Steve Witkoff: "Erbärmliche Anbiederung" an Putin - Trump-Gesandter sorgt für Entsetzen
In St. Petersburg traf sich der US-Unterhändler Steve Witkoff mit Wladimir Putin, um erneut über eine Lösung im Ukraine-Konflikt zu sprechen. Doch statt den Kremlchef für seinen völkerrechtswidrigen Krieg scharf zu kritisieren, sorgte der Trump-Gesandte mit überschwänglichem Lob für den russischen Präsidenten für Empörung.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Trump-Sondergesandter empört mit Lob für Wladimir Putin
- Steve Witkoff bezeichnet den Kremlchef bei einem Treffen in St. Petersburg als "Menschenfreund"
- Derweil fordern russische Angriffe im Ukraine-Krieg erneut Todesopfer
US-Präsident Donald Trump ging die Ukraine zuletzt erneut scharf an und forderte Wolodymyr Selenskyj dazu auf, ein Abkommen mit Wladimir Putin zu schließen. Kritische Worte aus Washington in Richtung des Aggressors Russland bleiben hingegen weiterhin aus. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff überschüttete stattdessen bei einem Treffen in St. Petersburg Putin mit überschwänglichem Lob.
Steve Witkoff lobt Wladimir Putin als "Menschenfreund" bei Treffen in St. Petersburg
Wie aus Aufnahmen hervorgeht, die bei X (vormals Twitter) unter anderem von Anton Geraschtschenko - dem ehemaligen Berater des ukrainischen Innenministers - geteilt wurden, sagte Witkoff zum Kremlchef:
- "Sie sprechen so oft davon, dass mein Präsident, Präsident Trump, ein Menschenfreund ist.Auch Sie sind ein Menschenfreund, Herr Präsident, und dafür zolle ich Ihnen meinen Respekt, spreche Ihnen meine Anerkennung aus und danke Ihnen noch einmal."
Dass Putin 2022 einen völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine startete, ließ Witkoff bei seinen Bemerkungen vollständig unerwähnt.
Steve Witkoff to Putin: You talk so much about my president, President Trump, being a humanitarian. You are a humanitarian also, sir, and I salute that, I commend you, and I thank you again. https://t.co/Yuf07JkQ2I
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) October 21, 2026
Empörung über Aussagen von Trump-Sondergesandtem
Entsprechend empört fielen laut "Daily Express" die Reaktionen auf Witkoffs Aussagen auch aus den eigenen Reihen aus. So schrieb zum Beispiel der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina auf X dazu:
- "Was soll das denn, Steve? Schlag doch mal die Definition von 'humanitär' nach. Was für eine peinliche und empörende Äußerung. Du solltest zurück in die Ukraine fahren und die Familien der Kinder, die Putin entführt und ermordet hat, fragen, ob sie der Meinung sind, dass dein Freund Putin ein 'Menschenfreund' ist."
WTF, Steve? Look up the definition of “humanitarian.” What an embarrassing and outrageous thing to say. You should go back to Ukraine and ask the families of the children Putin has kidnapped and murdered whether they agree your friend Putin is a “humanitarian.” https://t.co/Nbu0wKPmby
— Senator Thom Tillis (@SenThomTillis) October 21, 2026
Auch aus den Reihen der Demokraten hagelte es heftige Kritik. Demokratische Senatoren wie Richard Blumenthal aus Connecticut oder Mark Kelly aus Arizona sprachen von einer "erbärmlichen Anbiederung" an Putin und verwiesen darauf, dass der russische Präsident ein "Kriegsverbrecher" sei.
Weitere Kommentare von X-Nutzern lauteten:
- Steve Witkoff ist nicht nur ein Dummkopf, sondern auch ein Lügner. Putin ist kein Humanist. Sein völkerrechtswidriger Krieg in der Ukraine hat wahrscheinlich über eine Million Menschenleben gekostet (Russen und Ukrainer).Humanitäre Helfer töten keine Kinder auf Spielplätzen, in Schulen, Krankenhäusern oder in ihren Häusern."
- "Witkoffs Lobpreisung Putins als 'Menschenfreund' ist idiotisch und unhaltbar. Diplomatisches Lob für eine Gefangenenfreilassung erfordert keine solche Wortwahl, insbesondere solange die russischen Angriffe andauern. Der Clip spricht für sich."
- "Witkoff sollte sich schämen. Benimm dich endlich wie ein Mann."
Weitere Tote bei russischem Angriff im Ukraine-Krieg
Laut "Daily Express" hatte es wenige Stunden vor Witkoffs Äußerung einen weiteren russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew gegeben, bei dem mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen seien.
Währenddessen gehen die Bemühungen um eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts weiter. Laut Kreml-Angaben ist Russland zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine im November bereit. Das habe Putin dem US-Sondergesandten Steve Witkoff bei ihrem Treffen in St. Petersburg signalisiert, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Zuletzt hatte es im März in Genf Gespräche in einem solchen Dreierformat gegeben.
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gom/sfx/news.de/dpa
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