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Coronavirus-Impfungen aktuell: Startschuss für Kinder-Impfungen ab 7. Juni - Impfpflicht bleibt aus

Am 7. Juni 2021 fällt der Startschuss für Coronavirus-Impfungen für Kinder ab 12 Jahren. Beim Impfgipfel von Bund und Länder wurde der Impfstart für den Nachwuchs besiegelt. Eine Impfpflicht für Heranwachsende soll es jedoch nicht geben.

Ab dem 7. Juni 2021 dürfen sich auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Bild: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

Beim Impfgipfel von Bund und Ländern am 27. Mai wurde es besiegelt: Kinder ab 12 Jahren sollen sich in Deutschland ab 7. Juni um einen Corona-Impftermin bemühen können. Mit der erwarteten Zulassung des Biontech-Impfstoffs für diese Altersgruppe durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA könnten sie sich ab dem geplanten Ende der Priorisierung um eine Impfung bei den niedergelassenen Ärzten oder in Impfzentren bemühen, teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)nach Beratungen von Bund und Ländern mit.

Coronavirus-Impfungen für Kinder ab 12 Jahren ab 7. Juni in Impfzentren oder beim Hausarzt

Die Länder können dem Beschluss zufolge Angebote in Impfzentren machen oder Programme für die Altersgruppe auflegen. Die Minderjährigen sollten sich aber insbesondere in den Praxen um einen Termin bemühen können. Bis zum Ende des Sommers soll auch den Kindern und Jugendlichen ein Impfangebot gemacht werden. Ein sicherer Schulbetrieb soll unabhängig davon, wie viele Schülerinnen und Schüler ein Impfangebot wahrnehmen, gewährleistet werden.

Update 28.05.2021:EU-Behörde gibt grünes Licht für Impfstoff für Kinder

 

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Es ist der erste Impfstoff in der EU, der auch für Menschen unter 16 zugelassen ist.

Söder: Impfangebot, aber keine Impfpflicht

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat versichert, dass es keine Corona-Impfpflicht für Kinder und Jugendliche geben soll. "Keiner muss geimpft werden", sagte Söder, der aus Nürnberg zugeschaltet war, nach Beratungen von Bund und Ländern. "Wir wollen Impfangebote machen, aber es gibt keine Impfpflicht." Schule werde trotzdem möglich sein, betonte er.

Insgesamt zeigte sich Söder zuversichtlich, was die Corona-Lage und den Stand der Impfkampagne angeht - auch wenn man noch nicht über dem "Impf-Berg" sei. Insgesamt werde die Lage jeden Tag besser. Aber es gebe keinen Anlass für Übermut und Euphorie, es gebe noch viel Arbeit.

Haseloff und Kretschmer: Corona-Impfung auch für Kinder freiwillig

Die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU), haben bekräftigt, dass Corona-Impfungen auch für Kinder freiwillig bleiben sollen. Weder für den Schulbesuch noch für den Sommerurlaub werde eine solche Impfung vorausgesetzt, sagten die Regierungschefs auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag in Leipzig. "Wir haben immer deutlich gemacht: Geimpft, genesen, getestet - das ist gleichgestellt", sagte Kretschmer. Die Entscheidung über die Impfungen liege bei den Eltern und Ärzten, sagte Haseloff.

Schüler fordern Vorgriffsrecht junger Menschen auf Biontech-Impfstoff

Nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern hat die Bundesschülerkonferenz ein Vorgriffsrecht junger Menschen auf den Biontech-Impfstoff gefordert. Mit diesem Präparat werde es in absehbarer Zukunft nur einen Impfstoff gegeben, der für unter 16-Jährige zugelassen werde, sagte Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Donnerstag/Print Freitag).

Junge Menschen müssten auch die Möglichkeit bekommen, sich und ihre Mitmenschen mit einer Impfung zu schützen, so Schramm. Der Bund müsse Vorkehrungen treffen, damit entsprechende Mengen verfügbar seien, sobald die EU-Arzneimittelbehörde EMA den Biontech-Impfstoff für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen habe. Die Entscheidung der EMA wird für den 28. Mai 2021 erwartet.

Müller warnt vor zu großen Erwartungen an Corona-Impfungen für Kinder

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat vor zu hohen Erwartungen an die geplanten Corona-Impfungen für Kinder gewarnt. "Wir haben dafür keine zusätzlichen Impfstoffe", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag nach Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Es werde daher nach Aufhebung der Impf-Priorisierung am 7. Juni keine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche ab 12 geben. Vielmehr solle ihnen, solle den Familien ein Angebot in Impfzentren oder Arztpraxen im Rahmen der verfügbaren Impfstoffmengen gemacht werden. Auch sie können sich dann um einen Termin bemühen. Es sei gut, dass darüber nun Klarheit herrsche.

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loc/news.de/dpa