Wladimir Putin: Russen-Angriff bricht komplett zusammen - Kremlchef muss Rückschlag hinnehmen

Muss Wladimir Putin einen weiteren Rückschlag einstecken? Einer Analyse zufolge haben seine Truppen rund 200 Quadratkilometer verloren, der nördliche Angriff bei Lyman ist kollabiert. Die Kreml-Offensive tritt auf der Stelle.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wladimir Putin muss einen weiteren Rückschlag im Ukraine-Krieg hinnehmen. (Foto) Suche
Wladimir Putin muss einen weiteren Rückschlag im Ukraine-Krieg hinnehmen. Bild: picture alliance/dpa/Pool EPA vai AP | Maxim Shipenkov
  • Wladimir Putins Offensive kollabiert laut Bericht
  • Ukraine-Krieg: Putin-Truppen treten seit Monaten auf der Stelle
  • Kreml-Blogger zeichnen dramatisches Bild
  • Wladimir Putin will plötzlich reden - aber wie ernsthaft?

Die ukrainischen Streitkräfte haben bei Lyman einen bemerkenswerten Erfolg erzielt: Nach monatelangen Gegenangriffen mussten sich russische Truppen aus einem Gebiet von rund 200 Quadratkilometern zurückziehen. Das bestätigen übereinstimmend der OSINT-Analyst Clément Molin sowie das Institute for the Study of War (ISW). Es wäre nicht der einzige Rückschlag für Wladimir Putin - zuletzt wurde über den Angriff auf mehrere russische Kriegsschiffe berichtet. Zudem hieß es in einem Bericht, der Kremlchef werde von seinen Militärs nur unzureichend über die Lage im Ukraine-Krieg unterrichtet.

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Wladimir Putins Offensive kollabiert laut Bericht

Der Rückzug hat weitreichende Konsequenzen. Wladimir Putins Vorhaben, über eine nördliche Achse Druck auf den städtischen Raum Slowjansk-Kramatorsk aufzubauen, wäre damit empfindlich gestört. Der russische Vorsprung nördlich von Lyman ist nach Einschätzung des ISW praktisch in sich zusammengefallen - und mit ihm die Pläne der russischen Militärführung, den ukrainischen Festungsgürtel in der Oblast Donezk großräumig von den Gebieten Lyman und Dobropillja aus einzukesseln.

Ukraine-Krieg: Putin-Truppen treten seit Monaten auf der Stelle

Das ISW zeichnet ein ernüchterndes Bild für Moskau: Seit März 2026 haben russische Streitkräfte praktisch keine Nettogewinne mehr erzielt. Die ukrainische Seite konnte im Winter und Frühjahr 2026 hingegen mehr als 745 Quadratkilometer in den Oblasten Donezk, Dnipropetrowsk und Saporischschja zurückerobern - die jüngsten Geländegewinne bei Lyman noch nicht eingerechnet.

Besonders bezeichnend: Russische Einheiten kämpfen weiterhin darum, die schwer befestigten Städte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka überhaupt zu erreichen - geschweige denn einzunehmen. In Kostjantyniwka, der südlichsten Stadt des Festungsgürtels, gelangen zwar taktische Vorstöße, doch seit dem ersten Eindringen im Oktober 2025 konnte die Stadt nicht vollständig erobert werden. Beim gegenwärtigen Vormarschstempo, so das ISW, würde Russland die Oblast Donezk frühestens 2032 unter Kontrolle bringen - falls überhaupt.

Kreml-Blogger zeichnen dramatisches Bild

Die Lage bei Lyman offenbart nicht nur militärische Schwächen, sondern auch tiefgreifende strukturelle Probleme innerhalb der russischen Streitkräfte. Laut "Nexta" berichten pro-russische Kriegskanäle, dass der Vorsprung nördlich von Lyman faktisch kollabiert sei. Einzelne Einheiten seien möglicherweise von ihren Nachschubwegen am Boden abgeschnitten worden.

Besonders brisant: Russische Militärblogger machen einmal mehr "systematische Lügen in Berichten an die höhere Führung" und ein verfälschtes Lagebild für das Debakel verantwortlich. Es ist nicht das erste Mal, dass kremlnahe Kommentatoren diesen Vorwurf erheben - doch er wiegt schwer, weil er nahelegt, dass Moskaus Entscheidungsträger auf Grundlage geschönter Informationen operieren.

Wladimir Putin will plötzlich reden - aber wie ernsthaft?

Vor diesem Hintergrund lässt aufhorchen, dass Moskau nun möglicherweise doch Bereitschaft zu Dreiergesprächen mit den USA und der Ukraine signalisiert. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am 13. September, Russland rechne "in absehbarer Zukunft" mit trilateralen Verhandlungen. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow ergänzte, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihre Bereitschaft zur Ausrichtung des Treffens bestätigt. Über die Zusammensetzung der russischen Delegation werde Wladimir Putin persönlich entscheiden.

Sowohl der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als auch US-Unterhändler drängen weiterhin auf ein solches Treffen. Allerdings mahnt die Vorgeschichte zur Vorsicht: Laut ISW hat der Kreml trilaterale Formate in der Vergangenheit entweder abgelehnt, bewusst verschleppt oder lediglich Vertreter niedrigerer Ebenen entsandt. Welches Niveau Putins Delegation diesmal haben wird, bleibt offen.

Wladimir Putin will am Verhandlungstisch holen, was auf dem Schlachtfeld scheitert

Das ISW ordnet die russische Gesprächsbereitschaft unmissverständlich ein: Moskau versuche, die USA dazu zu bewegen, die Ukraine zur Abtretung von Territorium zu zwingen, das russische Streitkräfte militärisch nachweislich nicht erobern können. Ziel dieser kognitiven Kriegsführung sei es, den Westen dazu zu bringen, schwer verteidigte Gebiete kampflos preiszugeben - und Wladimir Putin damit den enormen Aufwand zu ersparen, den eine militärische Einnahme erfordern würde.

Die Konsequenzen einer solchen Gebietsabtretung wären laut ISW gravierend: Russland erhielte strategisch weit vorteilhaftere Ausgangspositionen, um seine Aggression gegen die Ukraine zu einem selbst gewählten Zeitpunkt wiederaufzunehmen. Denn am langfristigen Ziel des Kremls habe sich nichts geändert - Putin und andere hochrangige Vertreter signalisierten weiterhin, dass Moskau die Kontrolle über die gesamte Ukraine anstrebe, nicht nur über deren südliche und östliche Regionen.

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