27.05.2015, 11.43 Uhr

Stiftung Warentest Kosmetik Check 2015: Erschreckend: Krebserregende Schadstoffe in Kosmetik

Viele Kosmetikartikel basieren auf Mineralöl. Die Stiftung Warentest überprüfte nun exemplarisch 25 Produkte auf ihre Unbedenklichkeit und machte erschreckende Ergebnisse: Alle Produkte enthielten krebserregende Stoffe.

Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest sind besorgniserregend: Alle untersuchten Kosmetika auf Mineralölbasis sind mit kritischen Substanzen belastet. Einige davon gelten sogar als potenziell krebserregend.

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Stiftung Warentest überprüft Kosmetik auf Mineralölbasis

Exemplarisch testete die Stiftung Warentest 25 ausgewählte Kosmetika, die auf Mineralöl basieren: Allzweckcremes, Babypflege-, Hairstyling- und Lippenpflegeprodukte, Körperöle, Spezialcremes sowie Vaselinen. Noch nie wurden Ergebnisse zu diesen kritischen Stoffen in Kosmetika veröffentlicht.

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Stiftung Warentest untersuchte Kosmetikprodukte auf ihre Inhaltsstoffe. Bild: Stiftung Warentest

Kosmetik enthält krebserregende Stoffe

Bei einem Test von Körperölen entdeckten die Tester einen hohen Gehalt an aromatischen Kohlenwasserstoffen, Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, kurz MOAH genannt. Diese MOAH-Fraktion könnte laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ein "karzinogenes Risiko" darstellen. Um Klarheit zu bekommen, prüften die Tester weitere Kosmetika, die laut Deklaration Mineralölkomponenten enthalten. Das Ergebnis: Alle geprüften Produkte sind mit MOAH belastet, darunter Marken wie Bebe, Blistex, Dove, Labello, Nivea und Penaten. Grund zur Panik besteht jedoch nicht - von einer akuten Gesundheitsgefahr ist nicht auszugehen. Doch ein mittel- oder langfristiges Risiko ist nicht auszuschließen.

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Gefährliche Stoffe gelangen in den Körper

Vor allem Lippenpflegeprodukte gelangen über den Mund direkt in den Körper. Deshalb raten die Tester von mineralölhaltigen Lippenprodukten ab. Ob ein Produkt Mineralöl rezepturbedingt enthält, steht in der Inhaltsstoffliste auf der Verpackung. In Naturkosmetik darf Mineralöl nicht eingesetzt werden. Auch bei konventioneller Kosmetik gibt es genug Alternativen.

Kosmetikindustrie kann Bedenken nicht nachvollziehen

Verbraucher können kosmetische Produkte, die Mineralöle enthalten, bedenkenlos benutzen. Sie erfüllen wie alle Kosmetikprodukte die hohen gesetzlichen Sicherheitsanforderungen. Ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit wird durch aufwendige Sicherheitsbewertungen gewährleistet. Das gilt auch für solche Produkte, die aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (kurz MOAH, Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) enthalten. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt in einer aktuellen Bewertung zu dem Ergebnis, dass gesundheitliche Risiken durch die Aufnahme von Mineralölen in Kosmetika über die Haut für Verbraucher nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten sind.

Mehr Infos zum Test der Stiftung Warentest unter: www.test.de/mineraloel-kosmetik.

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zurück Weiter Glucosamin aus Hühnerknochenmark findet vor allem in Feuchtigkeitscremes Anwendung. (Foto) Foto: picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte Kamera

bua/sam/news.de/dpa

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