Öl-Rückschlag für Wladimir Putin: Feuerball über Samara - Ukraine-Treffer verschärft Putins Treibstoff-Problem

Schon wieder Feuer in einer russischen Ölraffinerie! Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zu Dienstag die wichtige Kuibyshev-Anlage in Samara getroffen. Für Kremlchef Wladimir Putin kommt der Angriff zur Unzeit: Russlands Raffinerien kämpfen bereits mit massiven Ausfällen.

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Wie wird Wladimir Putin auf die jüngsten Ukraine-Angriffe reagieren? (Foto) Suche
Wie wird Wladimir Putin auf die jüngsten Ukraine-Angriffe reagieren? Bild: picture alliance/dpa/Kremlin Pool Planet Pix via ZUMA Press Wire | Mikhail Metzel
  • Putins Treibstoff-Problem wird immer größer
  • Ukraine greift erneut wichtige Rosneft-Raffinerie in Samara an
  • Feuer bricht nach Drohnenattacke auf dem Gelände aus
  • Trump fordert Stopp der Angriffe – Selenskyj stellt Bedingungen

Feuerball über Samara! Für Wladimir Putin wird der Kampf um Russlands Ölversorgung immer brenzliger. In der Nacht zu Dienstag haben dutzende ukrainische Drohnen Industrieziele in der russischen Oblast Samara attackiert – mit verheerenden Folgen für eine der größten Ölraffinerien der Region. An der Kuibyshev-Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Rosneft brach nach dem Beschuss ein massives Feuer aus, wie das russische Nachrichtenportal "Astra" unter Berufung auf Augenzeugenvideos berichtete.

Nächster Öl-Schlag gegen Putin: Ukraine attackiert wichtige Rosneft-Raffinerie

Samaras Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischew bestätigte Schäden an Industriebetrieben. Auch Privathäuser und Fahrzeuge seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Über Verletzte oder Todesopfer machte er keine Angaben.

Der Angriff reiht sich ein in eine seit Monaten eskalierende ukrainische Offensive gegen Russlands Raffinerieinfrastruktur – eine Kampagne, die nach Einschätzung von Analysten die russische Ölverarbeitung auf ein historisches Tief gedrückt hat.

Darum ist der Ukraine-Treffer besonders schmerzhaft für Putin

Die getroffene Anlage zählt zu den bedeutendsten Raffinerien in der Region Samara. Ihre nominelle Verarbeitungskapazität liegt der "Kyiv Post" zufolge bei sieben Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Im vergangenen Jahr wurden dort tatsächlich 4,7 Millionen Tonnen verarbeitet – daraus entstanden rund 800.000 Tonnen Benzin, 1,4 Millionen Tonnen Diesel sowie 1,3 Millionen Tonnen Heizöl.

Für die Kuibyshev-Raffinerie ist es nicht der erste Angriff dieser Art. Bereits im Juni hatten ukrainische Drohnen die Rosneft-Anlage ins Visier genommen. Damals musste die Verarbeitung nach Informationen von "Reuters" vorübergehend komplett eingestellt werden – Branchenquellen bestätigten der Nachrichtenagentur den Betriebsstopp. Ob der jüngste Treffer ähnlich schwerwiegende Ausfälle nach sich zieht, ist noch unklar.

Russlands Ölverarbeitung im freien Fall

Der Angriff auf Samara ist kein Einzelfall, sondern Teil einer systematischen Zermürbungsstrategie. Seit Jahresbeginn 2026 hat die Ukraine russische Raffinerien mehr als 70 Mal attackiert. Dutzende Anlagen mussten den Betrieb einstellen, im August befanden sich sechs große Raffinerien gleichzeitig in der Reparatur.

Die Konsequenzen sind drastisch: Laut dem Analyseunternehmen EA Analytics ist die russische Ölverarbeitung auf den tiefsten Stand seit 2002 gefallen. Der Einbruch hat zu Treibstoffengpässen im Land geführt und Moskau dazu gezwungen, den Export von Kraftstoffen einzuschränken – ein bemerkenswerter Schlag gegen eine Volkswirtschaft, deren Staatshaushalt maßgeblich von Öl- und Gaseinnahmen abhängt.

Trump fordert Selenskyj zum Stopp der Raffinerie-Angriffe auf

Auch in Washington ist die Wirkung der ukrainischen Raffinerie-Kampagne nicht unbemerkt geblieben. US-Präsident Donald Trump erklärte am gestrigen Montag, die wiederholten Angriffe hätten einen erheblichen Teil der russischen Verarbeitungskapazität ausgeschaltet. Russland habe "die Kontrolle" über seine Dieselproduktion verloren, so Trump.

Gleichzeitig drängt der US-Präsident seit Längerem darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Attacken auf russische Ölanlagen einstellt. Trump hat diese Forderung wiederholt an Kiew gerichtet – bislang ohne durchschlagenden Erfolg, wie der jüngste Großangriff auf die Kuibyshev-Raffinerie eindrücklich zeigt.

Selenskyj stellt Bedingungen für einen Stopp

Der ukrainische Präsident zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit – allerdings nicht ohne Gegenleistung. Selenskyj erklärte, Kiew sei zu einer Deeskalation bereit. Ein Ende der Angriffe auf russische Raffinerien komme jedoch nur infrage, wenn Moskau im Gegenzug seine eigenen Attacken auf die ukrainische Energieinfrastruktur und kritische Einrichtungen einstelle.

Die Position macht deutlich, dass die Raffinerie-Offensive aus Kiewer Sicht kein Selbstzweck ist, sondern als Druckmittel dient. Solange Russland systematisch ukrainische Energieanlagen bombardiert, will die Ukraine den Gegner dort treffen, wo es wirtschaftlich am meisten schmerzt. Trumps Appelle verhallen damit vorerst – und die Drohnen fliegen weiter Richtung Osten.

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