Donald Trump Jr.: Neuer Ärger für Donald Trumps Sohn – Behörde ermittelt

Die US-Medienaufsicht nimmt ABC News wegen eines fehlerhaften Berichts über Donald Trump Jr. und Rüstungsinvestitionen ins Visier. Der Fall verschärft den Streit um den Umgang der Trump-Regierung mit kritischen Medien.

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Ärger um Donald Trump Jr.: US-Medienaufsicht nimmt "ABC News" ins Visier Bild: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Mark Hertzberg
  • US-Medienaufsicht untersucht "ABC News" nach fehlerhaftem Bericht
  • Streit um Investitionen von 1789 Capital in den Rüstungskonzern Anduril
  • Vorgehen der "FCC" sorgt für Kritik und verschärft den Konflikt mit Disney

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Ein fehlerhafter Bericht über Geschäfte im Umfeld von Donald Trump Jr. sorgt in den USA für politische Spannungen. Nachdem "ABC News" einen Artikel über Investitionen in die Rüstungsindustrie zurückgezogen und später korrigiert hatte, forderte ein republikanischer Senator eine Untersuchung des Senders. Die Medienaufsicht "FCC" reagierte laut "CNN" mit der Anordnung einer Prüfung. Der Fall wirft neue Fragen zum Verhältnis zwischen der Trump-Regierung, konservativen Politikern und kritischen Medien auf.

Streit um Bericht über Trump-Söhne und Rüstungsgeschäfte

Auslöser der Auseinandersetzung war ein am 7. Oktober veröffentlichter Beitrag von "ABC News". Darin berichtete der Sender über Rüstungsunternehmen, die von Investitionen aus dem Umfeld der Söhne von US-Präsident Donald Trump profitiert haben sollen. Im Mittelpunkt stand auch Anduril Industries, ein Unternehmen aus der Verteidigungsbranche. Besonders umstritten war eine Passage über 1789 Capital, eine Beteiligungsgesellschaft, an der Donald Trump Jr. beteiligt ist. Der ursprüngliche Artikel erweckte den Eindruck, der Fonds habe sich mit einer Investition von 2,5 Milliarden Dollar eine bedeutende Beteiligung an Anduril gesichert. Der republikanische Senator Bernie Moreno aus Ohio widersprach dieser Darstellung entschieden. In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Federal Communications Commission, Brendan Carr, verlangte er eine formelle Untersuchung des Senders. Moreno bezeichnete die Berichterstattung als gezielten Angriff auf das Unternehmen und die Trump-Familie.

"Das war eine Lüge", schrieb Moreno mit Blick auf die Darstellung der Investitionssumme.

ABC News zieht Artikel zurück und veröffentlicht Korrektur

Der Sender nahm den ursprünglichen Beitrag noch in der Nacht seiner Veröffentlichung von seiner Website. Vorausgegangen war laut dem Mediennewsletter "Status" eine Intervention von Alexa Henning, einer Sprecherin von 1789 Capital. Sie verlangte eine Korrektur und verwies auf mögliche rechtliche Schritte. Zwei Tage später erschien eine überarbeitete Fassung. Darin räumte "ABC News" Fehler bei der Beschreibung von Unternehmensinvestitionen, staatlichen Aufträgen und zeitlichen Abläufen ein. Nach der korrigierten Darstellung investierte 1789 Capital tatsächlich 50 Millionen Dollar in eine Finanzierungsrunde von Anduril, deren Gesamtvolumen bei 2,5 Milliarden Dollar lag. Die beiden Summen beziehen sich also auf unterschiedliche Sachverhalte. Die Investition des Fonds war deutlich kleiner als im ursprünglichen Bericht dargestellt. Zudem teilte ein Sprecher von 1789 Capital "ABC News" mit, dass Donald Trump Jr. nicht dem dreiköpfigen Gremium angehöre, das über die Investitionen des Fonds entscheidet.

Republikanischer Senator fordert Konsequenzen

Moreno beschränkte sich nicht auf die Kritik an der Berichterstattung. In seinem Schreiben an Carr argumentierte er, dass "ABC" als Sender mit staatlich vergebenen Sendelizenzen besondere Verantwortung trage. Der Republikaner stellte dabei die Lizenzvergabe als möglichen Hebel für Konsequenzen in den Raum. "Diese Lizenzen sind ein Privileg, kein Recht", schrieb Moreno laut "Raw Story" in seinem Brief.

Laut "CNN" reagierte "FCC"-Chef Brendan Carr auf das Schreiben und wies seine Behörde an, eine Untersuchung einzuleiten. Damit erhält der Streit um den korrigierten Artikel eine weitere politische Dimension. Eine behördliche Prüfung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass "ABC" gegen geltendes Recht verstoßen hat. Auch die Frage, weshalb der ursprüngliche Beitrag zunächst veröffentlicht und anschließend zurückgezogen wurde, ist bislang nicht abschließend geklärt. Damit bleibt offen, wie es zu den Fehlern kam und welche internen Abläufe bei "ABC" eine Rolle spielten.

FCC gerät wegen Vorgehens gegen Medien in die Kritik

Die Untersuchung ist nicht der erste Konflikt zwischen Carrs Behörde und einem großen US-Medienunternehmen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die "FCC" im Zusammenhang mit Äußerungen des Late Night Moderators Jimmy Kimmel über die Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk für Aufsehen gesorgt. Carr hatte damals in einem konservativen Podcast erklärt: "Wir können das auf die einfache oder auf die schwierige Art und Weise machen." Die Äußerung wurde als Warnung an Medienunternehmen verstanden.

Im April folgte ein weiterer ungewöhnlicher Schritt: Die "FCC" forderte alle acht "ABC"-eigenen Sender auf, ihre Lizenzverlängerungen deutlich vor dem regulären Ablauf zu beantragen. Die Maßnahme führte zu zusätzlichem Streit zwischen der Behörde und dem Disney Konzern, zu dem "ABC" gehört.

Disney wehrt sich gegen die Überprüfung

Disney geht juristisch gegen die Überprüfung seiner Senderlizenzen vor. Der Konzern sieht darin nach Medienberichten einen Teil einer politischen Kampagne gegen Medien, die kritisch über Präsident Trump berichten. Die "FCC" verweist dagegen auf eine Untersuchung der Diversitätsprogramme des Unternehmens.

Der Streit beschäftigt inzwischen auch die Gerichte. Bei einer Anhörung stellte US-Bezirksrichter Loren AliKhan laut der "Washington Post" die Frage, weshalb in diesem Fall eine vorzeitige Lizenzüberprüfung notwendig gewesen sei. Wie sich die Verfahren entwickeln, ist noch offen. Auch bei der neu angeordneten Untersuchung des "ABC"-Berichts steht ein Ergebnis aus. Der Fall um Donald Trump Jr. könnte damit über die ursprüngliche Falschdarstellung hinaus Bedeutung bekommen: Er berührt die Frage, wie weit eine staatliche Medienaufsicht bei der Kontrolle von Sendern gehen darf und wann ihr Vorgehen als politischer Druck auf die Presse verstanden werden muss.

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