Friedrich Merz: Demütigung nach AfD-Erfolg – Internationale Presse zerlegt deutschen Bundeskanzler

Der AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt sorgt international für Aufsehen. Ausländische Medien sehen darin einen historischen Einschnitt und warnen vor einer schweren politischen Bewährungsprobe für Friedrich Merz.

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AfD Triumph in Sachsen Anhalt: Internationale Medien nehmen Merz ins Visier Bild: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg
  • Internationale Medien werten den AfD-Erfolg als politisches Beben
  • Friedrich Merz gerät wegen der Wahlschlappe unter Druck
  • Beobachter sorgen sich um die Folgen für Deutschlands Politik

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Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt nicht nur in Deutschland für Aufregung. Auch internationale Medien blicken mit großer Aufmerksamkeit auf das Ergebnis. Besonders Bundeskanzler Friedrich Merz gerät dabei in den Fokus der Berichterstattung.

Ausland spricht von politischem Beben in Deutschland

Das starke Abschneiden der AfD und die Verluste der CDU werden international als bedeutender Einschnitt bewertet. Medien aus Großbritannien, den USA und zahlreichen europäischen Ländern berichten ausführlich über die Wahl. Besonders häufig wird "t-online" zufolge dabei die Frage gestellt, welche Folgen der Erfolg der AfD für die politische Landschaft Deutschlands haben könnte. Die BBC verweist auf die historische Bedeutung des Ergebnisses und schreibt: "Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in Deutschland noch nie eine Rechtsaußenpartei die Kontrolle über ein Bundesland übernommen." Damit wird zugleich auf die weitreichenden Möglichkeiten einer Landesregierung hingewiesen. Bereiche wie Polizei, Bildung und Kultur könnten bei einer Regierungsbeteiligung direkt beeinflusst werden.

Britische Medien sehen Friedrich Merz unter Druck

In Großbritannien steht neben der AfD vor allem Friedrich Merz im Mittelpunkt. Der "Telegraph" bezeichnete die Partei als migrationsfeindlich und berichtete über ihren erwarteten Wahlerfolg in Ostdeutschland.

Noch persönlicher fällt die Einschätzung der "Times" aus. Das Blatt sieht im Wahlergebnis eine schwere Niederlage für den Bundeskanzler. "Sollten sich die Hochrechnungen bestätigen, wäre das Ergebnis eine persönliche Demütigung für Friedrich Merz", heißt es dort.

Hintergrund ist die Strategie des Kanzlers im Wahlkampf. Merz war offenbar geraten worden, sich weitgehend zurückzuhalten, weil seine persönliche Popularität der AfD zusätzlichen Zulauf verschaffen könnte.

US-Medien sprechen von historischem Durchbruch

Auch in den Vereinigten Staaten wird das Ergebnis mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die "New York Times" beschreibt den AfD-Erfolg als möglichen historischen Wendepunkt. Besonders bemerkenswert sei, dass die Zugewinne der Partei offenbar zu einem großen Teil zulasten der CDU gingen. Für Merz und seine Partei bedeutet das einen erheblichen politischen Rückschlag. Die US-Zeitung spricht von der Möglichkeit, dass die extreme Rechte erstmals seit dem Ende der NS-Zeit in einem deutschen Bundesland politische Macht übernehmen könnte.

Sorge vor komplizierter Regierungsbildung in Deutschland

In den Nachbarländern richtet sich der Blick vor allem auf die Folgen für die Regierungsbildung. Das niederländische "De Volkskrant" warnt vor einer schwierigen politischen Konstellation, sollte die AfD die absolute Mehrheit verfehlen. Dann könnte die CDU auf eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien angewiesen sein. Genau das könnte innerhalb der Union für erhebliche Konflikte sorgen.

Auch tschechische Medien sehen das Wahlergebnis als Zeichen eines möglichen politischen Umbruchs in Deutschland. "Aktualne.cz" titelte entsprechend mit der Frage: "Umbruch in Deutschland?"

Wirtschaft und Migration als Gründe für den Erfolg der AfD

Die belgische Zeitung "De Tijd" führt den Erfolg der AfD unter anderem auf die wirtschaftliche Unzufriedenheit in Deutschland zurück. Schwache Konjunkturdaten und hohe Energiepreise hätten der Partei zusätzlichen Rückenwind verschafft. Auch die Themen Migration und das Verhältnis zu Russland spielten demnach eine zentrale Rolle im Wahlkampf.

In Italien ist die Aufmerksamkeit ebenfalls groß. "La Repubblica" spricht von einer "schwarzen Welle" und betont die historische Dimension des Ergebnisses.

Merz steht vor schwieriger Bewährungsprobe

Für den Bundeskanzler ist die internationale Reaktion ein weiterer Hinweis darauf, welche Bedeutung die Wahl über Sachsen-Anhalt hinaus besitzt. Der AfD-Erfolg wird im Ausland als Signal für die politische Entwicklung Deutschlands interpretiert.

Die "Financial Times" bezeichnete das Ergebnis als möglichen Durchbruch für die Partei und zugleich als schweren Rückschlag für die etablierten politischen Kräfte.

Damit steht Merz vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss nicht nur auf die Wahlniederlage seiner CDU reagieren, sondern auch verhindern, dass der Erfolg der AfD zu einem dauerhaften Signal für weitere politische Verschiebungen in Deutschland wird.

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