Bülent Ceylan: "Keine Eier, keine Haltung!" Comedian knöpft sich Merz-Regierung im ZDF vor
Bülent Ceylan hat in der ZDF-Sendung "Volle Kanne" ungewöhnlich deutlich über die politische Lage in Deutschland gesprochen. Der Comedian nahm dabei nicht nur die etablierten Parteien ins Visier, sondern teilte auch gegen Bundeskanzler Friedrich Merz aus.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Bülent Ceylan kritisiert bei "Volle Kanne" die etablierten Parteien und Bundeskanzler Friedrich Merz
- Der Comedian fordert mehr Dialog und warnt davor, Menschen wegen ihrer politischen Haltung sofort abzustempeln
- Auf Facebook bekommt Ceylan für seinen ungewöhnlich deutlichen Auftritt im ZDF viel Zuspruch
Bülent Ceylan hat seinen Auftritt in der ZDF-Sendung "Volle Kanne" für eine ungewöhnlich offene politische Stellungnahme genutzt. Im Rahmen der Aktionswoche "Demokratie braucht viele Stimmen" sollte der Comedian eigentlich nur einen Satz vervollständigen. Moderator Florian Weiss fragte Ceylan, wie er den Satz "Demokratie braucht ..." beenden würde. Der Comedian nahm bei seiner Antwort kein Blatt vor den Mund. Er nutzte die Gelegenheit für eine grundsätzliche Abrechnung mit der politischen Lage in Deutschland. Dabei kritisierte er insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz.
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Bülent Ceylan kritisiert "Altparteien" und Bundeskanzler Merz
Die etablierten Parteien seien an der aktuellen Situation "viel selber schuld", erklärte der Comedian in der ZDF-Sendung. Auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz ging Ceylan hart ins Gericht. Der Kanzler sage heute dies und morgen jenes, habe "keine Eier" und "keine Haltung", kritisierte der Comedian. Zudem fehle Merz aus seiner Sicht die nötige politische Aura. Ceylan zufolge ist die Position des Kanzlers inzwischen so angeschlagen, dass selbst positive Maßnahmen kaum noch wahrgenommen würden. "Es ist so viel verbrannte Erde", sagte er. Diesen Zustand verglich der Comedian sinngemäß mit einem Stempel, den man einmal aufgedrückt bekomme und anschließend nur schwer wieder loswerde.
"Ich bin erstmal für die Liebe!" Ceylan stellt sich gegen gesellschaftliche Spaltung
Neben seiner Kritik formulierte Ceylan einen eindringlichen Appell gegen die gesellschaftliche Spaltung. Deutschland dürfe nicht auseinanderdriften – stattdessen müsse man miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam nach Lösungen suchen. "Ich bin erstmal für die Liebe und dass man miteinander redet und sich an den Tisch setzt", betonte er. Den etablierten Parteien warf er vor, sich zu sehr darauf konzentriert zu haben, über andere zu schimpfen, anstatt selbst Verbesserungen vorzulegen. Wer mit dem Finger auf andere zeige, solle zunächst vor der eigenen Haustür kehren. Hätten die Parteien stärker gezeigt, was sie konkret verändern wollen, wäre das bei den Menschen auch angekommen.
Auch gegen pauschale Vorurteile gegenüber Ostdeutschland stellte sich Ceylan. Er trete dort regelmäßig auf und habe dabei viel Zuneigung erfahren. Solche Verallgemeinerungen seien schlicht falsch.
Wenn ein Comedian mehr Haltung zeigt als die Politik: Facebook-Nutzer feiern Bülent Ceylan
Auf der Facebook-Seite von "Volle Kanne" löste Ceylans Auftritt eine Welle der Zustimmung aus. Die Kommentarspalte füllte sich mit begeisterten Reaktionen. "Was für ein reflektierter Typ mit gesundem Menschenverstand", schrieb ein Nutzer. Andere lobten seinen Mut, sich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen so offen politisch zu äußern – etwas, das sich nur wenige Prominente trauten. Besonders sein Plädoyer für einen respektvollen Umgang miteinander kam an. "Miteinander reden anstatt auszugrenzen! Mit viel Vernunft und Gerechtigkeit kann man sich das Vertrauen der Wähler zurückholen", kommentierte ein Zuschauer. Auch seine Aussage, zuerst immer für die Liebe zu sein, wurde vielfach hervorgehoben. Ein Nutzer brachte die Stimmung auf den Punkt: Ceylan habe das Thema Demokratie und die aktuelle politische Lage treffend zusammengefasst.
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bua/fka/news.de/stg
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