Friedrich Merz unbeliebt wie nie: Kanzler-Krise eskaliert - CDU erwägt Koalitionssprengung als letzten Ausweg

Nur noch 14 Prozent der Deutschen halten Friedrich Merz für den richtigen Bundeskanzler, selbst in den eigenen Reihen schwindet der Rückhalt dramatisch. In der CDU wird jetzt offenbar ein Schritt diskutiert, der die schwarz-rote Regierung sprengen könnte.

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Bundeskanzler Friedrich Merz steckt in der schwersten Krise seiner Amtszeit: 78 Prozent lehnen den CDU-Chef als Kanzler rundheraus ab. (Foto) Suche
Bundeskanzler Friedrich Merz steckt in der schwersten Krise seiner Amtszeit: 78 Prozent lehnen den CDU-Chef als Kanzler rundheraus ab. Bild: picture alliance/dpa | Michael Brandt
  • Schwarz-rote Koalition am Ende?
  • Friedrich Merz in der Krise: 78 Prozent der Deutschen lehnen Bundeskanzler ab
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Diese Situation ist nicht schönzureden: Bundeskanzler Friedrich Merz steckt in der schwersten Krise seiner Amtszeit. Laut einer aktuellen Insa-Umfrage im Auftrag der "Bild" halten nur noch 14 Prozent der Befragten den CDU-Chef für den richtigen Mann an der Regierungsspitze. Ganze 78 Prozent beantworteten die Frage, ob Merz noch der richtige Kanzler sei, mit Nein.

Besonders alarmierend für die Union: Selbst in den eigenen Reihen schwindet der Rückhalt dramatisch. 58 Prozent der CDU/CSU-Wähler sprachen sich gegen Merz aus – lediglich 36 Prozent stehen noch hinter ihm.

Friedrich Merz im freien Fall: Bundeskanzler wird immer unbeliebter

Der Abwärtstrend hält bereits seit Monaten an. Noch Mitte 2025 zeigten sich mehr als 30 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mit Merz' Arbeit zufrieden. An der repräsentativen Online-Befragung vom 10. und 11. September nahmen 1.003 Personen teil, die Fehlertoleranz beträgt +/- 3,1 Prozent.

Sonntagsfrage aktuell: AfD zieht der Union davon – neun Punkte Abstand

Parallel zum Vertrauensverlust des Kanzlers verschiebt sich auch die Parteienlandschaft weiter zugunsten der AfD. Im aktuellen Insa-Sonntagstrend für die "Bild" erreicht die Partei 29 Prozent – ein Zuwachs von einem Punkt gegenüber der Vorwoche. Die Union verharrt bei 20 Prozent, der Rückstand beträgt damit neun Punkte. Die Grünen klettern um einen Punkt auf 14 Prozent und schieben sich damit an der SPD vorbei, die bei 13 Prozent stagniert. Die Linke hält sich stabil bei zehn Prozent. FDP und BSW würden mit vier beziehungsweise drei Prozent den Einzug in den Bundestag verfehlen.

Laut Insa-Chef Hermann Binkert wäre eine Kenia-Koalition aus Union, Grünen und SPD mit zusammen 47 Prozent derzeit die einzige rechnerisch tragfähige Mehrheitsoption. Für eine parlamentarische Mehrheit seien aufgrund der vielen Stimmen für Kleinparteien mehr als 43 Prozent erforderlich.

Berichte über Notfallplan in der CDU: Rauswurf von Arbeitsministerin Bas im Gespräch

Angesichts dieser dramatischen Lage kursiert in der CDU-Führung offenbar ein radikaler Rettungsversuch für den angeschlagenen Kanzler. Wie die "Zeit" berichtet, wird parteiintern ernsthaft erwogen, Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas aus dem Kabinett zu entlassen. Dieser Schritt soll Merz als handlungsfähigen Regierungschef inszenieren und sein politisches Überleben sichern. Dem Bericht zufolge stammt die Idee nicht von Hinterbänklern, sondern von "sehr ernsthaften Leuten" im Umfeld des Kanzlers. Mehrere Quellen aus Merz' engem Kreis bestätigten der Zeitung, dass dieses Szenario tatsächlich geprüft werde. Teile der Partei seien bereit, eine solche Entscheidung mitzutragen. Bereits zuvor hatte der CDU-Abgeordnete Christian von Stetten öffentlich den Rücktritt von Bas gefordert und damit den Boden für diese Debatte bereitet.

Union riskiert Koalitionsbruch - CDU-Stratege warnt vor "Wahnsinn"

Die Konsequenzen eines solchen Schritts wären gravierend. Sollte Merz die SPD-Chefin tatsächlich entlassen, dürfte die SPD sämtliche Minister aus der Regierung abziehen. Die Große Koalition wäre damit faktisch Geschichte – der Kanzler stünde einer Minderheitsregierung vor, ein Szenario, das er bislang stets kategorisch ausgeschlossen hatte. Innerhalb der CDU gibt es erheblichen Widerstand gegen den Plan. Ein Parteistratege nannte das Vorhaben gegenüber der "Zeit" schlicht "Wahnsinn". "Die Folgen wären unabsehbar. Jede CDU-SPD-Regierung in den Bundesländern stünde vor dem Aus. Die AfD wäre einen Schritt näher an der Macht", warnte er. Tatsächlich könnte ein Bruch mit der SPD auf Bundesebene eine Kettenreaktion in den Ländern auslösen, wo beide Parteien in mehreren Regierungen gemeinsam die Verantwortung tragen.

Friedrich Merz reißt seine CDU in den Abgrund – in Mecklenburg-Vorpommern droht die Fünf-Prozent-Hürde

Die Krise des Kanzlers schlägt längst auf die Landesverbände durch. In Niedersachsen sackte die CDU laut einer Insa-Erhebung für die "Bild" um drei Punkte auf 22 Prozent ab und liegt damit nur noch hauchdünn vor der AfD mit 21 Prozent. Gerade einmal 18 Prozent der Niedersachsen wünschen sich dort eine CDU-geführte Regierung. Noch dramatischer ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern: Gut eine Woche vor der dortigen Landtagswahl kommt die Merz-Partei auf lediglich sieben Prozent und nähert sich damit gefährlich der Sperrklausel. Die AfD dominiert das Küstenland mit 36 Prozent, gefolgt von der SPD mit 33 Prozent. Hinzu kommt das Debakel bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo sich das CDU-Ergebnis auf 17,2 Prozent mehr als halbierte. Drei Rückschläge in kürzester Zeit – die Partei steckt bundesweit in einer tiefen Vertrauenskrise.

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