Ricarda Lang: Grünen-Politikerin überrascht mit Aufruf nach AfD-Sieg

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sollten sich die Menschen nicht der "politischen Ohnmacht hingeben", erklärt Ricarda Lang in einem neuen Instagram-Video. Sie appelliert an ihre Follower, sich einer "antifaschistischen Partei" anzuschließen. Das stößt nicht bei jedem auf Zustimmung.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Ricarda Lang wirbt für eine Mitgliedschaft in einer antifaschistischen Partei. (Foto) Suche
Ricarda Lang wirbt für eine Mitgliedschaft in einer antifaschistischen Partei. Bild: picture alliance/dpa | Gregor Fischer
  • Ricarda Lang ruft dazu auf, sich einer antifaschistischen Partei anzuschließen
  • Grünen-Politikerin sieht Wut als Mittel für Veränderungen
  • Bundestagsabgeordnete betont, wie wichtig es ist, sich gemeinsam gegen Rechtsextremismus zu stellen

Der AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt besorgte viele Menschen, berichtete Ricarda Lang am Sonntag (13. September) in einem neuen Instagram-Video. Sie erreichten viele Nachrichten aus ihrer Community. Sich zurückzuziehen und sich der Angst hinzugeben, hält die Grünen-Politikerin für den falschen Weg. Sie ermutigt ihre Follower, gemeinsam etwas zum Schutz der Demokratie zu unternehmen.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende des Artikels.

Ricarda Lang wird deutlich: Rechtsextremen nicht das Gefühl der "politischen Ohnmacht" geben

Die Emotionen kochten nach dem Wahlsonntag auch bei Ricarda Lang hoch, die sich kurz darauf zu Wort meldete. Das Gefühl von Sorge und Wut könne sie verstehen. Sie ermunterte ihre Follower dazu, sich davon nicht einnehmen zu lassen. "Das Schlimmste, was jetzt passieren könnte, ist, dass wir uns jetzt vereinzeln lassen. Dass wir uns zurückziehen, dass wir uns der Angst und Resignation hingeben. Denn die Rechtsextremen leben von der Resignation der Demokraten und vom Gefühl der politischen Ohnmacht. Daher war es selten so wichtig, dass wir uns organisieren, wie jetzt."

Ricarda Lang wirbt für einen Parteibeitritt

Eine Möglichkeit wäre der Beitritt zu einer antifaschistischen Partei wie den Grünen, erklärte Ricarda Lang. Sie betonte aber, dass dort unterschiedliche Meinungen akzeptiert werden. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gab es nach Aussagen der Bundestagsabgeordneten einen großen Zuwachs an neuen Parteimitgliedern bei den Grünen.

Parteien sieht sie als wichtigen Antreiber für Veränderungen. "Es heißt, dass Parteien ein Mittel sind, das Zukunft nichts ist, was wir erdulden müssen, sondern etwas, was wir gemeinsam gestalten können", sagte Ricarda Lang.

Grünen-Politikerin sieht Wut als Mittel für Veränderungen

Sie verweist darauf, wieso sie mit 18 Jahren bei den Grünen Mitglied wurde. Es war "Wut", die aufkam, nachdem ihre Mutter ihren Job in einem Frauenhaus verloren hatte. Sie habe gemerkt, dass man bei der Wut nicht stehenbleiben müsse, sie kann destruktiv werden, "wenn man sich in sie hineinfrisst". Gleichzeitig könne diese Emotion Veränderung bringen. Ihre politischen Erfahrungen haben ihr gezeigt, dass diese nicht gegeben, sondern Teil gesellschaftlicher Strukturen sind und man gemeinschaftlich Veränderungen anstoßen kann. Für sie sei das ein Weg "raus aus der Ohnmacht" und "ein wunderschönes Gefühl der Selbstwirksamkeit" gewesen.

AfD-Wahlerfolg sorgt für Grünen-Zuwachs

Viele Follower wollen nicht still bleiben. Mehrere verkünden, bereits Mitglied bei den Grünen zu sein. Andere nutzen den Beitrag dazu, um zu wettern. Statt konstruktive Kritik zu üben, verlieren sich einige in den Aussagen, die auch von rechten Strömungen kommen.

Diese Beiträge über deutsche Politiker sind einen Blick wert:

/loc/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.