Donald Trump und Pete Hegseth: "Kriegsverbrecher!" Störenfriede gehen Präsident und Kriegsminister an
So viel Gegenwind sind Donald Trump und Pete Hegseth nicht gewohnt: Bei Auftritten kurz vor den US-Zwischenwahlen wurden der Präsident und sein Verteidigungsminister von Zwischenrufen gezwungen, ihre Ausführungen abzubrechen.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Donald Trump und Pete Hegseth von Protestierenden gestört
- Wüste Zwischenrufe beenden Auftritte des US-Präsidenten und Kriegsministers vorzeitig
- Pete Hegseth als "Nazi" und "Kriegsverbrecher" beschimpft bei Podiumsdiskussion
In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die heiße Phase des Wahlkampfs vor den für den 3. November 2026 anberaumten Zwischenwahlen angebrochen: Donald Trump tourt als US-Präsident unablässig durch die Staaten, um die Werbetrommel für seine in den Umfragen angeschlagenen Republikaner zu rühren. Auch Trumps Kabinettsmitglieder, darunter der von Donald Trump zum "Kriegsminister" umgetaufte Verteidigungsminister Pete Hegseth, zeigen sich im Vorfeld der Midterms häufiger in der Öffentlichkeit - doch genau da schlägt den Aushängeschildern der Trump-Regierung verstärkt laustarke Kritik und Ablehnung entgegen.
Pete Hegseth bei Podiumsdiskussion von Protestierenden unterbrochen
Zu beobachten war das beispielsweise bei einer Podiumsdiskussion über autonome Kriegsführung auf der jährlichen Konferenz der Association of the United States Army (AUSA), wo es am 14. Oktober in Washington zu massiven Störungen kam. Mindestens sechs Demonstranten unterbrachen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in koordinierter Abfolge, während er im Walter E. Washington Convention Center über die militärische Zukunft der USA sprechen wollte.
Pete Hegseth's talk has been interrupted by at least 5 anti-war protesters https://t.co/hJgveNs27c
— FactPost (@factpostnews) October 14, 2026
Die Protestierenden beschimpften Hegseth unter anderem als "Kriegsverbrecher" und "Nazi", wandten sich gegen den von Donald Trump losgetretenen Krieg mit dem Iran und prangerten die humanitäre Situation im Gazastreifen an. Die Demonstranten wechselten sich dabei einzeln ab, um die Unterbrechungen möglichst lange aufrechtzuerhalten. Das Sicherheitspersonal musste die Störer nacheinander aus dem voll besetzten Saal entfernen. Kaum 16 Sekunden nach Hegseths ersten Worten erhob sich laut "Yahoo News" bereits die erste Demonstrantin und entrollte ein Banner mit der Aufschrift "Kein Krieg mit dem Iran".
Trumps Kriegsminister als "Nazi" und "Kriegsverbrecher" beschimpft: "Wir sehen uns in Den Haag!"
Die Protestaktion folgte einem klaren Muster: Die Demonstranten störten die Veranstaltung nacheinander, um die Unterbrechung so lange wie möglich hinauszuzögern. "Pete Hegseth, du bist ein verdammter Kriegsverbrecher, du bist ein Nazi", brüllte ein männlicher Protestler, der mitten im Gang stand und direkt in Hegseths Blickfeld agierte. "Du solltest dich schämen", fügte er hinzu. Eine weitere Demonstrantin richtete sich an das gesamte Publikum: "Ihr alle unterstützt diesen Kriegsverbrecher! Und ihr seid alle mitschuldig." Andere Protestierende machten auf die Lage im Gazastreifen aufmerksam: "Ihr schickt mehr Geld, um Kinder in Gaza zu töten, während Kinder in Amerika hungern." Der letzte Störer wurde besonders deutlich: "Die ganze Welt hasst dich", rief er Hegseth entgegen und drohte mit einer Anklage vor dem Internationalen Strafgerichtshof: "Wir sehen uns in Den Haag."
Pete Hegseth von Störenfrieden überrumpelt
Hegseth versuchte zunächst, die Unterbrechungen mit Gelassenheit zu kontern. Nachdem die erste Demonstrantin aus dem Saal gezerrt worden war, kommentierte er trocken: "Sie hält große Stücke auf mich." Als die Störungen jedoch im Minutentakt weitergingen, schwand die Lockerheit zusehends. "Es scheint, wir haben es hier mit einer Taktik zu tun", stellte er fest. Der Verteidigungsminister zog dann eine Parallele zu seiner früheren Karriere: "Ich fühle mich hier eigentlich recht wohl. Diese Stühle und diese Lichter – das fühlt sich an wie ein Fernsehstudio", sagte er dem Publikum. Hegseth hatte ein Jahrzehnt lang beim Sender Fox News gearbeitet, wo er die Sendung "Fox & Friends" mitmoderiert hatte. Teile des Publikums reagierten ihrerseits auf die Protestierenden mit "USA, USA, USA"-Sprechchören, bevor die Diskussion schließlich fortgesetzt werden konnte.
Gegenwind für Pete Hegseth - diese Pläne machen selbst Trump und Vance sauer
Inhaltlich drehte sich Hegseths Auftritt um das sogenannte Project Agincourt – eine Pentagon-Initiative, die darauf abzielt, Entwicklung und Beschaffung autonomer Systeme einschließlich Drohnentechnologie deutlich zu beschleunigen. Zudem warb er für das Programm "Arsenal der Freiheit", mit dem die Regierung die heimische Rüstungsindustrie stärken und militärische Beschaffungsprozesse verkürzen will. Doch der Verteidigungsminister steht derzeit an mehreren Fronten unter Druck. Sein Vorhaben, die Hinrichtung des Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan per Erschießungskommando live zu übertragen, stößt laut "Yahoo News" selbst bei Trump und Vizepräsident JD Vance auf Skepsis. Gleichzeitig belastet der Iran-Krieg die Regierung politisch: Steigende Öl- und Treibstoffpreise treiben die Lebenshaltungskosten in die Höhe. Trump hatte den Konflikt als "geringen Preis" bezeichnet, um Teherans Atomprogramm zu stoppen.
Donald Trump von Zwischenrufen überrascht: "Das ist nicht nett!"
Hegseth ist derzeit nicht der einzige Vertreter der Regierung, der bei öffentlichen Auftritten auf Widerstand stößt. Bei einer Wahlkampfrede im Vorfeld der Zwischenwahlen in Kalispell (US-Bundesstaat Montana) wurde auch Präsident Trump von einem Demonstranten unterbrochen. Als Buhrufe im Publikum aufbrandeten, hielt Trump inne und wiederholte mehrfach: "Das ist nicht nett! Das ist nicht nett!" Die Menge übertönte den Störer daraufhin mit "Trump, Trump, Trump"-Rufen.
Trump is even getting heckled in Montana: That’t not nice. Who is that guy? https://t.co/egGydBJYgz
— Acyn (@Acyn) October 15, 2026
Der Präsident tat die Vorfälle als inszeniert ab: Die Protestierenden seien "bezahlte Agitatoren" der radikalen Linken, die für zwei Worte tausend Dollar kassierten. "Dann kommen sie nach Hause, und ihre Mutter verpasst ihnen eine Ohrfeige", so Trump.
Solche Unterbrechungen häufen sich bei republikanischen Veranstaltungen – zuletzt kam es auch in Texas, Tennessee und Alaska zu ähnlichen Szenen.
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loc/news.de/stg
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