Jens Spahn: "Ich war zu feige" - CDU-Politiker entschuldigt sich nach Leihmutter-Skandal
"Ich war zu feige": Mit diesen drei Worten entschuldigt sich Jens Spahn nach dem Leihmutter-Skandal in einem Brief an 2.500 Parteimitglieder. Während bereits Spekulationen um ein politisches Comeback hochkochen, kämpf der CDU-Politiker erst einmal um das Vertrauen seiner eigenen Basis.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Jens Spahn vor Politik-Comeback nach Leihmutter-Skandal?
- Spahn entschuldigt in Brief an 2.500 Parteimitglieder und gesteht größten politischen Fehler
- Markus Söder prophezeit Jens Spahn Politik-Comeback
Jens Spahn hat sich in einem persönlichen Schreiben an etwa 2.500 CDU-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen gewandt und sich nach dem Leihmutter-Skandal entschuldigt. Dabei fand der ehemalige Gesundheitsminister ungewöhnlich deutliche Worte. "Ich war zu feige, bei diesem sensiblen Thema offen Farbe zu bekennen", gesteht der ehemalige Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag darin ein, wie "Bild" berichtet.
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Jens Spahn entschuldigt sich nach Leihmutter-Skandal
Jens Spahn bezeichnet sein Verhalten rückblickend als Fehler und drückt tiefes Bedauern aus, wie er mit der Leihmutterschaft umgegangen ist. Laut "Bild" richtet sich Spahns Brief an die Parteibasis in seinem Wahlkreis. Also genau an jene Menschen, deren Rückhalt für einen Politiker existenziell ist. Dass der Ex-Gesundheitsminister diesen Schritt öffentlich macht, unterstreicht das Ausmaß der Vertrauenskrise, die er selbst ausgelöst hat.
Jens Spahn gesteht größten politischen Fehler
Gemeinsam mit seinem Ehemann hatte Spahn in den Vereinigten Staaten eine Leihmutter in Anspruch genommen, um den lang gehegten Kinderwunsch zu verwirklichen. Das Problem: In Deutschland ist Leihmutterschaft gesetzlich verboten und der CDU-Politiker hatte sich in der Vergangenheit öffentlich anders positioniert. Genau dieser Widerspruch zwischen früherer Haltung und privatem Handeln wurde ihm innerparteilich zum Verhängnis.
Jens Spahn bezieht Stellung nach Leihmutter-Skandal
In seinem Brief an die Parteibasis räumt Spahn ein: "Vor allem aber habe ich durch den Widerspruch zwischen meiner früher öffentlich vertretenen Haltung und meiner persönlichen Entscheidung Vertrauen enttäuscht." Gleichzeitig betont er, dass die Leihmutter bereits Mutter gewesen sei, finanziell abgesichert gelebt und sowohl rechtliche als auch medizinische Begleitung erhalten habe. Allerdings habe es zahlreiche Gelegenheiten gegeben, seine gewandelte Position transparent zu machen, doch er habe keine davon genutzt.
Spahn-Skandal führte zu Stühlerücken im Merz-Kabinett
Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Spahn legte sämtliche politischen Ämter in Fraktion und Partei nieder. Sein Abgang als Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion löste eine umfassende Personalrochade aus. Den freigewordenen Posten an der Fraktionsspitze übernahm der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei. Für Merz bedeutete der erzwungene Umbau eine doppelte Herausforderung: Einerseits galt es, die Fraktion personell zu stabilisieren, andererseits musste mit Freis Wechsel auch die Schaltzentrale im Kanzleramt neu besetzt werden.
Markus Söder prophezeit Jens Spahn Politik-Comeback
Ist die politische Karriere des 46-Jährigen damit besiegelt? CSU-Chef Markus Söder glaubt das nicht. Bereits im Juli, kurz nach Spahns überraschendem Rückzug, prognostizierte er, dass der CDU-Politiker "irgendwann wieder" in eine Führungsposition zurückkehren werde. Spahn selbst gibt sich in seinem Schreiben an die Basis demütig, aber nicht resigniert. Vertrauen entstehe über Jahre, könne jedoch in kürzester Zeit zerstört werden, schreibt er. Weder eine Entschuldigung noch ein Amtsverzicht allein könnten den angerichteten Schaden kitten. Stattdessen wolle er sich das Vertrauen durch konkrete Arbeit zurückverdienen.
Ob die Parteibasis in NRW ihm diese Chance einräumt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.
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