Heiko Strohmann warnte im Deutschlandfunk, der ostdeutsche Erosionsprozess könne "auch in Duisburg und in Bremen passieren". Seine Partei betrachte den Osten "immer noch mit der Brille von Westdeutschland, also dieser rechtsrheinischen, von Konrad Adenauer gegründeten Partei". Auch Brandenburgs stellvertretender CDU-Fraktionschef Frank Bommert forderte rasches Handeln: "Es müssen schnelle Lösungen her. Da kann man nicht mit irgendwelchen Sonntagsreden kommen." Einen Rücktritt von Merz hält er allerdings für den falschen Weg – das würde "vielleicht auf die Schnelle" beruhigen, "aber es löst ja nicht das Problem".

Kanzlertausch? Merz lädt zum Krisengipfel am Wahlabend

Die Landtagswahl am Sonntag könnte auch über die politische Zukunft des Kanzlers entscheiden. Merz hat das CDU-Parteipräsidium für den Wahlabend zu einer offiziellen Sitzung einberufen, um die Ergebnisse und deren Konsequenzen zu besprechen. In Parteikreisen wird bereits darüber spekuliert, ob die Landeschefs den Kanzler stürzen könnten. Als potenzielle Nachfolger werden NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Bayerns Regierungschef Markus Söder gehandelt. Merz selbst hat jedoch unmissverständlich klargemacht, dass ein Rückzug für ihn nicht infrage kommt.

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