AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt: Ihr "blutet das Herz" - Altkanzlerin Merkel macht Parteien eine Ansage

Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt machte Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel emotional. Wenige Tage nach der Landtagswahl äußerte sich die Altkanzlerin auf einer Digitalmesse. Dabei richtete sie deutliche Worte an andere Parteien.

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Angela Merkel äußert sich auf der Digitalmesse Digital X über den Wahlerfolg der AfD. (Foto) Suche
Angela Merkel äußert sich auf der Digitalmesse Digital X über den Wahlerfolg der AfD. Bild: picture alliance/dpa | Henning Kaiser
  • Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ließ das Herz von Angela Merkel bluten
  • Ex-Bundeskanzlerin beschreibt das Ergebnis als "Einschnitt"
  • Altkanzlerin fordert ein Umdenken bei den Parteien

Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt meldeten sich viele Politiker zu Wort, darunter Ricarda Lang. Die sonst so reserviert wirkende Altkanzlerin Angela Merkel äußerte sich wenige Tage später auf der Digitalmesse Digital X der Deutschen Telekom in Köln emotional.

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Angela Merkel wird nach AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt emotional

Sie hat das Ergebnis tief getroffen. Wenn man es "am Sonntagabend schwarz auf weiß" hat, sei das "einfach schockierend", sagte die frühere CDU-Parteichefin. Ihre Partei hatte in dem Bundesland eine herbe Niederlage eingesteckt und ihren Stimmenanteil halbiert. "Mir als CDU-Mitglied blutet das Herz", sagte die Christdemokratin, die von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin war. "Das ist ein Einschnitt, ein wirklicher Einschnitt, den wir in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erleben."

Ex-Bundeskanzlerin wünscht sich eine andere Kommunikation

Die frühere CDU-Parteichefin riet zu einer anderen Art der Kommunikation, um die Bevölkerung besser zu erreichen und Fortschritte besser zu erklären. "Die individuelle Ansprache der Bürger" sei wohl wichtiger geworden als früher, sagte Merkel. "Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie sind". Demokratische Parteien müssten jetzt stärker den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern suchen.

Gefühle statt Fakten - Merkel übt nach Siegmunds Aussage Kritik

Bedenklich findet sie, dass Fakten bei vielen Bürgern keinen so hohen Stellenwert mehr hätten und stattdessen auf Gefühle referiert werde. Als Beispiel nannte sie die nach ihrer Darstellung faktische Aussage, dass in Sachsen-Anhalt die Arbeitslosigkeit gesunken und der individuelle Wohlstand gestiegen sei. "Und dann sagt der Spitzenkandidat (der AfD Ulrich Siegmund), "kann sein, aber das wird nicht so gefühlt."

Man dürfe nicht zulassen, dass so eine Einstellung mehrheitsfähig werde, sagte Merkel. "Es war der Fortschritt der Aufklärung, dass sich die Summe der Menschen auf Fakten einigen konnte." Wenn nun das Gefühl Hoheit übernehme und Fakten nicht mehr als das Wichtigste bewertet werden, wären das zivilisatorische Rückschritte.

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/news.de/mlk/dpa

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