Gerhard Schröder: "Eine Schande sondergleichen" - Altkanzler nach Putin-Feier scharf kritisiert

Während seines Aufenthalts in Russland besuchte Gerhard Schröder die Geburtstagsfeier seines alten Freundes Wladimir Putin in Moskau. Das Treffen sorgte bei mehreren deutschen Politikern für Unmut.

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Gerhard Schröder besuchte seinen alten Freund Wladimir Putin in Moskau. (Foto) Suche
Gerhard Schröder besuchte seinen alten Freund Wladimir Putin in Moskau. Bild: picture alliance/dpa/TASS | Alexei Druzhinin
  • Wladimir Putin lud Gerhard Schröder zu seinem Geburtstag ein
  • Altkanzler nach Besuch des Kremlchefs heftig kritisiert
  • Göring-Eckhardt undStrack-Zimmermann bezeichnen Treffen als "Schande"

Gerhard Schröder steht aktuell massiv in der Kritik. Der Grund dafür ist nicht nur sein Besuch in einer russischen Supermarktkette, sondern auch sein Treffen mit Wladimir Putin. Nach seinem Besuch der Geburtstagsfeier des russischen Präsidenten in Moskau herrscht Unmut. Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt und die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), bezeichneten den Besuch als Schande.

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Party bei Putin zuhause - Schröder feierte mit dem Kremlchef Geburtstag

Nach Kreml-Angaben hatte Schröder am Mittwoch mit Kremlchef Putin dessen 74. Geburtstag gefeiert. Der Kreml hatte auf der Plattform Telegram mitgeteilt, Putin habe am Mittwochmorgen aus den Medien von der Anwesenheit Schröders in der russischen Hauptstadt erfahren. "Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein", hieß es weiter. Gezeigt wurden auch Fotos, die zeigen, wie die beiden Männer lächelnd ihre Hände fest umeinander verschließen.

Vor der Party hatte Schröder am Morgen eine Filiale des russischen Ablegers der deutschen Supermarktkette Globus in der russischen Hauptstadt besucht und eine Begrüßungsrede vor den Mitarbeitern des Unternehmens gehalten. Zuvor war er in den Aufsichtsrat des Unternehmens berufen worden.

"Ein Verrat an Europa" - Göring-Eckardt übt massive Kritik an Schröder

Göring-Eckardt schrieb zu Schröders Besuch bei Putin auf der Plattform X: "Eine Schande für Deutschland. Ein Verrat an Europa. Ein Bärendienst für Frieden." Aber leider habe sie schon nichts anderes mehr von ihm erwartet.

"Schande" und "Wunderheilung à la Rasputin" - Politiker kommentieren Söders Putin-Besuch

Strack-Zimmermann bezeichnete Schröder auf X als Deutschlands frechsten Rentner. "Zu krank für Untersuchungsausschüsse (ganz schlimmer Burnout), aber für gut dotierte Mandate in Russland und Geburtstagsparty zuhause bei Kriegsverbrecher Putin reichts dann doch noch. Eine Schande sondergleichen."

Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, kritisierte auf X ebenfalls, Schröder sei für einen Untersuchungsausschuss zu krank, aber fit genug für Moskau, Putin und "eine frische Ladung Rubel". Er fügte hinzu: "Wunderheilung à la Rasputin bei Gerhard Schröder". 2025 hatte Schröder Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern im Kontext des Baus der Erdgasleitung Nord Stream 2 mehrfach wegen einer Burnout-Erkrankung abgesagt.

Wirbel um Schröders Freundschaft zu Putin

Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Der 82-Jährige ist mit Putin eng befreundet und steht unter anderem wegen dieser engen Verbindung und seines Engagements für russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik. Auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Schröder wiederholt mit Putin getroffen.

Im Mai hatte Putin Schröder als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. In der Bundesregierung waren Putins Äußerungen aber auf deutliche Skepsis gestoßen. Der russische Präsident hatte die großangelegte Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 befohlen - und seine Kriegsziele bisher nicht erreicht. 

Schröder war nach seinem Ausscheiden aus der Politik lange Jahre für russische Energiekonzerne aktiv, unter anderem als Präsident des Verwaltungsrats der Nord Stream 2 AG, einer Tochtergesellschaft des russischen Energiekonzerns Gazprom. Die Pipeline wurde Ende 2021 fertiggestellt, ging aber wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 nicht in Betrieb - die Bundesregierung unter dem damaligen Kanzler Olaf Scholz (SPD) versagte die Betriebsgenehmigung.

Ukraine-Krieg aktuell - schwere Angriffe am Geburtstag des Kremlchefs

Am Mittwoch, dem Tag von Putins Geburtstag, hatte Russland die Ukraine erstmals in diesem Herbst mit einem der gefürchteten kombinierten Angriffe mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen überzogen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach danach von mindestens 25 Toten und über 100 Verletzten und bezeichnete den Angriff als ein "Geburtstagsgeschenk für Putin".

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/sfx/news.de/dpa

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