Ricarda Lang: Nach hitziger Zuckersteuer-Debatte - Grünen-Politikerin offenbart Fehler

Ricarda Lang hat sich kritisch über die geplante Zuckersteuer der Bundesregierung geäußert. Wenige Tage später gesteht die Grünen-Politikerin einen Fehler ein. Für ihr Eingeständnis wird sie auf Instagram gefeiert.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Ricarda Lang zeigt sich nach ihrer Kritik an den Zuckersteuer-Plänen der Bundesregierung selbstkritisch. (Foto) Suche
Ricarda Lang zeigt sich nach ihrer Kritik an den Zuckersteuer-Plänen der Bundesregierung selbstkritisch. Bild: picture alliance/dpa | Hannes P Albert
  • Ricarda Lang zeigt sich nach ihrer Reaktion auf die Zuckersteuer-Pläne der Bundesregierung selbstkritisch
  • Grünen-Politikerin gibt Fehler zu
  • Lob für Lang und Seitenhieb gegen Merz

Ein geleaktes internes Papier des Finanzministeriums schlug zuletzt hohe Wellen der Entrüstung. Darin geht es um Pläne für eine Zuckersteuer auf gezuckerte Getränke. Was aber den Anstoß für eine entrüstete Debatte gab, waren Gerüchte, dass die Bundesregierung künftig auch Steuern auf zuckerfreie Getränke erheben will. Grünen-Politikerin Ricarda Lang reagierte erbost darauf. Nachdem Finanzminister Lars Klingbeil klarstellte, dass auf nicht gezuckerte Getränke keine Steuern entfallen werden, zeigte sich die ehemalige Grünen-Chefin selbstkritisch.

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Ricarda Lang zeigt sich nach Zuckersteuer-Debatte selbstkritisch

In einem Instagram-Reel gab Ricarda Lang zu, dass sie "einen Fehler gemacht" habe. Sie betont, sich zu schnell und zu eindeutig positioniert zu haben. Dabei habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgestanden, welche Teile der bekannt gewordenen Pläne tatsächlich politisch abgestimmt waren. Statt abzuwarten, ist sie der Debatte verfallen: "Ich habe in diesem Moment nicht gefragt: Was ist überhaupt schon politisch geeint? Wo steht der Prozess? Was kommt auf jeden Fall? Sondern bin sofort in die Debatte eingestiegen."

Ricarda Lang will sich ändern

Künftig will sie ihren Umgang mit politischen Debatten überdenken und anders agieren. Sie geht dabei auf eine generelle Entwicklung ein, die dazu führt, sich schnell und möglichst eindeutig zu positionieren. Soziale Medien und eine "Aufmerksamkeitsökonomie würden das verstärken. Sie sei überzeugt, dass die Art, wie solche Auseinandersetzungen geführt würden, "nicht nur dem politischen Geschäft schadet und wie Gesetze entstehen". Sie schade am Ende "uns allen als ganzer Gesellschaft und unserer Fähigkeit, überhaupt noch gemeinsam Lösungen zu finden". Es gehe vor allem um Debatten, in denen man "anderen immer das Schlimmste unterstellt, wo man sich möglichst schnell einem Lager zuordnet und wenig Raum für Differenzierung, Grautöne lässt". Sie will es besser machen und motiviert ihre Community, mit Debatten künftig anders umzugehen. "Ich bin aber auch zutiefst überzeugt davon: Wir können das besser und ich für meinen Teil will es auch besser machen", so die Bundestagsabgeordnete.

In einer Sache bleibt sie sich treu – ihrer kritischen Haltung gegenüber der Bundesregierung.Als Oppositionelle werde sie weiterhin den "Finger in die Wunde legen" - das ohne Beamtendeutsch, aber gewohnt emotional.

Grünen-Politikerin für Eingeständnis auf Instagram gefeiert

Für ihre Einsicht und Selbstreflexion erhielt sie viel Applaus von ihren Followern. "Fehler machen ist menschlich. Sich diese einzugestehen, zeigt Größe", fand ein Follower. Ein anderer betont, was ihm an Politikern wichtig ist: "Also ich mag ehrliche Politiker, die zeigen dass sie Mensch sind, transparent sind und man auch mal vielleicht ein bisschen emotional manchmal. Wie gesagt, menschlich sein, das möchte ich von der Politik. Gleichzeitig eben auch Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Integrität und lauter solche altmodischen Dinge." Ein anderer sah es ähnlich: "So und nur so finden wir menschlich und politisch wieder zueinander. Das hier nennt sich Größe, Reife und die Fähigkeit der Selbstreflexion. Ich wünsche mir sehr, dass du bald wieder in politische Verantwortung kommst. Es ist so schön zu sehen, was und wie du aus vergangenen Handlungen gelernt hast und immer klarer wirst. Danke dafür".

Seitenhieb gegen Friedrich Merz 

Ein Follower nutzte Ricarda Langs Eingeständnis dafür, um Bundeskanzler Friedrich Merz einen Hinweis zu geben, sein Verhalten zu überdenken. "Das ist moderne politische Kultur. Fehler passieren und man kann sie zugeben. Könnte u.a. auch eine Inspiration für @bundeskanzler sein", schreibt der Follower. Ein User glaubt nicht daran, dass Merz sich an der Grünen-Politikerin ein Beispiel nehmen wird: "Na, da hab ich wenig Hoffnung."

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