Donald Trump: "Hatte nicht wirklich viel Krieg" - US-Präsident empört mit "lächerlichem Vergleich"

Selbst viele Republikaner sind mit Donald Trumps Krieg gegen den Iran nicht einverstanden. Schließlich versprach er als Präsidentschaftskandidat einst, sich aus internationalen Konflikten herauszuhalten. Dennoch zeigt sich Trump weiterhin mit seiner eigenen Bilanz sehr zufrieden und zog dabei nun einen bizarren Vergleich.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump inszeniert sich weiterhin als US-Präsident, der kaum Kriege führt. (Foto) Suche
Donald Trump inszeniert sich weiterhin als US-Präsident, der kaum Kriege führt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump behauptet in einem aktuellen Interview, dass er "nicht wirklich viele Kriege" geführt habe
  • US-Präsident verweist auf die längere Dauer und höhere Opferzahlen in früheren Kriegen wie Afghanistan und dem Vietnam
  • Im Netz sorgen seine Aussagen für Empörung

Anfang der Woche soll das US-Militär einen geheimen Angriff auf eine iranische Insel in der Straße von Hormus gestartet haben. Dabei hatte Präsident Donald Trump erst vor wenigen Wochen erneut öffentlich den Friedensnobelpreis für sich eingefordert. Der Republikaner ist trotz seiner militärischen Interventionen in mehreren Ländern weiterhin davon überzeugt, dass er eine deutlich friedvollere Außenpolitik als seine Vorgänger im Weißen Haus führt.

Donald Trump inszeniert sich in Interview als Friedenspräsident

Das stellte Trump kurz vor den Kongresswahlen in einem Interview mit der "New York Post"-Kolumnisten Miranda Devine klar. Im Podcast "Pod Force One" sprach sie den US-Präsidenten darauf an, dass selbst ein Großteil seiner Anhänger mittlerweile verärgert sei. Schließlich hätten sie gedacht, dass Trump als Präsident keine Kriege beginnen würde. Der 80-Jährige widersprach: "Nun, ich hatte nicht wirklich viel Krieg, wenn man darüber nachdenkt." Es gebe zudem auch Leute, die wütend auf ihn seien, weil er den Iran nicht "komplett vernichtet" habe. Trump verwies außerdem darauf, dass die USA in früheren Kriegen wie in Afghanistan oder in Vietnam, die jeweils viele Jahre dauerten, "Hunderttausende Menschen" verloren haben. Seine eigene Bilanz falle im Vergleich viel positiver aus. Trump rühmte sich damit, dass die USA die Macht in Venezuela übernommen hätten und es bei diesem Krieg keine eigenen Opfer gegeben habe. Nach sieben Monaten Krieg im Iran habe man ebenfalls nur 18 Soldaten verloren. Aktuellen Berichten aus dem Oktober zufolge ist die Opferzahl im Iran-Krieg jedoch bereits auf mindestens 21 gestiegen, zudem gab es auf US-Seite auch Hunderte Verwundete.

Empörung über Aussagen des US-Präsidenten zum Iran-Krieg

Auf X (vormals Twitter) bekommt Trump für seine Darstellung viel Gegenwind. In Kommentaren zu einem Interviewausschnitt, den der Kanal "Republicans against Trump" teilte, heißt es unter anderem:

  • "Sag das mal den Angehörigen der Toten und Verletzten oder den Familien, die aus Angst vor den amerikanischen Stützpunkten fliehen mussten, du verdammter Clown."
  • "Es ist schwer, 21 Jahre Krieg in 18 Monate zu packen. Was für ein lächerlicher Vergleich."
  • "Einundzwanzig Amerikaner getötet. 865 verwundet. 47,1 Milliarden Dollar ausgegeben. Hunderte von Gebäuden auf US-Stützpunkten im gesamten Nahen Osten beschädigt oder zerstört. Und nachdem er diesen Krieg ohne einen glaubwürdigen Plan für die Zukunft begonnen hat, hat Trump die Frechheit, ihn als 'sehr kleinen Krieg' zu bezeichnen. Was für ein katastrophales Versagen der Führung. Trump versprach keine neuen Kriege. Jetzt kann er nicht einmal die Verantwortung für den einen übernehmen, den er selbst begonnen hat."
  • "Die Realität eines Krieges hängt nicht von seiner Dauer ab. Dieser Typ beweist mal wieder, dass er ein absoluter, verdammter Idiot ist."
  • "Hat er nicht gesagt, sie hätten den Iran 'buchstäblich ausgelöscht'? Und jetzt gibt er zu, dass sie den Iran nicht vollständig vernichtet haben. Das wussten wir natürlich alle schon, aber er hat immer wieder herumgeschrien, der Iran sei ausgelöscht worden. Was für ein Trottel."
  • "Zu all dem Unsinn kommt noch hinzu, dass er bei der Anzahl der Monate schummeln will. Der Krieg begann am 28. Februar, das heißt, am 28. Oktober sind wir in den neunten Monat eingetreten.

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