Friedrich Merz: Will Schwesig den Kanzler zu Fall bringen? Brisante Spekulationen in der Union
Der Rücktritt von Bärbel Bas hat die Spannungen zwischen Union und SPD weiter verschärft. In der Unionsfraktion wächst angeblich die Befürchtung, die Sozialdemokraten könnten den Konflikt nutzen, um die Regierung zu stürzen. Im Zentrum der Spekulationen steht Manuela Schwesig, die dem Kanzler zuletzt scharf widersprochen hatte.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- In der Union wächst laut "Bild" die Sorge vor einem möglichen Bruch der Koalition
- Manuela Schwesig steht wegen ihrer scharfen Kritik an Merz im Mittelpunkt der Spekulationen
- Ob die SPD tatsächlich Neuwahlen oder einen Kanzlerwechsel anstrebt, ist nicht belegt
In der Unionsfraktion brodelt es gewaltig. Wie "Bild" berichtet, treibt zahlreiche der 208 CDU/CSU-Abgeordneten eine brisante Befürchtung um: Die SPD könnte systematisch darauf hinarbeiten, Friedrich Merz zu Fall zu bringen und damit die schwarz-rote Koalition zum Platzen zu bringen.
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Union bangt um Friedrich Merz – plant die SPD den Kanzler-Sturz?
Offiziell mag sich kein Unionspolitiker dazu äußern. Hinter verschlossenen Türen jedoch zeichnen viele Abgeordnete ein beunruhigendes Bild. Ihre Überzeugung: Die jüngsten Attacken der Sozialdemokraten auf Merz und die gesamte Union seien kein Zufall, sondern folgten einem kalkulierten Drehbuch. Ziel sei es, das Vertrauen zwischen den Koalitionspartnern gezielt zu untergraben. Im Zentrum des Verdachts steht dabei Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52), der weitreichende machtpolitische Ambitionen nachgesagt werden.
Konkret entzündete sich der Konflikt am Rücktritt von Sozialministerin Bärbel Bas. Nachdem die SPD-Politikerin ihr Amt niedergelegt hatte, warf die SPD-Seite der Union vor, die Kritik an Bas sei "unanständig" und "unmenschlich" gewesen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass ihre 53-jährige Stieftochter Ende September verstorben war.
Die Unionsabgeordneten können diese Vorwürfe allerdings nicht nachvollziehen. Aus ihrer Sicht habe es ausschließlich sachliche Kritik an der Amtsführung von Bas gegeben. Bezeichnend dabei: Welche konkreten Äußerungen die SPD-Führung als so verletzend empfand, hat sie bis heute nicht benannt. Gerade dieses Schweigen nährt in der Fraktion den Verdacht, dass die Empörung inszeniert sein könnte – als Teil einer bewussten Strategie, die Union zum Buhmann zu stempeln und so den Boden für ein Ende der Koalition zu bereiten.
Union sieht Manuela Schwesig als Strippenzieherin
Innerhalb der Union gilt Schwesig als zentrale Figur hinter den eskalierenden Angriffen. Die Ministerpräsidentin fährt schon seit Längerem einen konfrontativen Kurs gegen Merz – etwa mit permanenter Kritik am geplanten Rentenpaket. Zuletzt wurde der Ton auch persönlich: Schwesig bezeichnete das Verhalten des Kanzlers als "unmenschlich". Nach ihrem Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern wird ihr in Parteikreisen zugetraut, sowohl den SPD-Vorsitz als auch eine Kanzlerkandidatur anzustreben. Dass sie im Nordosten derzeit ein rot-rot-grünes Bündnis schmiedet, verstärkt die Nervosität in der Unionsfraktion zusätzlich. Aus CDU-Sicht fügt sich alles zu einem Gesamtbild: Schwesig könnte die Bundesregierung bewusst an die Wand fahren lassen, um anschließend selbst als Spitzenkandidatin bei vorgezogenen Neuwahlen anzutreten – und ein rot-rot-grünes Projekt auf Bundesebene zu versuchen.
Neuwahlen vor der NRW-Wahl?
Als möglichen Zeitpunkt für einen Koalitionsbruch handeln Unionspolitiker das Frühjahr – konkret die Wochen vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl am 25. April. Ein solches Timing würde maximalen Druck auf die CDU in ihrem bevölkerungsreichsten Kernland erzeugen.
Das dahinterstehende Kalkül laut "Bild": Schwesig teste mit ihren gezielten Provokationen die Belastbarkeit von Merz. Sollte der Kanzler die Nerven verlieren und selbst hinwerfen, wäre der Weg frei – entweder für einen Kanzlertausch innerhalb der Union, etwa zugunsten von CSU-Chef Markus Söder (59), oder eben für komplette Neuwahlen. Im zweiten Szenario könnte Schwesig dann als SPD-Kanzlerkandidatin antreten und versuchen, ihr rot-rot-grünes Modell aus Mecklenburg-Vorpommern auf die Bundesebene zu übertragen.
Regierungstreue nach außen, Rammbock nach innen
Innerhalb der SPD registriert man Schwesigs verschärfte Gangart durchaus aufmerksam. Ihre Einschätzung sei, dass Merz auch die Sozialdemokraten mit nach unten ziehe und eine Zusammenarbeit unter seiner Führung keine Zukunft habe. Dennoch glauben die meisten Genossen nicht, dass die Ministerpräsidentin aktiv auf Neuwahlen hinarbeite – wohl aber, dass sie diese "billigend in Kauf nehmen" würde.
Schwesig selbst versichert sowohl öffentlich als auch hinter den Kulissen, loyal zur Koalition zu stehen. Gleichzeitig wolle sie aus ihrer Sicht falsche Weichenstellungen verhindern – allen voran beim Thema Rente. Dafür bekommt sie nun ein mächtiges Instrument: Künftig sitzt sie in der neu geschaffenen Renten-Arbeitsgruppe. Dort könnte sie als Verteidigerin der Rente mit 63 den Reformkurs von Merz, der die Frühverrentung abschaffen will, weiter blockieren.
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