Lars Klingbeil: Ricarda Lang wütet gegen Zuckersteuer - so teuer wird es für Verbraucher
Eine Steuer auf Zucker, die auch für Getränke ohne Zucker gelten soll. Finanzminister Lars Klingbeil gerät mit seinen Plänen in der Politik auf Widerstand. Neben Ricarda Lang hagelt es auch scharfe Kritik aus der Union.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Widerstand gegen Klingbeils Zuckersteuer - auch aus der Union
- Ricarda Lang kritisiert die Steuerpläne scharf
- Getränke mit Süßstoff sollen auch betroffen sein und könnten noch teurer sein als Zucker-Softdrinks
Die Zuckersteuer-Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) geraten massiv unter Beschuss – und zwar nicht nur von der Opposition. Auch in den eigenen Koalitionsreihen gehen Politiker auf die Barrikaden.
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Ricarda Lang kritisiert Klingbeils Zuckersteuer-Pläne scharf
Ricarda Lang fand auf der Plattform X deutliche Worte für die Pläne des Finanzministers: "Wenn Cola light besteuert wird, werde ich zum Wutbürger", schrieb die ehemalige Grünen-Vorsitzende. Dass eine Abgabe mit dem Namen "Zuckersteuer" auch auf Produkte ohne Zucker erhoben werden soll, hält sie schlicht für absurd: "Aber im Ernst, Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke, das müsste doch jemandem auffallen, dass das Schwachsinn ist?"
Aber im Ernst, Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke, das müsste doch jemand auffallen, dass das Schwachsinn ist? https://t.co/v6bULlF3U2
— Ricarda Lang (@Ricarda_Lang) August 25, 2026
Aiwanger spricht von Bevormundung
Nicht weniger drastisch fällt die Reaktion aus Bayern aus. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erklärte gegenüber "Bild": "Wenn selbst Getränke ohne Zucker wie Limonaden mit Süßungsmitteln oder Hafermilch besteuert werden sollen, hat diese Politik endgültig jede Logik verloren." Mit spürbarem Sarkasmus prophezeite er, als Nächstes komme wohl die Zuckersteuer auf Brezeln. Statt neuer Lenkungssteuern und Bevormundung bräuchten die Bürger endlich spürbare Entlastung, so Aiwanger.
Bosbach rechnet mit der Merz-Regierung ab
Doch der Gegenwind kommt nicht nur von außen. CDU-Ernährungsexpertin Caroline Bosbach geht mit dem Vorhaben des Koalitionspartners hart ins Gericht. Das Projekt sei eine "Frechheit", erklärte sie gegenüber "Bild". Neue Steuern dürfe es grundsätzlich nicht geben – "das gilt auch für die Zuckersteuer". Dass die Abgabe nun sogar über zuckerhaltige Produkte hinaus ausgedehnt werden soll, entlarve nach Bosbachs Einschätzung die wahre Absicht: eine Steuererhöhung durch die Hintertür.
Bereits vor ihr hatte sich CSU-Politiker Alois Rainer (61), der als Agrar- und Ernährungsminister im Kabinett sitzt, gegen die Pläne positioniert.
So teuer wird die Zuckersteuer
Die Pläne gehen auf ein internes Papier des Finanzministeriums zurück, wie die "Berliner Morgenpost" berichtet. Das Vorhaben soll sich nicht nur auf zuckerhaltige Getränke beziehen, sondern auf andere Bereiche ausweiten. Gemeint seien offenbar Getränke mit Süßstoff, wie Cola Zero. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer, was sich besonders bei den Preisen für Getränke mit Süßstoffen bemerkbar machen könnte. Die fälligen Steuern belaufen sich im Centbereich:
- Bei einem Zuckergehalt zwischen 4,5 und sieben Gramm pro 100 Milliliter sollen dem Papier nach 26 Cent je Liter erhoben werden.
- Getränke mit einem Zuckergehalt von über sieben Gramm seien es 32 Cent pro.
- Ab einem Gehalt von über zehn Gramm 38 Cent pro Liter.
- Getränke, die nur Süßstoffe beinhalten, sollen mit 26 Cent besteuert werden.
Eine Flasche Cola verdeutlicht, wie viel Kunden künftig mehr zahlen sollen. Für eine Ein-Liter-Flasche, die pro 100 Milliliter 10,6 Gramm Zucker enthält, sollen 38 Cent erhoben werden. Durch die Mehrwertsteuer erhöht sich der Betrag um etwa 45 Cent. Die "Berliner Morgenpost" geht hierbei von einem Verkaufspreis von 1,23 Euro aus. Durch die Steuer zahlen Kunden 1,68 Euro.
Klingbeil verteidigt Ausweitung der Zuckersteuer auf Süßstoff-Getränke
Unabhängig von der Kritik stehe "die ganze Bundesregierung" dahinter, die Steuer auf Getränke mit Süßstoffen zu erweitern. Das erklärte Klingbeil am Dienstag den Sendern RTL und ntv. Länder wie Großbritannien hatten es vorgemacht. Deutschland will nachziehen. Die Zuckersteuer ist aber noch nicht beschlossen. Das Gesetz könnte 2027 kommen.
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