Wladimir Solowjow: Putin-Propagandist packt über die Ziele Russlands aus

In seiner Propagandasendung hat Wladimir Solowjow erneut mit einem möglichen Krieg gegen Europa gedroht. Der Putin-Verbündete sprach dabei über die angeblich kurz- und langfristigen Ziele Russlands.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wladimir Solowjow sprach im russischen Staatsfernsehen über die kurz- und langfristigen Ziele Russlands. (Foto) Suche
Wladimir Solowjow sprach im russischen Staatsfernsehen über die kurz- und langfristigen Ziele Russlands. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph
  • Wladimir Solowjow spricht im Staatsfernsehen über die kurz- und langfristigen Ziele Russlands
  • Putin-Propagandist droht mit der Annexion weiterer Gebiete, um russischen Einflussbereich zu vergrößern
  • Krieg mit europäischen Staaten könnte laut Solowjow kommen

Wird Wladimir Putin im Ukraine-Krieg künftig zu noch härteren Mitteln greifen und eventuell sogar eine direkte militärische Konfrontation mit der Nato riskieren? Westliche Sicherheitsexperten haben in den vergangenen Wochen verstärkt vor solchen Szenarien gewarnt. Im russischen Staatsfernsehen wird derweil zum wiederholten Male mit weiterer Eskalation gedroht. In seiner eigenen Sendung sprach Top-Propagandist Wladimir Solowjow über die möglichen kurz- und langfristigen Ziele Moskaus.

Wladimir Solowjow spricht über russische Ziele im Staatsfernsehen

Der Moderator dachte in seiner Sendung laut über die zukünftige Weltordnung nach und behauptete, dass westliche Politiker Russland regelmäßig den "brennenden Wunsch" hätten, Russland auszubeuten. Russland sei ein "sehr reiches Gebiet, das von einer relativ kleinen Anzahl von Menschen bewohnt wird", so Solowjow laut Übersetzung des YouTube-Kanals "Russian Media Monitor". "Seit geraumer Zeit werden wir immer weniger." Aktuell gebe es rund 150 Millionen Russen. "Europa, das im Vergleich zu unserem Territorium nur ein winziges Stück Land hat, beherbergt eine halbe Milliarde Menschen, was sich nicht mit unserem Land und seinen Reichtümern vergleichen lässt. Wir sind gezwungen, uns selbst und unseren Reichtum sowie unser Existenzrecht zu verteidigen", sagte der Putin-Unterstützer weiter.

Putin-Propagandist droht mit weiteren Annexionen

Ein "realistisches, kurzfristiges Ziel" sei es laut Solowjow, "unsere verfassungsmäßigen Grenzen zu erreichen.Dazu gehört auch der Übergang auf die andere Seite des Dnipro bis nach Cherson (Seehafenstadt in der Südukraine, Anmerkung der Redaktion)." Dauerhafter Frieden würde dies jedoch nicht bringen. Solowjow zufolge würde der Westen weiterhin versuchen, die Lage in Russland zu destabilisieren. "Dann werden wir natürlich damit beginnen, unseren Einflussbereich auszuweiten, sodass die Ukraine jegliche geopolitische Bedeutung als Bollwerk gegen uns verliert. Dazu müssen wir zumindest bis nach Transnistrien vordringen", drohte der Moderator. "Nach und nach werden wir die Gelegenheit erhalten, jene Gebiete zu annektieren, die zur Vernunft kommen. Wir werden entscheiden, welche wir wollen und welche nicht."

Führt Moskau bald Krieg gegen Europa?

Solowjow ging in seiner Sendung auch auf angebliche Bedrohungen für die russische Minderheit im Baltikum ein. "Außerdem kann Kaliningrad (russische Exklave zwischen Polen und Litauen) nicht lange unter Blockade bleiben. Daher werden wir gezwungen sein, dieses Problem irgendwie zu lösen." Laut dem Propagandisten könnte es dabei auch zu einem nuklear oder konventionell geführten Krieg mit europäischen Ländern kommen, die keine Unterstützung aus den USA erhalten. "Für uns ist dies die günstigste Art von Krieg, denn er wird es uns ermöglichen, diese Länder zu zerschlagen und mehrere Probleme zu lösen." Solowjow sprach in diesem Zusammenhang darüber, "einen bedeutenden Teil der Ostsee" unter vollständige russische Kontrolle zu stellen sowie einen Landkorridor nach Kaliningrad zu schaffen - unter Umständen "als Ergebnis einer Befreiungskampagne".

Wladimir Solowjow plädiert für ein Bündnis von Russland und China

Solowjow machte anschließend noch klar, was er von einem friedlichen Zusammenleben in Europa hält: "Wir brauchen kein vereintes Europa, denn aus einem vereinten Europa ist uns noch nie etwas Gutes entstanden." Ziel sei vielmehr, "dass es innerhalb Europas so viele Kriege und Probleme wie möglich gibt." Er plädierte für ein "Gebiet aus zersplitterten, geschwächten Nationen" und ein starkes militärisch-politisches Bündnis von Russland und China, dem auch Staaten wie Nordkorea und Belarus angehören. Inwiefern Solowjows Äußerungen mit den wahren Absichten des Kremls konform sind, bleibt unklar. Beweise für seine Anschuldigungen gegenüber Europa lieferte er nicht. 

Auch diese News rund um den Ukraine-Krieg könnten Sie interessieren:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.