Donald Trump: Er könnte alles verlieren - drastisches Ausmaß der Trump-Krise zeigt sich
Nur noch 33 Prozent Zustimmung, drei Viertel der Amerikaner empört über die Inflation und selbst beim republikanischen Paradethema Wirtschaft liegen plötzlich die Demokraten vorn – eine neue Großumfrage offenbart, wie rasant Donald Trump wenige Wochen vor den Midterms den Boden unter den Füßen verliert.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
Suche
- Neue Umfrage vor den Zwischenwahlen zeigt verheerenden Absturz von Donald Trump
- Kein Vertrauen in die Wirtschaftspolitik - Wähler zweifeln an Trump-Regierung
- Iran-Krieg ein Fehler, Lebenskosten zu hoch - Amerikaner unzufrieden mit der aktuellen Lage
- Will sich Donald Trump am Ende nur selbst bereichern?
Wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen zeichnet sich für die Republikaner ein düsteres Bild ab. Eine aktuelle Erhebung von ABC News, der "Washington Post" und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos bescheinigt den Demokraten einen Vorsprung von acht Prozentpunkten bei der allgemeinen Kongresswahlpräferenz. Die "Daily Mail" hat einen genaueren Blick drauf geworfen.
Für Präsident Trump persönlich sind die Zahlen verheerend: Gerade einmal 33 Prozent der Befragten bewerten seine Amtsführung positiv, während 66 Prozent unzufrieden sind. Besonders alarmierend für das Weiße Haus: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer – 52 Prozent – äußerte sich sogar ausdrücklich ablehnend.
Eine deutliche Mehrheit von 58 Prozent der registrierten Wähler wünscht sich demnach eine demokratische Kongressmehrheit als Gegengewicht zu Trump, der laut Insidern während seiner zweiten Amtszeit einen ausgeklügelten Geld-Plan verfolgt - ohne Rücksicht auf Verluste. Trumps Masterplan geht nicht auf: Nur 39 Prozent möchten, dass die Republikaner ihre Mehrheit behalten und den Kurs des Präsidenten weiter mittragen. Die Umfrage wurde vom 9. bis 13. Oktober unter 2.545 Erwachsenen durchgeführt, die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus zwei Prozentpunkten.
Neue Umfrage enthüllt: Nur 28 Prozent vertrauen Trump beim Thema Wirtschaft
Der zentrale Treiber der Unzufriedenheit ist die ökonomische Lage. Trumps Zustimmungswerte in der Wirtschaftspolitik liegen bei katastrophalen 28 Prozent – ein Wert, der selbst innerhalb seiner eigenen Partei Nervosität auslösen dürfte.
Fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) gab an, dass sich die eigene finanzielle Situation seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 verschlechtert habe. Lediglich 15 Prozent sehen sich besser aufgestellt, 36 Prozent berichten von keiner nennenswerten Veränderung.
Besonders vernichtend fällt das Urteil beim Thema Inflation und Lebenshaltungskosten aus: 75 Prozent der Amerikaner lehnen Trumps Umgang mit der Preisentwicklung ab. Drei Viertel der Befragten beschrieben die gesamtwirtschaftliche Lage als bestenfalls mittelmäßig oder schlecht. Die Kluft zwischen den Wirtschaftsbotschaften der Regierung und dem tatsächlichen Empfinden der Bürger wächst offenkundig.
Benzin unbezahlbar, Essen gehen Luxus – und die Demokraten profitieren
Die steigenden Spritpreise, die Trump nun versucht, durch einen umstrittenen Diesel-Deal mit Wladimir Putin in den Griff zu kriegen, verschärfen den Druck auf amerikanische Haushalte massiv. 71 Prozent der Befragten stufen Benzin mittlerweile als unerschwinglich ein – eine dramatische Wende im Vergleich zum Februar. Auch bei Lebensmitteln, Gesundheitsversorgung und Heizkosten schlagen die Bürger Alarm. Weniger als vier von zehn Amerikanern können sich einen Restaurantbesuch noch leisten.
Politisch zahlt sich die wirtschaftliche Frustration zunehmend für die Opposition aus. Bei der Frage, welcher Partei sie in ökonomischen Belangen mehr zutrauen, nannten 40 Prozent der registrierten Wähler die Demokraten. Die Republikaner kamen nur auf 33 Prozent. Damit haben die Demokraten den Republikanern ausgerechnet bei deren traditionellem Kernthema den Rang abgelaufen – ein Vertrauensverlust, der für die GOP kurz vor dem Wahltag besonders schmerzhaft sein dürfte.
Zwei Drittel der Amerikaner halten den Iran-Krieg für einen Fehler
Neben der Wirtschaft belastet auch die Außenpolitik Trumps Ansehen erheblich. 65 Prozent der Befragten bewerten die Entscheidung zum militärischen Eingreifen gegen den Iran als Fehlentscheidung. Der Konflikt entwickelt sich damit zu einer weiteren offenen Flanke für den Präsidenten im Wahlkampf.
Auch in der Einwanderungspolitik stößt Trump auf breiten Widerstand. Rund sechs von zehn Umfrageteilnehmern missbilligen seinen Kurs in diesem Bereich. 56 Prozent sind der Auffassung, dass die Regierung bei der Abschiebung illegaler Einwanderer über das Ziel hinausgeschossen ist.
Damit gerät Trump gleich auf mehreren Politikfeldern unter Druck – eine Kombination, die den Republikanern wenige Wochen vor dem Wahltag kaum Spielraum lässt, das Ruder noch herumzureißen.
Zwei Drittel sehen einen Präsidenten, der sich selbst bereichert
Trumps persönliches Verhalten im Amt sorgt für zusätzlichen Gegenwind. 66 Prozent der Befragten halten den Präsidenten für "zu extrem". Zwei Drittel sind überzeugt, dass er seine Position nutzt, um sich finanziell zu bereichern – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als noch 56 Prozent diese Einschätzung teilten.
Auch symbolische Entscheidungen stoßen auf massiven Unmut. Die Umbenennung des Kennedy Centers in Washington mit Trumps Namen lehnen 80 Prozent der Amerikaner als unangemessen ab. Ebenso wenden sich 74 Prozent gegen die Finanzierung von Fernsehwerbung durch die Bundesregierung, die den Präsidenten und seine Politik bewirbt.
Die Summe dieser Vorwürfe zeichnet das Bild eines Amtsinhabers, dessen Glaubwürdigkeit bei einer breiten Mehrheit der Bevölkerung schwer beschädigt ist.
Demokraten deutlich motivierter – doch beide Parteien unbeliebt
Neben den inhaltlichen Problemen droht den Republikanern auch ein handfestes Mobilisierungsproblem. Laut der Umfrage gaben demokratische Wähler deutlich häufiger an, sicher zur Wahl zu gehen oder bereits abgestimmt zu haben. Unter den Anhängern der MAGA-Bewegung erklärten immerhin 75 Prozent, definitiv ihre Stimme abgeben zu wollen. Bei Republikanern ohne MAGA-Identifikation sackte dieser Wert jedoch auf nur 57 Prozent ab – eine Lücke, die am Wahltag entscheidend werden könnte.
Einen Trost gibt es für die GOP allerdings kaum: Auch die Demokraten genießen keinen Sympathiebonus. 63 Prozent der Befragten bewerteten die Republikanische Partei negativ, bei den Demokraten waren es 54 Prozent. Beide Lager sind also unbeliebt – nur eben unterschiedlich stark. Trump reiste am Dienstagabend nach Greenville, North Carolina, um dort die Kandidaten Michael Whatley und Laurie Buckhout zu unterstützen.
Weitere Themen aus dem Trump-Kosmos lesen Sie auch hier:
- Marco Rubio: Ukraine-Lüge des US-Außenministers entlarvt
- US-Präsident mit absurder Gesundheitsbehauptung
- US-Präsident feuert Ex-Schwiegertochter - angeblich aus diesem Grund
- Verstörendes Foto aufgetaucht - Trump-Sprecherin in Erklärungsnot
- Rache-Aktion des US-Präsidenten - Senator dreist bloßgestellt
ife/gom/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.