Ukraine-Krieg aktuell: Putin bloßgestellt – kremlnaher Experte räumt russischen Rückzug ein
Ungewöhnlich deutliche Worte aus Russlands Kriegs-TV: Ein kremlnaher Militärexperte räumt Rückschläge an der Ukraine-Front ein. Russische Truppen hätten Positionen verloren – und sogar bis zu sechs Kilometer an Boden eingebüßt. Besonders brisant: Er warnt vor Lügen, die bis in den Kreml gelangen.
Von news.de-Redakteurin Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Viktor Baranets spricht in TV-Interview offen über russische Rückschläge
- Der Z-Korrespondent warnt vor geschönten Meldungen an die Militärführung
- Besonders brisant: Falsche Informationen könnten laut ihm sogar den Kreml erreichen
Russland präsentiert den Ukraine-Krieg seit Jahren als Abfolge militärischer Erfolge. Doch nun klingt es selbst aus dem russischen Propaganda-Apparat ungewöhnlich nüchtern. Der kremlnahe Militärjournalist Viktor Baranets spricht offen über Rückschläge an der Front – und warnt zugleich vor einem noch größeren Problem: Lügen, die bis in die Führungsspitze gelangen könnten.
Russischer Kriegsreporter räumt Rückzug in der Ukraine ein
Anton Gerashchenko teilte auf X einen kurzen Videoausschnitt aus einem russischen TV-Interview. Darin spricht Baranets ungewöhnlich offen über die Lage an der Front.
"Lassen Sie uns ehrlich sein. Wir sind zurückgefallen. An manchen Stellen um drei Kilometer, an anderen um sechs Kilometer. Wir haben sogar Positionen aufgegeben, die wir zuvor gehalten haben", erklärte Baranets während seines TV-Auftritts.
Damit widerspricht der Auftritt zumindest indirekt dem Bild stetiger russischer Geländegewinne. Aktuelle Analysen beschreiben vielmehr einen zähen Frontverlauf mit nur langsamen russischen Vorstößen und lokalen ukrainischen Erfolgen.Z-military correspondent Viktor Baranets: "Let’s be honest. We’ve fallen back. In some places by three kilometers, in others by six kilometers. We’ve even withdrawn from positions we previously held." https://t.co/RgoTIdJzyV
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) October 6, 2026
Baranets warnt vor Lügen bis in den Kreml
Doch Baranets belässt es nicht bei der Beschreibung militärischer Rückschläge. Laut Gerashchenkos Zusammenfassung kritisiert der russische Militärjournalist jene, die aus Karrieregründen schlechte Nachrichten beschönigen.
Er warnt vor Personen, die für neue Ränge oder Posten "Lügen die Befehlskette hinaufmelden". Konkret ging es dabei um falsche Meldungen über die Lage in Kupjansk und Lyman, die laut den Berichten bis zum Kreml weitergegeben worden seien.
Z-Korrespondent mit deutlicher Botschaft: "Wir müssen die Wahrheit sagen"
Baranets fordert deshalb mehr Offenheit über die tatsächliche Situation an der Front. Krieg bedeute schließlich nicht, jeden Tag Gelände zu erobern. Vielmehr könne man heute vorrücken und am nächsten Tag wieder zurückweichen.
Seine Botschaft ist damit bemerkenswert deutlich: "Wir müssen die Wahrheit sagen." Gerade für Kommandeure könne das allerdings riskant sein, räumt der russische TV-Mann ein. Spannend bleibt derweil, wie Wladimir Putin auf die ungewöhnlich offenen Worte seines kremlnahen Kommentators reagieren wird.
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sba/bua/news.de
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