Durch(ge)lesen: Darum ist die deutsche Sprache am Ende

Die deutsche Sprache ist nicht mehr die, die sie einmal war. Kritiker sprechen vom Untergang der deutschen Sprachkultur. Andreas Hock analysiert in seinem Buch «Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?» unterhaltsam und kurzweilig die Gründe.

Ein grün anlaufendes Gesicht, verdrehte Augen und nach unten hängende Mundwinkel: So stellt sich der Autor Andreas Hock Johann Wolfgang von Goethe vor, wenn er diesen mit der deutschen Sprache zum jetzigen Zeitpunkt konfrontieren würde. Einem der größten deutschen Dichter und Denker würde vermutlich speiübel werden, würde er den Niedergang unserer Sprache miterleben. Denn genau diesem Thema widmet sich der Autor in seinem neusten Buch «Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?».

Kevinismus als Sündenbock der deutschen Sprache

Dem Leser soll eines bewusst werden, unsere Sprache ist dem Niedergang geweiht und die Gründe dafür sind längst bekannt. Hock ist sich sicher, dass der um sich greifende Kevinismus, die misslungene Rechtschreibreform und der Coffee to go ihren Anteil daran haben.

In kurzweiligen Episoden beschreibt das Buch, welche Stationen die deutsche Sprache auf ihrem Weg zum Untergang bisher bestritten hat. Denn einst war Deutsch voller Poesie und Wohlklang und rührte Menschen sogar zu Tränen. Diese Zeit ist jedoch längst Geschichte. Wer glaubt einzig und allein die übermäßig verwendeten Anglizismen sind Schuld an der Misere, täuscht sich übrigens gewaltig. Denn vor knapp 300 Jahren war es modern, französische Begriffe willkürlich in den alltäglichen Sprachgebrauch einzustreuen.

RTL2 zerstört die Sprachkultur in Deutschland

In den fünfziger Jahren glaubten Kritiker, dass der Fernseher den Geist zerstöre. Und damit sollten sie recht behalten. Denn der Plan, die kulturelle Vielfalt durch die Privatsender wie RTL und Co. voranzutreiben, ging gewaltig in die Hose. Durch Sendungen wie «Schwiegertochter gesucht», «Bauer sucht Frau», «Frauentausch» und «Die Wollnys» habe die deutsche Sprachkultur einen weiteren Tiefpunkt erlitten.

Das Buch offenbart einen humoristischen Blick auf den Niedergang der deutschen Sprache. Allzu ernst sollte man es natürlich nicht nehmen. Denn Sprache unterliegt einem ständigem Wandel. Darin sind sich Linguisten zumindest einig. Witzig ist das Buch jedoch allemal. Denn wer wollte nicht schon immer einmal wissen, welchen Anteil Adolf Hitler am Niedergang der deutschen Sprache hatte? Oder warum Comics im Deutschunterricht eine Lösung gewesen wären?

Titel: «Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?»
Autor: Andreas Hock
Verlag: riva Verlag, 2014
Seitenzahl, Buchart: 192 Seiten, Taschenbuch
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-426-51623-2

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qus/news.de

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