Pete Hegseth: Trump-Minister platzt der Kragen - dann legt er seine Militärpläne offen

Nach dem Vorbild von Donald Trump tobte Pete Hegseth bei seiner Rede in Quantico wild drauflos: Der US-Kriegsminister warf den Medien nicht nur Verrat vor, sondern enthüllte auch seine Militärpläne, in denen Elon Musk eine wichtige Rolle spielt.

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Bei seiner Rede zur Lage der Streitkräfte vor hochrangigen Militärführern hat US-Kriegsminister Pete Hegseth die amerikanische Presse des Verrats bezichtigt. (Foto) Suche
Bei seiner Rede zur Lage der Streitkräfte vor hochrangigen Militärführern hat US-Kriegsminister Pete Hegseth die amerikanische Presse des Verrats bezichtigt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Pete Hegseth wütet bei Rede vor Militärführern gegen US-Medien
  • Trumps Kriegsminister erhebt schwere Verratsvorwürfe
  • Pentagon-Chef legt Militärpläne offen - Elon Musk spielt wichtige Rolle

Dass seine öffentlichen Ansprachen in aggressive Wutausbrüche münden, ist man von US-Präsident Donald Trump bereits gewohnt - dass auch Trumps Kriegsminister seinem Boss diesbezüglich in nichts nachsteht, stellte Pete Hegseth bei seiner Rede zur Lage der Streitkräfte vor hochrangigen Militärführern in Quantico (US-Bundesstaat Virginia) unter Beweis.

Pete Hegseth tobt bei Rede gegen US-Medien und erhebt Verratsvorwürfe gegen US-Journalisten

In seiner Rede, die die britische "Daily Mail" in einem Beitrag Revue passieren ließ, echauffierte sich der US-Kriegsminister am 30. September vor allem über US-amerikanische Medien und setzte zu einem verstörenden Vergleich an: "Unsere sogenannte Presse lässt iranische Staatsmedien vernünftig aussehen", erklärte der ehemalige Fox-News-Moderator vor versammelter Generalität. Pete Hegseth nutzte seinen Auftritt nicht nur für eine Generalabrechnung mit amerikanischen Journalisten, sondern warf ihnen gleich "nationalen Verrat" vor. Ihre Berichterstattung über den unpopulären Iran-Krieg, der seit Ende Februar 2026 tobt, sei nichts anderes als "parteiischer Aktivismus, der absichtlich die Truppen und ihre historische Mission verunglimpft", was "zutiefst antiamerikanisch" und "krank"sei - eine Formulierung, die den Spielraum für kritischen Journalismus in Kriegszeiten weiter verengt.

Donald Trumps Kriegsminister warf den großen US-Medien zudem vor, den Präsidenten aus Gründen "politischer Vergeltung" anzugreifen, und diagnostizierte Journalisten kollektiv das "Trump Derangement Syndrome" – ein in rechten Kreisen beliebter Kampfbegriff für vermeintlich irrationale Kritik am Präsidenten. Bereits im Sommer hatte Hegseth Reportern den Zugang zum Pressebüro des Pentagons entzogen – mitten im laufenden Irankrieg. Die jüngste Attacke markiert damit eine weitere Eskalationsstufe in seinem seit Langem schwelenden Konflikt mit der amerikanischen Presse.

Donald Trumps Kriegsminister verkündet neues Militärkommando und setzt auf Kampfroboter

Doch Hegseth kam nicht nur zum Austeilen nach Quantico. Neben der verbalen Eskalation gegen die Medien hatte Trumps Kriegsminister allerdings auch Handfestes im Gepäck: die Gründung eines neuen Militärkommandos für autonome Kriegsführung sowie ein prominentes Zukunftsprojekt unter Beteiligung von Elon Musk. Das "Autonomous Warfare Command" – kurz AutoWarCom – soll künftig Beschaffung, Erprobung und Einsatz von Drohnen sowie Robotersystemen für die US-Streitkräfte bündeln.

Das Kommando soll bis Oktober 2027 einsatzbereit sein. Bis zur Ernennung eines Vier-Sterne-Generals an der Spitze übernehmen vorläufig Owen West, ein Beamter des Kriegsministeriums und ehemaliger Marine, sowie der Navy-SEAL-Testpilot Max Strasiser die Leitung. Die Besetzung mit einem Vier-Sterne-Offizier würde AutoWarCom auf dieselbe Ebene heben wie das Central Command für den Nahen Osten oder AFRICOM für den afrikanischen Kontinent. Oberstes Ziel: möglichst schnell eine Produktionspipeline für kostengünstige, autonome Waffensysteme aufzubauen, die den USA auf Schlachtfeldern weltweit einen Vorteil verschaffen sollen.

US-Regierung beauftragt Elon Musk, Luckey und Gingrich mit Entwurf für den Krieg der Zukunft

Parallel zur Gründung von AutoWarCom präsentierte Hegseth ein weiteres Vorhaben: "Project Meridian". Unter diesem Namen sollen SpaceX-Chef Elon Musk, Anduril-Gründer Palmer Luckey und der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich gemeinsam die Zukunft der Kriegsführung und die dafür nötigen Technologien erforschen.

Das Trio hat 120 Tage Zeit, um dem Kriegsministerium einen entsprechenden Bericht vorzulegen. Die Zusammensetzung der Gruppe ist dabei durchaus bemerkenswert: ein Tech-Milliardär mit engsten Verbindungen zur Regierung, ein Rüstungsunternehmer, dessen Firma bereits autonome Systeme für das Militär entwickelt, und ein politisches Urgestein der Republikaner, das zuletzt vor allem als Trump-Unterstützer in Erscheinung trat.

Pentagon unter Zugzwang - Trumps Militär muss bei Drohnen aufholen

Autonome Waffensysteme haben sich in den Konflikten dieses Jahrzehnts als entscheidender Faktor etabliert. In der Ukraine haben günstig produzierte Drohnen der kleineren Nation ermöglicht, sich über Jahre gegen die russische Invasion zu behaupten – gerade weil sie billig und unkompliziert herzustellen sind. Auch im aktuellen Iran-Krieg spielen unbemannte Systeme eine zentrale Rolle: Der Iran hat Tausende selbst gebauter Drohnen gegen die USA und Israel eingesetzt, wobei einige Angriffe verheerende Wirkung entfalteten.

Genau diese Erfahrungen dürften den Druck auf das Pentagon erhöht haben, die eigene Entwicklung und Beschaffung autonomer Systeme zu beschleunigen. Mit AutoWarCom will das Kriegsministerium nun eine zentrale Struktur schaffen, um kostengünstige Drohnen und Robotik schneller an die Front zu bringen – und den technologischen Vorsprung gegenüber Gegnern zu sichern.

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