Friedrich Merz: Diese TV-Auftritte des Kanzlers ließen Zuschauer nach kurzer Zeit wüten

Nach seinen TV-Auftritten hagelte es für Bundeskanzler Friedrich Merz mehrmals Kritik. Mit Aussagen über Zahnärzte, Asylsuchende oder die "gehobene Mittelschicht" löste er wochenlange Debatten aus. Diese Aussagen sorgten für Schlagzeilen.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Bundeskanzler Friedrich Merz entsetzte im TV mehrmals mit seinen Äußerungen. (Foto) Suche
Bundeskanzler Friedrich Merz entsetzte im TV mehrmals mit seinen Äußerungen. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Die größten TV-Aufreger um Friedrich Merz
  • Zahnarzt bis Sozialtourismus – CDU-Chef diskriminierte im TV Asylsuchende
  • Faule Deutsche? Bundeskanzler muss sich erklären

Wie viele seiner Vorgänger im Kanzleramt und insbesondere Angela Merkel vor ihmsteht Friedrich Merz unter dauerhafter Beobachtung. Jedes Wort wird analysiert - da bildet der CDU-Chef keine Ausnahme. Der Bundeskanzler nutzt seit Jahren TV-Sendungen als Bühne, um sich zu erklären. Mit seiner Rhetorik eckt er an. Während Befürworter ihn loben, werfen ihm Kritiker Populismus vor. Von seinen Oppositionsjahren bis hin zu seiner jetzigen Amtszeit als Bundeskanzler zieht sich eine Spur medial kontrovers diskutierter Äußerungen durch die deutsche Fernsehlandschaft.

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Friedrich Merz und die "gehobene Mittelschicht"

Wir erinnern uns an November 2018, als Merz, damals kurz nach seiner Rückkehr in die Bundespolitik noch weit vom Kanzleramt entfernt, in der ARD-Sendung "Maischberger" saß. Dort stieß er die Privatjet-Debatte an. Im Studio schrieb er sich der "gehobenen Mittelschicht" zu. Dabei kam heraus, dass er ein Flugzeug besitzt und es auch selbst fliegt. Außerdem kam sein Vermögen zur Sprache. Das löste im Anschluss an die Sendung eine hitzige Debatte im Netz und in den Redaktionen aus. Die Taz titelte in einem Kommentar "Der Millionär aus der 'gehobenen Mittelschicht'". Diese Aussage hängt Merz bis heute nach.

CDU-Chef erhebt schwere Vorwürfe gegen Ukrainer

Vier Jahre später sorgte Merz erneut für Kopfschütteln. Bei WeltTV prägte er den Begriff "Sozialtourismus". Ein Vorwurf, der in der Bevölkerung und Politik sauer aufstieß. Er sagte: "Wir erleben mittlerweile einen Sozialtourismus dieser Geflüchteten: nach Deutschland, zurück in die Ukraine, nach Deutschland, zurück in die Ukraine." Es folgte eine große parteiübergreifende Entrüstungswelle. Merz entschuldigte sich kurz darauf öffentlich für die Wortwahl und nahm den Begriff zurück.

Friedrich Merz entsetzt bei "Markus Lanz" mit "kleine Paschas"

2023 löste Merz gleich zwei Debatten innerhalb eines Jahres aus. Nach den Ausschreitungen der Silvesternacht 2022/2023 und Vorfällen an Schulen setzte er sich im Januar bei Markus Lanz in die Talkshow. Auf die Frage nach Respektlosigkeit gegenüber Lehrkräften argumentierte Merz, das Problem liege im Elternhaus. Er sagte: "Und dann wollen sie diese Kinder zur Ordnung rufen und die Folge ist, dass die Väter in den Schulen erscheinen und sich das verbitten. Insbesondere, wenn es sich um Lehrerinnen handelt, dass sie ihre Söhne, die kleinen Paschas, da mal etwas zurechtweisen." Die Kritik kam schnell. Ihm wurde vorgeworfen, Menschen mit Migrationshintergrund zu pauschalisieren und im Fernsehen zu diskriminieren.

Merz und die Zahnarzt-Debatte

Bei "Welt TV" diskriminierte er erneut Asylsuchende. Merz verknüpfte Wartezeiten auf Arzttermine direkt mit der Anwesenheit abgelehnter Asylbewerber: "Die Bevölkerung, die werden doch wahnsinnig, die Leute, wenn die sehen, dass 300.000 Asylbewerber abgelehnt sind, nicht ausreisen, die volle Leistung bekommen, die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine." Der Widerspruch folgte sogleich und brachte ihm den Kommentar "ziemlich ekelhaft" ein.

Deutsche sind faul? Merz rudert zurück

Im Juli 2026 musste sich Friedrich Merz im ZDF-Sommerinterview Fragen zur aktuellen politischen Lage gefallen lassen. Im Mittelpunkt standen die Debatte über stagnierendes Wirtschaftswachstum, anhaltende Reformkritik und schlechte Umfragewerte der Regierung. Angesprochen auf die stagnierende Wirtschaft reagierte er gereizt. "Wir haben in Deutschland so viele Chancen, wir haben so viele Möglichkeiten – ich bin es einfach leid, dass nur schlecht geredet wird über Deutschland." Seine Aussage wurde als Nörgelei abgetan, statt als lösungsorientierter Ansatz gesehen. Denn ernsthafte Lösungen lieferte er für seine Kritiker nicht. Vielen ZDF-Zuschauern missfiel auch noch ein anderer Punkt. Angesprochen auf die Vorwürfe, er habe die Deutschen als faul beleidigt, sagte er: "Ich habe nie jemandem persönliche Faulheit unterstellt", stellte der CDU-Vorsitzende klar. "Ich habe nur gesagt, dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland im Augenblick zu niedrig ist." Produktivität und wirtschaftliche Leistung seien zu gering – "da müssen wir ran".

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