Brisanter Ostsee-Vorfall: Öl-Tanker sitzt fest – plötzlich tauchen Putins Kriegsschiffe auf
Ein Öltanker mit russischem Rohöl sitzt in der Ostsee fest, russische Kriegsschiffe sind in der Nähe. Die Bundespolizei beobachtet die Lage – und ein weiterer Tanker sorgt mit einem auffälligen Flaggenwechsel für Aufsehen.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Antriebsprobleme: Der Öltanker "Sled" lag in der Kadetrinne zwischen Rügen und der dänischen Insel Møn fest
- Russische Marine vor Ort: Ein russisches Landungsschiff hielt sich in unmittelbarer Nähe des havarierten Tankers auf
- Bundespolizei im Einsatz: Neben der "Sled" geriet auch der Tanker "Myra" mit einem auffälligen Flaggenwechsel in den Fokus
Auf der Ostsee spitzt sich die Lage zu: Der Öltanker "Sled" war in der Ostsee zwischen Rügen und der dänischen Insel Møn mit Antriebsproblemen liegen geblieben. Das unter der Flagge der Bahamas fahrende Schiff war auf dem Weg vom russischen Hafen Primorsk nach Skagen, als es zum Stillstand kam.
Öltanker treibt hilflos in der Ostsee – und russische Kriegsschiffe schauen zu
Die Verkehrszentrale Warnemünde entsandte daraufhin den Notfallschlepper "VB Bremen Fighter" vom Mukraner Hafen bei Sassnitz. Sowohl deutsche als auch dänische Behörden behalten die Situation im Auge. Besondere Brisanz erhält der Vorfall durch die Anwesenheit russischer Kriegsschiffe in unmittelbarer Nähe des havarierten Tankers – ein Umstand, der auch die Bundespolizei auf den Plan rief.
Mitten in der Nacht ging nichts mehr
Laut Daten des Automatischen Identifikationssystems (AIS), über die die "Kieler Nachrichten" berichten, verlangsamte die "Sled" gegen 1.30 Uhr ihre Fahrt kurz nach dem Einlaufen in die Kadetrinne – und stoppte dann vollständig. Das 2005 in Südkorea gebaute Schiff war zuvor von Bornholm aus in Richtung der vielbefahrenen Meerenge unterwegs gewesen.
Kräftiger Ostwind schob den antriebslosen Tanker anschließend von der deutschen Küste fort in dänische Gewässernähe. Mittlerweile liegt die "Sled" nur eine halbe Seemeile vor der dänischen Hoheitsgrenze vor Anker. Die Zuständigkeit für den Einsatz liegt beim dänischen Marinekommando im jütländischen Karup. "Wir beobachten die Lage", teilte das Kommando mit. Über die Seefunkstation Lyngby Radio wird der Kontakt zum havarierten Schiff aufrechterhalten.Wie unter anderem "Focus Online" berichtet, soll sich der Tanker am Montagmorgen wieder bewegt haben.
Russische Kriegsschiffe machen die Sache nicht entspannter
Dass der havarierte Tanker nicht das einzige Schiff mit Russland-Bezug in der Gegend ist, dürfte bei den Behörden für zusätzliche Anspannung sorgen. Am Sonntagmorgen hielt sich das russische Landungsschiff "Aleksandr Shabalin" in direkter Nähe zur "Sled" auf. Das Kriegsschiff hat die Aufgabe, russische Handelsschiffe zu begleiten. Ein weiteres Marineschiff Moskaus wurde derweil vor Fehmarn gesichtet – in derselben Region, in der kürzlich ein chinesischer Frachter unter russischer Eskorte Aufmerksamkeit erregt hatte.
Die Bundespolizei reagierte in der Nacht auf die geballte russische Marinepräsenz und den treibenden Tanker. Das Einsatzschiff "Bamberg" war vor Ort und überwachte die Lage auf dem Wasser.
Flaggenwechsel auf offener See
Die "Bamberg" hatte in jener Nacht allerdings noch ein weiteres Schiff im Visier: den Tanker "Myra", der ebenfalls aus Russland kam. Das Fahrzeug sorgte für Aufsehen, weil es während der Fahrt auf der Ostsee kurzerhand seine Flagge wechselte – von Madagaskar zu Kamerun. Ein solches Manöver gilt als typisches Merkmal der sogenannten Schattenflotte, mit der Russland trotz westlicher Sanktionen weiterhin Öl auf den Weltmarkt bringt.
Dass gleich zwei verdächtige Tanker, russische Kriegsschiffe und ein chinesischer Frachter unter Moskauer Geleitschutz innerhalb weniger Tage in denselben Gewässern auftauchen, verdeutlicht, wie stark die Ostsee zum Schauplatz geopolitischer Spannungen geworden ist.
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