Friedrich Merz: Bundeskanzler reagiert emotional auf mögliche Zusammenarbeit mit der AfD
Friedrich Merz macht kurz vor der Sachsen-Anhalt-Wahl unmissverständlich klar: Eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD lehnt er ab. Doch die AfD liegt in einer Umfrage bei 40 Prozent.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Merz nennt Zusammenarbeit mit der AfD unmöglich
- AfD erreicht laut ZDF-Umfrage 40 Prozent
- 31 Prozent der Befragten sind noch unentschlossen
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Bundeskanzler Friedrich Merz hat wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt unmissverständlich klargemacht, dass die CDU keine Zusammenarbeit mit der AfD anstrebt. Gleichzeitig sorgt eine neue Umfrage für Aufsehen. Die AfD liegt demnach mit 40 Prozent deutlich vor der CDU.
Merz wird bei AfD Thema deutlich
Im RTL-Gespräch mit Pinar Atalay wurde der Kanzler auf mögliche Kooperationen zwischen CDU und AfD angesprochen. Merz reagierte ungewöhnlich emotional und wies Spekulationen über eine gemeinsame politische Zusammenarbeit zurück. Er betonte, dass die politischen Vorstellungen beider Parteien aus seiner Sicht grundsätzlich nicht miteinander vereinbar seien. Besonders bei Themen wie Europa, der Nato und der wirtschaftlichen Ausrichtung Deutschlands sieht Merz grundlegende Unterschiede.
"Mit dieser Partei und ihren Funktionären ist eine Zusammenarbeit mit meiner Partei nicht möglich", stellte der CDU-Vorsitzende "Bild" zufolge klar.
Merz möchte stattdessen Wähler zurückgewinnen, die inzwischen ihr Kreuz bei der AfD machen. Eine sogenannte Brandmauer steht für ihn dabei weniger im Mittelpunkt. Entscheidend sei vielmehr, die politische Mitte wieder stärker zu machen.
Friedrich Merz: "Wir unterscheiden uns fundamental"
Seine Ablehnung begründete der Kanzler mit den unterschiedlichen politischen Zielen. Die Gegensätze seien aus seiner Sicht so groß, dass auch Kompromisse nicht möglich seien. "Wir unterscheiden uns fundamental in den wesentlichen politischen Fragen", sagte Merz. Er verwies unter anderem auf die Haltung der AfD zur Europäischen Union und zur Nato. Auch auf die Frage, ob CDU-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt möglicherweise einen anderen Kurs einschlagen könnten, gab sich der Kanzler eindeutig. Innerhalb der CDU gebe es einen entsprechenden Parteitagsbeschluss. Er gehe davon aus, dass sich die Abgeordneten daran halten.
AfD erreicht 40 Prozent in neuer Umfrage
Während Merz seine Position bekräftigt, blickt die CDU in Sachsen-Anhalt auf schwierige Zahlen. Einer repräsentativen Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF zufolge kommt die AfD derzeit auf 40 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erreicht demnach 23 Prozent. Dahinter folgen die Linke mit 13 Prozent, die SPD mit 9 Prozent und die Grünen mit 6 Prozent. Für BSW und FDP würde es mit jeweils 3 Prozent derzeit nicht für den Einzug in den Landtag reichen. Weitere Parteien kommen zusammen ebenfalls auf 3 Prozent.
Viele Wähler haben sich noch nicht entschieden
Trotz des deutlichen Vorsprungs der AfD ist das Rennen noch nicht entschieden. Besonders wichtig ist dabei die Zahl der Unentschlossenen. Laut der Umfrage wissen 31 Prozent der Befragten noch nicht sicher, ob und für welche Partei sie stimmen werden. Die Landtagswahl findet am 6. September statt. Sollte die AfD tatsächlich auf etwa 40 Prozent kommen, würde sie nach dieser Erhebung dennoch keine absolute Mehrheit erreichen. Wie viele Parteien letztlich in den Landtag einziehen, spielt dabei eine entscheidende Rolle.
In Sachsen-Anhalt wird die AfD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Aktuell regiert im Land eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.
Auch andere Umfragen sehen AfD klar vorne
Das Ergebnis der Forschungsgruppe Wahlen ist kein Ausreißer. Auch andere Institute messen der AfD derzeit einen deutlichen Vorsprung aus. Bei einer Infratest-dimap-Erhebung im Auftrag der ARD kam die Partei zuletzt sogar auf 42 Prozent. Die CDU lag dort bei 22 Prozent.
Allerdings sollten solche Zahlen nicht mit einem Wahlergebnis verwechselt werden. Umfragen bilden lediglich die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab. Kurzfristige Meinungsänderungen und eine hohe Zahl unentschlossener Wähler können das tatsächliche Ergebnis noch deutlich beeinflussen.
Für Merz dürfte die Wahl in Sachsen-Anhalt dennoch mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Der Kanzler hat seine Position zur AfD klar formuliert. Gleichzeitig steht die CDU vor der Herausforderung, verlorene Wähler wieder für sich zu gewinnen.
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mlk/ife/news.de/dpa
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