Donald Trump: Nobelpreis-Neid – US-Präsident schießt gegen Preisträgerin und droht Norwegen

Donald Trump ist nach der Vergabe des Friedensnobelpreises stinksauer. Der US-Präsident behauptet, die Auszeichnung verdient zu haben, attackiert die Preisträgerin und droht Norwegen: "Wir werden es nicht vergessen."

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Trump: "Kaum jemand kennt sie" – US-Präsident verspottet Nobelpreis-Siegerin Bild: picture alliance/dpa/AP | Matt Burkhartt
  • Trump behauptet, acht Kriege beendet zu haben und weitere Konflikte lösen zu wollen
  • Auf Truth Social greift er die diesjährige Nobelpreisträgerin Navi Pillay scharf an
  • Der US-Präsident bezeichnet die Entscheidung als Schande für Norwegen

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Donald Trump geht nach der Vergabe des Friedensnobelpreises mit scharfen Worten auf das Nobelkomitee los. Der US-Präsident ist überzeugt, dass ihm die Auszeichnung zugestanden hätte. Bei einer Kundgebung in New York machte er seinem Ärger Luft. Auch auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte er einen langen Beitrag, in dem er seine angeblichen Erfolge für den Weltfrieden aufzählte und die diesjährige Preisträgerin angriff.

Trump sieht Nobelpreis als persönliche Zurückweisung

Bei einer Veranstaltung in Syracuse im Bundesstaat New York beklagte Trump, dass nicht er selbst ausgezeichnet worden sei. Stattdessen ging der Preis an die südafrikanische Juristin Navi Pillay, die für ihren Einsatz für Menschenrechte und internationales Recht geehrt wurde. Trump zeigte sich wenig beeindruckt von der Entscheidung und stellte die Bekanntheit der Preisträgerin infrage. "Die Vereinigten Staaten von Amerika, vertreten durch mich als Ihren Präsidenten, hätten den Nobel Friedenspreis erhalten sollen, haben es aber nicht", erklärte Trump. Anschließend richtete er eine Warnung an Norwegen: "Wir werden es nicht vergessen, Norwegen."

Laut dem Journalisten Aaron Rupar fiel die Reaktion des Publikums auf seine Klage verhalten aus. Die Veranstaltung sollte eigentlich den republikanischen Gouverneurskandidaten Bruce Blakeman unterstützen. Trump nutzte den Auftritt jedoch auch, um seine Enttäuschung über die Nobelpreisentscheidung öffentlich zu machen.

Wütender Beitrag auf Truth Social

Auch im Internet ließ Trump seinem Unmut freien Lauf. In einem ausführlichen Beitrag auf Truth Social stellte er seine eigene außenpolitische Bilanz in den Mittelpunkt und erklärte, er habe bereits acht Kriege beendet. Zwei weitere Konflikte, der Iran Konflikt sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, könnten seiner Ansicht nach ebenfalls bald beigelegt werden.
Trump führte mehrere Auseinandersetzungen an, darunter die Konflikte zwischen Indien und Pakistan, Israel und Iran sowie Israel und der Hamas. Er schrieb, die beteiligten Staaten hätten sich mit Schreiben an das Nobelkomitee für seine Verdienste eingesetzt. Belege für seine weitreichende Darstellung führte er in dem Beitrag nicht an.

Seinen Anspruch auf die Auszeichnung formulierte er unmissverständlich: "Eigentlich hätte ich acht Friedensnobelpreise gewinnen müssen, nicht nur einen." Zudem warf er dem Nobelkomitee vor, die Entscheidung politisch getroffen zu haben. Die Auszeichnung sei durch eine Gruppe radikaler Ideologen dauerhaft beschädigt worden.

Trump greift die Preisträgerin an

Besonders scharf fiel Trumps Reaktion auf Navi Pillay aus. Er bezeichnete die Juristin als eine Person, von der angeblich kaum jemand gehört habe, und stellte ihre Leistungen infrage. Pillay war unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof und leitete eine Untersuchung der Vereinten Nationen, die Israel schwere Verbrechen im Gazastreifen vorwarf. Die israelische Regierung weist diese Vorwürfe zurück. Das Nobelkomitee würdigte Pillay "Newsweek" zufolge für ihren langjährigen Einsatz für Menschenrechte und internationales Recht. Trump hingegen konzentrierte sich auf seine eigene Bilanz und kritisierte, dass seine Bemühungen nicht anerkannt worden seien.

Streit um Trumps angebliche Friedensbilanz

Der US-Präsident schreibt sich selbst eine Reihe internationaler Erfolge zu. Neben den von ihm genannten Konflikten verwies er auf die Freilassung von Geiseln, politischen Gefangenen und höhere Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten. Auch behauptete er, den Iran daran gehindert zu haben, eine Gefahr für Israel und weitere Länder zu werden.

Diese Aussagen sind allerdings nicht mit einem unabhängigen Nachweis gleichzusetzen, dass Trump die genannten Konflikte tatsächlich beendet hat. Mehrere Auseinandersetzungen dauern an, darunter der Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Auch Trumps Behauptung, er habe acht Kriege beigelegt, wird in der aktuellen Berichterstattung kritisch eingeordnet.
Seine Enttäuschung über die Nobelpreisentscheidung ist nicht neu. Mit seinen jüngsten Äußerungen macht Trump jedoch erneut deutlich, wie sehr er die Auszeichnung für sich beansprucht. Das Nobelkomitee hat sich für Navi Pillay entschieden. Eine Änderung dieser Entscheidung ist nicht angekündigt.

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