07.01.2019, 19.21 Uhr

Zwangsprostitution statt Eheversprechen: Paar zwingt Frau zum Sex mit mehr als 100 Freiern

Ein 28-Jähriger und seine Frau sollen eine Frau zum Sex mit mehr als 100 Männern gezwungen haben und müssen sich dafür aktuell vor Gericht verantworten.

Ein wegen Menschenhandels angeklagter Mann soll einer Frau die Ehe versprochen und sie stattdessen zur Prostitution gezwungen haben. Bild: Matthias Balk / dpa

In einem Prozess wegen Zwangsprostitution einer Frau aus Berlin haben beide Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Der 28-jährige Mann und seine 29-jährige Verlobte müssen sich seit Montag am Landgericht München I verantworten, weil sie das Opfer zum Geschlechtsverkehr mit 100 bis 150 Freiern gezwungen haben sollen. Weitere Angaben zur Anklage verweigerten sie.

Frau mit Eheversprechen nach Deutschland gelockt und zum Sex mit mehr als 100 Freiern gezwungen

Angeklagte und Opfer stammen aus Afghanistan. Der Mann hatte das Opfer laut Anklage in einem Online-Chat kennengelernt und im November 2017 mit dem Eheversprechen nach München gelockt. Er habe die damals 26-Jährige damit unter Druck gesetzt, dass sie, nachdem sie mit ihm Sex gehabt hatte, keine Jungfrau mehr und darum von ihm abhängig war. In der Folge habe sie mit ihm und der Mitangeklagten in einer Wohnung leben und den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen müssen.

Frau über Internetportale zur Prostitution vermittelt

Nach knapp einem Monat sei das Opfer über Internetportale zur Prostitution an Männer vermittelt worden, so die Anklage. Mehrmals hätten die mutmaßlichen Täter sie zudem in der Wohnung vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht. Zudem hätten sie Druck aufgebaut, indem sie damit drohten, ihrer Familie zu verraten, dass sie keine Jungfrau mehr ist und als Prostituierte tätig war. Im März 2018 wandte die Frau sich schließlich mit Unterstützung eines Freiers an die Polizei.

Die Vorwürfe lauten auf Zwangsprostitution, Zuhälterei und Vergewaltigung. Für das Verfahren sind sieben Termine bis Ende Januar angesetzt. Im Laufe des Prozesses soll auch das Opfer aussagen.

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pap/news.de/dpa

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