Wladimir Putin: Neue Fluchtwelle erschüttert Putin - Russen fliehen, bevor es zu spät ist 

Drohnen über Moskau, Angst vor Mobilmachung: Immer mehr Russen fliehen Berichten zufolge vor Wladimir Putins Krieg – aus Furcht, dass sie selbst zum Ziel werden oder plötzlich an die Front müssen.

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Russen ziehen die Reißleine: Flucht vor Putin nimmt dramatisch zu. (Foto) Suche
Russen ziehen die Reißleine: Flucht vor Putin nimmt dramatisch zu. Bild: picture alliance/dpa/Pool EPA vai AP | Maxim Shipenkov
  • Russen fliehen vor Wladimir Putin
  • Immer mehr Russen verlassen das Land aus Angst vor dem Krieg
  • Viele Russen wollen einer möglichen neuen Einberufung zuvorkommen

Drohnen über Moskau, Angst vor einer neuen Mobilisierung und die Sorge vor weiteren Angriffen: Für immer mehr Russen wird das Leben unter Wladimir Putin zum Risiko. Viele ziehen deshalb die Reißleine – und verlassen das Land, bevor es zu spät ist.

Drohnen-Hagel erschüttert Moskau am Wahltag: Kreml kündigt verschärfte Gegenschläge an

Ausgerechnet am letzten Tag der russischen Parlamentswahl wurde Moskau von einer massiven ukrainischen Drohnenwelle getroffen. Nach Angaben russischer Behörden wurden mehr als 1.600 Drohnen abgefangen, rund 450 davon auf dem Weg in Richtung Hauptstadt. Eine Ölraffinerie wurde beschädigt, Menschen starben. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach vom größten Drohnenangriff auf die Hauptstadt.

Der Kreml kündigte prompt Vergeltung an. "Als Antwort auf die Angriffe des Kiewer Regimes auf zivile Ziele in Russland wird die russische Armee ihre präzisen Schläge gegen militärische Ziele in Kiew fortsetzen und intensivieren", erklärte das russische Verteidigungsministerium.

Für viele Russen dürfte die Botschaft dahinter klar sein: Der Krieg bleibt nicht fern. Er kommt näher.

Panikwelle treibt Russen massenhaft ins Ausland

Schon vor dem jüngsten Drohnen-Großangriff wuchs die Angst. Laut dem Anti-Kriegs-Projekt Ark haben sich die Anfragen nach Hilfe bei einer Auswanderung seit Juli nahezu verachtfacht. Besonders häufig suchen Menschen nach Informationen zu den Themen "Ausreise" und "Mobilisierung".

Jan Slovitsky vom Ark-Projekt beschreibt die Stimmung laut "Express" so: "Seit Mitte Juli wächst in Russland eine Panikwelle, die mit dem Risiko einer Mobilisierung, Treibstoffengpässen und fehlendem Internetzugang zusammenhängt." Viele würden vorsorglich das Land verlassen, weil sie die Erfahrungen früherer Ausreisewellen noch im Gedächtnis hätten.

Digitale Einberufung wird zur Ausreisefalle

Ein weiterer Faktor beschleunigt die Flucht: Wie "news.com.au" berichtet, löst ein elektronisches Einberufungsregister inzwischen automatisch Ausreisesperren aus. Wer einen digitalen Einberufungsbefehl zugestellt bekommt, darf Russland nicht mehr verlassen – ganz ohne dass ein Beamter persönlich vor der Tür stehen muss. Für viele Russen tickt damit buchstäblich die Uhr.

Genau das treibt immer mehr Menschen dazu, das Land zu verlassen, bevor ihr Name im System auftaucht. Slovitsky warnt bereits vor den Folgen für die Aufnahmeländer: "Armenien steht vor einer Migrationskrise, wenn wir nicht schon mittendrin stecken." Die Kapazitäten in Jerewan stoßen offenbar zunehmend an ihre Grenzen.

Europas Geheimdienste warnen – und Russlands Bürger hören mit

Die Fluchtbewegung wird zusätzlich durch Signale aus dem Westen befeuert. Europäische Geheimdienste haben zuletzt davor gewarnt, dass der Kreml seinen Krieg gegen die Ukraine weiter eskalieren und dabei auch Nato-Staaten ins Visier nehmen könnte, die Kiew unterstützen. Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs bekräftigten, dass sich Moskaus Konfrontationskurs gegenüber dem Westen verschärfen werde.

Was als Warnung an westliche Verbündete gedacht ist, entfaltet eine unbeabsichtigte Wirkung innerhalb Russlands selbst: Die Befürchtung, dass eine Ausweitung des Konflikts unweigerlich neue Mobilisierungswellen nach sich ziehen wird, wächst in der Bevölkerung. Für viele Russen ist das ein weiteres Argument, das Land zu verlassen – solange die digitale Einberufungsfalle noch nicht zugeschnappt hat.

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