US-Friedensplan für die Ukraine: Trump-Team lockt Putin mit Milliarden – doch der Plan hat einen Haken

Milliarden für Moskau, günstigere Energie für Europa und ein Ende des Ukraine-Kriegs: Ein US-Vorschlag soll den Weg zum Frieden ebnen. Doch der Plan hat einen entscheidenden Haken – und ein Experte warnt vor Putins eigentlichen Zielen.

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Putin vor neuen Verhandlungen: Wie ein Gas-Deal den Ukraine-Krieg beeinflussen soll. (Foto) Suche
Putin vor neuen Verhandlungen: Wie ein Gas-Deal den Ukraine-Krieg beeinflussen soll. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Mikhail Metzel
  • Neue Friedenshoffnung: Putin signalisiert Bereitschaft zu weiteren Gesprächen mit der Ukraine und den USA
  • Umstrittener Gas-Deal: Washington will russische Gaslieferungen nach Europa offenbar wieder ermöglichen
  • Düstere Prognose: Ein Experte bezweifelt, dass wirtschaftliche Anreize den Kreml zum Einlenken bewegen

Neue Gespräche, ein milliardenschweres Energiegeschäft und die Aussicht auf ein Ende des Ukraine-Kriegs: Washington setzt offenbar auf einen ungewöhnlichen Hebel, um Moskau an den Verhandlungstisch zu bringen. Doch während der Kreml Gesprächsbereitschaft signalisiert, regt sich in Europa Widerstand. Ein Experte warnt zudem davor, Putins eigentliche Ziele zu unterschätzen.

Ukraine-Krieg: Putin signalisiert Bereitschaft zu neuen Gesprächen

In der vergangenen Woche kam Bewegung in die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs. US-Sondergesandter Steve Witkoff traf am Mittwoch in St. Petersburg Kremlchef Wladimir Putin. Bereits am Vortag hatte er in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen.

Anschließend erklärte Putin-Berater Juri Uschakow, Russland sei "grundsätzlich bereit", im November erneut mit der Ukraine und den USA zu verhandeln. Doch hinter den Signalen steckt ein umstrittener Vorschlag aus Washington.

Milliarden für Putin: US-Plan setzt auf russische Gaslieferungen

Wie die "New York Times" berichtete, sollen Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner vorgeschlagen haben, ukrainische Gas-Pipelines nach Europa wieder in Betrieb zu nehmen. Die erhoffte Rechnung: Russland verdient Milliarden mit Gasexporten, die Ukraine kassiert Durchleitungsgebühren und Europa profitiert von günstigeren Energiepreisen.

Der Kreml begrüßte die Idee. "Die Wiederaufnahme der Energiezusammenarbeit in jeder Form liegt in unserem Interesse", erklärte Sprecher Dmitri Peskow.

Auch Kiew könnte sich dem Vorhaben kaum entziehen, vermutet Osteuropa-Experte Andreas Umland vom Europäischen Politikinstitut Kyjiw: "Das Interesse Kiews an einem sofortigen Kriegsende ist inzwischen so hoch, dass Kiew vermutlich auch eine erzwungene neue Wirtschaftskooperation mit Russland beim Gastransport in Kauf nehmen würde", sagt er zu "Bild".

Russische Gasimporte: Warum Europa den Deal blockieren könnte

Der Vorschlag steht allerdings im Widerspruch zum Kurs der Europäischen Union. Die EU hat ein schrittweises Verbot russischer Gasimporte beschlossen. Für Flüssiggas soll es ab dem 1. Januar 2027 vollständig gelten, für Pipeline-Gas spätestens ab dem 1. November 2027.

Zudem haben zahlreiche europäische Staaten ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen seit Beginn des russischen Angriffskriegs reduziert. Energiesicherheitsexperte Frank Umbach von der Universität Bonn sieht deshalb wenig Anlass, Moskau wirtschaftlich entgegenzukommen. "Wir brauchen eigentlich so gut wie gar kein russisches Gas", betont er gegenüber "Bild". Günstigere Energiepreise könnten zudem einen hohen politischen Preis haben: "Das heißt, wir müssten uns russischen Interessen unterwerfen."

Putin fordert Gebietsgewinne: Experte warnt vor Verhandlungstheater

Ein Gasgeschäft allein dürfte den Konflikt ohnehin kaum lösen. Russland kontrolliert weiterhin große Teile des ukrainischen Staatsgebiets und fordert zusätzliche territoriale Zugeständnisse von Kiew. Die Differenzen gehen damit weit über wirtschaftliche Fragen hinaus.

Osteuropa-Experte Andreas Umland rechnet deshalb nicht mit einem schnellen Durchbruch bei den für November in Aussicht gestellten Gesprächen. Er befürchtet, Moskau werde seine bisherige Verhandlungstaktik fortsetzen: "Leider ist bislang nur zu erwarten, dass Moskau im November sein Verhandlungstheater von 2025 fortsetzen wird", erklärt der Experte im Gespräch mit "Bild".

Wie lukrativ das frühere Energiegeschäft für Russland war, zeigt ein Blick zurück: Allein Deutschland überwies 2021 insgesamt 19,4 Milliarden Euro für russisches Öl und Gas. Doch selbst milliardenschwere Einnahmen dürften Putin nach Einschätzung Umlands kaum zum Einlenken bewegen. Entscheidend seien vielmehr die russischen Großmachtansprüche und territorialen Ziele.

Ein neues Gasgeschäft wäre für den Kreml demnach allenfalls ein Zusatzgewinn – und für Putin "eine Art Sahnehäubchen auf einer ukrainischen Teilkapitulation gegenüber Russland."

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