Pest-Verdacht in Russland: Pest-Sorge nach Todesfall - Wadephul erwägt drastische Maßnahmen
Nach dem Tod einer Laborantin in Sibirien wächst die Sorge vor einem möglichen Pestfall. Außenminister Johann Wadephul fordert Aufklärung von Moskau und schließt Reisebeschränkungen nicht aus. Experten geben vorerst Entwarnung.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Eine 28 Jahre alte Laborantin starb nach einem möglichen Kontakt mit dem Pesterreger
- Wadephul verlangt Transparenz und erwägt mögliche Reisebeschränkungen
- Deutsche Experten sehen derzeit keine unmittelbare Gefahr für Deutschland
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Der rätselhafte Tod einer Laborantin in Sibirien sorgt für internationale Besorgnis. Nachdem in einem Forschungsinstitut ein möglicher Kontakt mit dem Erreger der Lungenpest bekannt geworden ist, verlangt Bundesaußenminister Johann Wadephul umfassende Aufklärung von Russland. Auch mögliche Reisebeschränkungen stehen im Raum. Deutsche Experten sehen derzeit allerdings keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung.
Laborantin stirbt nach möglichem Kontakt mit Pestbakterien
In Irkutsk starb am 2. Oktober eine 28 Jahre alte Mitarbeiterin eines Instituts, das sich mit der Bekämpfung der Pest beschäftigt. Russischen Medien zufolge soll bereits am 25. September ein Reagenzglas mit dem Erreger der Lungenpest zerbrochen sein. Vier Tage später wurde die Frau demnach in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie schließlich starb. Die russischen Behörden führen ihren Tod auf eine Lungenentzündung zurück und bestreiten einen Pestausbruch. Gleichzeitig soll es einen weiteren Verdachtsfall innerhalb der Einrichtung geben. Die Weltgesundheitsorganisation fordert deshalb zusätzliche Informationen aus Russland. Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht Moskau in der Pflicht, die Ereignisse umfassend aufzuklären. "Die Welt hat Fragen, darauf schuldet Russland Antworten", erklärte er gegenüber der "Bild".
Wadephul schließt Reisebeschränkungen nicht aus
Angesichts der ungeklärten Lage will die Bundesregierung mögliche Schutzmaßnahmen offenbar nicht ausschließen. Wadephul stellte auch Einschränkungen des Reiseverkehrs in Aussicht, sollte sich eine Gefahr für Europa abzeichnen. "Wir können und werden kein Risiko eingehen", betonte der Außenminister. Ob tatsächlich Reisebeschränkungen notwendig werden, hängt jedoch davon ab, welche Erkenntnisse die weiteren Untersuchungen liefern.
Experten sehen derzeit keine akute Gefahr für Deutschland
Trotz der Berichte über mögliche Pestfälle geben deutsche Fachleute vorerst Entwarnung. Professor Roman Wölfel, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, hält eine unmittelbare Bedrohung für die Bevölkerung hierzulande aktuell für unwahrscheinlich. "Für Europa und Deutschland sehe ich derzeit keine unmittelbare Gefahr", erklärte der Experte. Die Lungenpest werde nicht so leicht übertragen wie etwa Corona oder Masern. Das Ansteckungsrisiko sei vor allem bei engem Kontakt mit Erkrankten relevant. Auch der Immunologe Andreas Radbruch von der Berliner Charité schätzt die Gefahr einer größeren Ausbreitung als gering ein. "Die Gefahr, dass diese ein, zwei Fälle aus Russland dort oder in Europa eine Epidemie auslösen, ist sehr, sehr gering", sagte er. Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verweist ebenfalls auf die geringere Übertragbarkeit. Sollte tatsächlich der Pesterreger verantwortlich sein, sei dieser "bei Weitem nicht so ansteckend wie beispielsweise das Coronavirus".
Lungenpest bleibt gefährlich, ist aber behandelbar
Die Pest ist auch heute eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit. Besonders die Lungenpest kann ohne rechtzeitige Behandlung rasch lebensbedrohlich werden. Anders als im Mittelalter stehen inzwischen jedoch wirksame Medikamente zur Verfügung. Antibiotika können die Erkrankung behandeln. Entscheidend ist, dass die Infektion möglichst früh erkannt und die Therapie schnell begonnen wird. Dann bestehen gute Heilungschancen.
Ob der Tod der Laborantin tatsächlich mit einem Kontakt zum Pestbakterium zusammenhängt, ist bislang nicht abschließend geklärt. Solange belastbare Informationen aus Russland fehlen, bleibt der Fall Gegenstand internationaler Aufmerksamkeit. Eine neue Pandemie lässt sich aus den bislang bekannten Verdachtsfällen jedoch nicht ableiten.
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