News aus dem Ukraine-Krieg: Konstantin Polezhajew ist tot – Russen-Politiker fällt Putins Krieg zum Opfer
Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine hat ein weiteres prominentes Todesopfer gefordert: Der ehemalige Bürgermeister von Belgorod, Konstantin Polezhajew, ist tot. Nach einem Korruptions-Urteil war er für die russische Armee in den Krieg gezogen. Nun wurde sein Tod bestätigt – doch die Umstände bleiben rätselhaft.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Putins Ukraine-Krieg fordert prominentes Opfer
- Konstantin Polezhajew ist tot – Angehörige bestätigen seinen Tod im Krieg
- Der Ex-Bürgermeister war wegen Bestechlichkeit zu fünf Jahren Haft verurteilt worden
- Ob er tatsächlich an der Front kämpfte, bleibt nach widersprüchlichen Berichten offen
Der frühere Bürgermeister der russischen Stadt Belgorod, Konstantin Polezhajew, ist im Krieg gegen die Ukraine ums Leben gekommen. Angehörige des Ex-Politikers bestätigten seinen Tod gegenüber dem in Belgorod ansässigen Medium "Fonar", wie die "Ukrainska Prawda" am 22. September berichtete. Nähere Umstände zu seinem Tod wurden zunächst nicht bekannt.
Konstantin Polezhajew ist tot: Ex-Bürgermeister von Belgorod stirbt im Ukraine-Krieg
Polezhajew war 2024 wegen Korruption zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Um dem Gefängnis zu entgehen, schloss er einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium ab und wurde offiziell an die Front geschickt. Ob er dort tatsächlich im Einsatz war, ist allerdings umstritten. Auch auf der Plattform X verbreitete sich die Nachricht über den Tod des ehemaligen Kommunalpolitikers rasch.
Ehemaliger Russen-Politiker nach umstrittenem Wiederaufbau entlassen
Polezhajew stand von 2015 bis 2019 an der Spitze der Stadtverwaltung von Belgorod. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt übernahm er den Posten des stellvertretenden Gouverneurs der Oblast Belgorod, zuständig für den Bereich Wohnungswesen und kommunale Versorgung.
In dieser Funktion verantwortete er unter anderem den Wiederaufbau der Ortschaften Schebekino und Nowaja Tawolschanka, die durch Angriffe beschädigt worden waren. Die Qualität der Rekonstruktionsarbeiten fiel jedoch derart mangelhaft aus, dass Polezhajew im Sommer 2023 seines Amtes enthoben wurde.
Kurz nach seiner Entlassung geriet der ehemalige Vizegouverneur ins Visier der Justiz. Die Ermittler nahmen ihn wegen des Verdachts fest, Bestechungsgelder in Form von Fahrzeugen im Wert von 17 Millionen Rubel – umgerechnet mehr als 200.000 US-Dollar – angenommen zu haben.
Fünf Jahre Haft – doch Polezhajew wählte die Front
Im August 2024 verurteilte ein Gericht den früheren Funktionär zu fünf Jahren in einer Strafkolonie mit verschärften Haftbedingungen. Doch statt seine Strafe abzusitzen, nutzte Polezhajew einen Ausweg, den das russische System zunehmend häufig bietet.
Während seiner Inhaftierung unterzeichnete er laut dem in Lettland ansässigen russischen Nachrichtenportal "Meduza" einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium. Damit wurde er offiziell als Kämpfer in den Krieg gegen die Ukraine entsandt. Auf der Plattform X schrieb der Account "WarTranslated", Polezhajew habe den Vertrag für die "militärische Spezialoperation" noch kurz vor seiner Verurteilung unterschrieben, um der Haftstrafe zu entgehen.
Former Mayor of Belgorod Konstantin Polezhayev has been killed at the front. Back in 2024, he was sentenced to 5 years in prison for corruption. However, wanting to avoid prison time, he signed a contract for the "special military operation" shortly before sentencing. pic.twitter.com/VVZmwUeXF7
— WarTranslated (@wartranslated) September 22, 2026
Kämpfte Polezhajew wirklich an der Front?
Trotz des offiziellen Vertrags mit dem Verteidigungsministerium gibt es erhebliche Zweifel daran, dass der Ex-Bürgermeister tatsächlich im Kampfgebiet eingesetzt wurde. Mehrere Medien berichteten laut "Ukrainska Prawda", dass Polezhajew lediglich auf dem Papier der Mobilisierungsreserve-Einheit BARS zugeordnet gewesen sei. Demnach habe er dort nur nominell "gedient", ohne jemals wirklich an Kampfhandlungen teilgenommen zu haben.
Wie genau Polezhajew letztlich ums Leben kam, bleibt bislang unklar. Seine Angehörigen bestätigten gegenüber "Fonar" zwar seinen Tod im Zusammenhang mit dem Krieg, machten jedoch keine weiteren Angaben zu den näheren Umständen. Die Diskrepanz zwischen dem gemeldeten Fronttod und den Berichten über einen rein formalen Dienst wirft Fragen auf, die bisher unbeantwortet bleiben.
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sba/loc/news.de/stg
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