Wladimir Putin: Putins Kriegsmaschine vor dem Kollaps? Ukraine prophezeit Russland das Kriegsende

Russlands Kriegsmaschine läuft noch – doch ihre Zeit könnte ablaufen. Der ukrainische Geheimdienstchef Oleh Ivashchenko sieht Moskaus militärische und wirtschaftliche Reserven spätestens 2028 erschöpft. Besonders die hohen Verluste und wachsenden Wirtschaftsprobleme setzen Putin unter Druck.

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Ist Russland schon bald am Ende? Wladimir Putin gehen laut Ukraine-Angaben bald die Kriegs-Ressourcen aus. (Foto) Suche
Ist Russland schon bald am Ende? Wladimir Putin gehen laut Ukraine-Angaben bald die Kriegs-Ressourcen aus. Bild: picture alliance/dpa/Pool EPA vai AP | Maxim Shipenkov
  • Ukraine sieht Russlands Kriegs-Ressourcen spätestens 2028 erschöpft
  • Mehr als 1,5 Millionen russische Verluste seit Beginn der Vollinvasion
  • Drohnenangriffe setzen russische Ölindustrie massiv unter Druck

Russlands Fähigkeit, den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen, hat ein Ablaufdatum – zumindest nach Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstchefs. Generalleutnant Oleh Ivashchenko erklärte gegenüber der britischen "Times", dass Moskaus militärische und ökonomische Kapazitäten spätestens 2028 erschöpft sein dürften.

Ukrainischer Geheimdienstchef Oleh Ivashchenko behauptet: Der Krieg wird spätestens 2028 enden

"Russland verfügt über militärische und wirtschaftliche Ressourcen für das nächste Jahr, aber wir schätzen, dass es 2028 enden wird", sagte Ivashchenko in der Zentrale des ukrainischen Militärgeheimdienstes in Kiew. Als Hauptgründe nannte er die enormen Truppenverluste, eine am Boden liegende Kampfmoral sowie gravierende wirtschaftliche Probleme.

In einem weiteren Interview bekräftigte der Geheimdienstchef, dass Russlands Ressourcen möglicherweise noch "bis 2027 oder 2028" reichen könnten – danach sei Schluss.

Hohe Verluste setzen Russlands Armee unter Druck

Die Zahlen, die Ivashchenko präsentierte, zeichnen ein düsteres Bild für den Kreml. Seit Beginn der Vollinvasion 2022 hat Russland demnach über 1,5 Millionen Soldaten verloren – darunter bis zu 450.000 Gefallene. Westliche Nachrichtendienste stützen diesen Trend und gehen davon aus, dass Moskau monatlich 6.000 Soldaten mehr verliert, als es rekrutieren kann.

"Russland wirbt täglich etwa 1.000 Menschen an, manchmal 1.200 – aber schauen Sie sich die Verlustzahlen an", erläuterte der Generalleutnant. "Gestern waren es 1.410, vorgestern 1.511. Davon fallen rund 60 Prozent im Kampf." Die Rechnung geht also schlicht nicht auf.

Sollte der Krieg weitere 18 Monate andauern, wären laut diesen Statistiken rund 765.800 zusätzliche russische Verluste zu erwarten – davon knapp 460.000 Tote.

"Niemand will kämpfen": Geheimdienstchef kritisiert Putin

Die massiven Verluste schlagen sich laut Ivashchenko unmittelbar auf die Stimmung nieder – sowohl an der Front als auch in der russischen Gesellschaft. "Die Moral ist sehr niedrig, weil niemand kämpfen will", stellte er fest. Auch in der Zivilbevölkerung sei die Kriegsbegeisterung weitgehend verflogen: "Die meisten Menschen wollen eigentlich keinen Krieg."

Für den russischen Präsidenten fand der Geheimdienstchef dabei ungewöhnlich deutliche Worte. Er bezeichnete Putin als "subnormal", weil dieser unter solchen Umständen weiterhin Krieg führe. "Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse über eine Person, die andere Menschen töten will, um deren Territorium zu erobern", so Ivashchenko.

40 Prozent der russischen Raffinerien lahmgelegt

Neben den personellen Engpässen setzt die Ukraine gezielt auf die wirtschaftliche Auszehrung des Gegners. Kiews Strategie konzentriert sich seit Langem auf Langstrecken-Drohnenangriffe gegen Raffinerien, Öllager, Fabriken und Tanker. Mit Erfolg: Laut "Kyiv Independent" wurden mittlerweile rund 40 Prozent der russischen Ölraffinerie-Kapazitäten außer Gefecht gesetzt – mit der Folge von Treibstoffknappheit sowie einem Exportverbot für Diesel und Benzin.

Ivashchenko benannte gegenüber einer ukrainischen Nachrichtenagentur die zentralen Schwachstellen der russischen Wirtschaft: "Die Hauptprobleme sind ein Mangel an Arbeitskräften, ein wachsendes Haushaltsdefizit und eine sich verschlechternde Lage im Bankensystem." Gleichzeitig räumte er ein, dass Moskau derzeit noch über ausreichende Mittel für die Kriegsführung verfüge.

Drohnenkrieg verschärft den Druck auf Putin

Wie wirksam die ukrainische Strategie der Langstreckenangriffe ist, zeigte sich erst in dieser Woche erneut. Berichten zufolge trafen ukrainische Streitkräfte bei einer nächtlichen Operation eine Ölraffinerie in Rostow am Don sowie drei russische Luftabwehrstellungen. Nur wenige Tage zuvor war bereits ein Brand in der Raffinerie von Rjasan gemeldet worden. Sie zählt zu den größten Ölverarbeitungsanlagen des Landes.

Doch auch Russland setzt seinen Drohnenkrieg gegen zivile Ziele fort. In Pawlohrad in der Region Dnipropetrowsk traf eine russische Drohne ein Einkaufszentrum und tötete fünf Menschen, 67 weitere wurden verletzt. Der Angriff ereignete sich laut Innenminister Iwan Wyhiwskyj, "als die Straßen voller Menschen waren". Präsident Selenskyj warf Moskau vor, mit Drohnen gezielt Menschen in der Nähe von Einkaufszentren zu töten.

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