Christa Pike: Nach Hinrichtungs-Fiasko – US-Senatorin will elektrischen Stuhl zurück

Nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch an Christa Pike fordert US-Senatorin Marsha Blackburn die Rückkehr des elektrischen Stuhls in Tennessee. Doch Pikes Anwalt kämpft stattdessen für eine Umwandlung ihres Todesurteils.

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Nach Hinrichtungsdesaster um Christa Pike: US Senatorin will elektrischen Stuhl zurück Bild: AdobeStock/ STUDIO MELANGE
  • Blackburn will den elektrischen Stuhl bei einem Wahlsieg wieder stärker einsetzen
  • Christa Pike überlebte zwei Dosen eines tödlichen Medikaments
  • Pikes Anwalt fordert, das Todesurteil nach dem gescheiterten Vollzug umzuwandeln

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Der gescheiterte Hinrichtungsversuch an Christa Pike sorgt in den USA für eine neue Debatte über die Todesstrafe. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich zu dem Vorfall. Nun will die republikanische Senatorin Marsha Blackburn die Hinrichtung mit dem elektrischen Stuhl in Tennessee wieder stärker ermöglichen. Sollte sie bei der Gouverneurswahl im November gewinnen, will sie dieses Vorhaben vorantreiben.

Blackburn fordert Konsequenzen nach dem gescheiterten Vollzug

Pike, 50, hatte am 30. September zwei Dosen eines tödlichen Medikaments erhalten, überlebte den Versuch jedoch. Nach dem Abbruch wurde sie in ein Krankenhaus gebracht und ist mittlerweile auch wieder ansprechbar. Zwischenzeitlich befürchteten ihre Anwälte, dass sie hirntot sein könnte. Später erwachte sie und begann wieder zu sprechen.

Für Blackburn ist der Vorfall kein Argument gegen die Todesstrafe, sondern ein Anlass, die Hinrichtungsmethoden zu überdenken. Die Politikerin erklärte laut dem "Daily Star", der Vorfall müsse gründlich untersucht werden. Zugleich machte sie ihre Haltung deutlich: "Der elektrische Stuhl muss wieder eingeführt werden und den Opfern muss schnell Gerechtigkeit widerfahren." Sollte sie zur Gouverneurin gewählt werden, wolle sie diesen Kurs umsetzen. "Als Ihre Gouverneurin werde ich genau das tun", kündigte Blackburn an.

Elektrischer Stuhl in Tennessee weiterhin gesetzlich vorgesehen

In Tennessee ist die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl bereits unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Menschen, die vor dem 1. Januar 1999 zum Tode verurteilt wurden, können diese Methode unter bestimmten Bedingungen anstelle der Giftspritze wählen. Auch bei fehlenden Medikamenten für eine tödliche Injektion kann der elektrische Stuhl zum Einsatz kommen. Blackburn verwies zudem auf Florida, wo in diesem Jahr zahlreiche Hinrichtungen vollzogen worden seien. "Schauen Sie sich Florida an; dort gab es in diesem Jahr 19 Hinrichtungen. Keine einzige davon ist misslungen", sagte sie. Ihre politische Position unterscheidet sich deutlich von der ihrer demokratischen Konkurrentin Jerri Green. Diese fordert, sämtliche künftigen Hinrichtungen im Bundesstaat auszusetzen.

Anwalt von Pike fordert Umwandlung des Todesurteils

Ob Christa Pike erneut hingerichtet werden soll, ist derzeit offen. Ihr Anwalt Stephen Ferrell setzt sich dafür ein, das Todesurteil in eine andere Strafe umzuwandeln. Nach dem gescheiterten Vollzug müsse aus seiner Sicht vor allem über die Zukunft seiner Mandantin gesprochen werden. "Das Mindeste, was jetzt passieren könnte, wäre, dass wir den Tod als mögliche Option ausschließen und anfangen, darüber nachzudenken, wie ihre Zukunft aussehen könnte", sagte Ferrell dem Sender CBS. Die Behörden in Tennessee müssen den fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuch zunächst aufarbeiten. Gouverneur Bill Lee hatte nach dem Vorfall weitere anstehende Hinrichtungen vorerst ausgesetzt.

Pike wurde wegen eines brutalen Mordes verurteilt

Pike war 1996 wegen der Tötung ihrer damaligen Mitschülerin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Die Tat ereignete sich in der Nähe der University of Tennessee in Knoxville. Pike und ihr damaliger Freund Tadaryl Shipp hatten die 19 Jahre alte Frau an einen abgelegenen Ort gelockt und dort schwer misshandelt. Unter anderem wurde ihr ein Pentagramm in die Brust geritzt. Pike war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt, Shipp erst 17. Er erhielt eine lebenslange Haftstrafe sowie weitere 25 Jahre mit der Möglichkeit einer späteren Bewährung.

Bei Pike wurden später eine bipolare Störung und eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Sie beschrieb sich selbst als "psychisch krankes 18-jähriges Kind". Ihre Verteidigung verweist auf ihre damalige psychische Verfassung und fordert, dass nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch eine andere Lösung gefunden wird. Während Blackburn auf eine Rückkehr zu einer weiteren Hinrichtungsmethode drängt, steht damit weiterhin die grundsätzliche Frage im Raum, wie Tennessee mit dem gescheiterten Vollzug und Pikes Todesurteil umgehen wird.

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