Ricarda Lang: Grünen-Politikerin wettert im Netz gegen AfD – Nutzer rechnen gnadenlos ab

Ricarda Lang sorgt kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einem deutlichen Appell gegen die AfD für Aufsehen. Doch ihr Video löst nicht nur Zustimmung aus, sondern entfacht eine heftige Debatte im Netz.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Ricarda Lang vor Sachsen-Anhalt-Wahl: Grünes Plädoyer gegen AfD-Erfolg sorgt für Diskussion (Foto) Suche
Ricarda Lang vor Sachsen-Anhalt-Wahl: Grünes Plädoyer gegen AfD-Erfolg sorgt für Diskussion Bild: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
  • Ricarda Lang widerspricht dem Eindruck, in Sachsen-Anhalt würden "eh alle AfD wählen"
  • Nutzer streiten über Umfragewerte, Sicherheit und die politische Stimmung im Bundesland
  • Besonders die Grünen und ihre Energiepolitik geraten in den Kommentaren ins Visier

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Ricarda Lang ist für ihre regelmäßigen Instagram-Posts bekannt. Erst kürzlich wandte sich die Grünen-Politikerin in einem Video an junge Frauen und rief sie dazu auf, sich finanziell unabhängig von ihren Partnern zu machen. Der Appell sorgte bei ihren Followern für unterschiedliche Reaktionen. Nun meldet sich Lang kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erneut mit einem eindringlichen Appell zu Wort. Sie widerspricht der Darstellung, dass in dem Bundesland ohnehin alle AfD wählen würden, und fordert dazu auf, genauer hinzusehen. Ihr Video sorgt erneut für eine kontroverse Debatte in den sozialen Netzwerken.

Ricarda Lang widerspricht AfD-Narrativ

Ricarda Lang, die ihre Follower und Fans erst kürzlich mit einem Vorher-Nachher-Vergleich auf Instagram überraschte und darin zeigte, wie stark sie in den vergangenen Jahren abgenommen hat, meldet sich nun wenige Tage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt erneut mit einem kurzen Instagram-Video zu Wort. Darin spricht die Grünen-Politikerin über die politische Stimmung im Land und kritisiert zugleich den Eindruck, Sachsen-Anhalt sei flächendeckend von der AfD überzeugt.

In ihrer Botschaft macht Lang deutlich, dass sie die aktuellen Umfragewerte durchaus mit Sorge betrachtet. Gleichzeitig berichtet sie von ihren persönlichen Eindrücken bei Besuchen im Bundesland, unter anderem vom Christopher Street Day in Magdeburg.

Für Lang sei dabei vor allem eines deutlich geworden: Viele Menschen wollten in einem Land leben, in dem jeder Mensch ohne Angst anders sein könne. Gewalt gegen Politikerinnen und Politiker dürfe ihrer Ansicht nach ebenso wenig zur Normalität werden.

Ricarda Lang: "Das ist Bullshit"

Auch in ihrer Bildunterschrift findet Lang deutliche Worte. Sie schreibt:

  • "In Sachsen-Anhalt wählen eh alle AfD? Diesem Eindruck könnte man gerade bei mancher bundesweiten Debatte denken."
  • "Aber das ist Bullshit. Aber wenn ich in Sachsen-Anhalt unterwegs bin, treffe ich so viele Menschen, die in einem Land leben wollen, in dem jeder ohne Angst verschieden sein kann."
  • "An euch alle: wir sehen euch."

Damit richtet sich Ricarda Lang ausdrücklich an Menschen, die sich vor Ort engagieren. Sie wolle ihnen Mut machen und betonen, dass sie mit ihrem Einsatz nicht alleine seien. Ihr Ziel sei es, einen möglichen Machtgewinn von Rechtsextremen zu verhindern und stattdessen für ein Sachsen-Anhalt mit positiven Zukunftsperspektiven zu kämpfen.

Ricarda Lang erntet deutliche Kritik in den Kommentaren

Unter dem Beitrag fallen die Reaktionen erwartungsgemäß unterschiedlich aus. Einige Nutzerinnen und Nutzer sprechen Lang Mut zu und begrüßen ihren Appell.

  • "Danke, deine Worte sind Balsam und machen Mut. So müssen wir unsere Probleme angehen. Positive Ziele setzen, zusammen."

Andere kommentieren deutlich kritischer. Ein Nutzer schreibt:

  • "Ich würde mir auch Sorgen machen, ihr seid für den Zustand verantwortlich, kapiert ihr es nicht."

Ein weiterer Nutzer formuliert seine eigenen Sorgen:

  • "Ich will in einem Land leben, in dem ich keine Angst haben muss, ein Messer in den Rücken zu bekommen, ich will in einem Land leben, in dem ich keine Angst haben muss, dass mein Kind vergewaltigt wird."

Streit über Umfragewerte und Grünen-Politik

Besonders kontrovers wird es bei den Diskussionen über die aktuellen Umfragewerte. Ein Nutzer fragt:

  • "Aber wo kommen denn die 40 Prozent her? Das ist fast jeder Zweite in Sachsen-Anhalt. Das macht mir Angst."

Andere richten ihre Kritik unmittelbar gegen die Grünen und deren politische Entscheidungen. Dabei werden unter anderem die Energiepolitik, die CO2-Bepreisung und der Ausbau der Autobahn A14 angesprochen.

So heißt es in einem längeren Kommentar:

  • "In Sachsen-Anhalt wissen viele Wähler, weshalb Energie teuer geworden ist. Wegen der Grünen Energiewende."

Der Nutzer kritisiert anschließend weitere politische Entscheidungen der Grünen und schreibt unter anderem:

  • "Wenn man dann als ehemalige Friedenspartei Waffen in Kriegsgebiete schickt, was bleibt von Euren bunten Bildern und Videos?"

Auch persönliche Spitzen gegen andere Politikerinnen und Politiker fehlen nicht. Ein Nutzer schreibt:

  • "Annalena Baerbock, die Weltpräsidentin aus New York könnte jetzt noch aufgeboten werden."

Zwischen Hoffnung und harter Abrechnung

Damit zeigt sich unter Langs Beitrag ein bekanntes Bild: Während einige Nutzer ihre Botschaft unterstützen und sich mehr Zuversicht wünschen, nutzen andere die Gelegenheit für eine grundsätzliche Abrechnung mit der Politik. Für Ricarda Lang steht dagegen fest, dass die politische Auseinandersetzung in Sachsen-Anhalt nicht allein von Umfragewerten bestimmt werden sollte. Sie wirbt dafür, sich gegen Angst und Resignation zu stellen und gemeinsam für die eigenen politischen Vorstellungen einzutreten.

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