Wladimir Putin: Neues Ziel des Kremlchefs – Ukraine-Krieg bald beendet?
Findet der Ukraine-Krieg mit einem russischen Sieg bis Frühjahr 2027 ein baldiges Ende? Das sollen jedenfalls aktuelle Pläne des Kremls vorsehen. Experten zweifeln jedoch daran, dass Wladimir Putin diese Frist einhalten kann.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Wladimir Putin soll Sieg über die Ukraine bis Frühjahr 2027 planen
- Laut Experten will der Kremlchef dabei nun verstärkt auf Drohnenangriffe setzen
- Zweifel, ob der russische Präsident die Frist einhalten kann
Der September 2026 könnte für Wladimir Putin laut ukrainischen Angaben zu einem der verlustreichsten Monate seit Kriegsbeginn werden. Der Kremlchef dürfte deshalb ein schnelles Ende des Konflikts anstreben, der nach ursprünglichen Plänen Moskaus nur wenige Tage dauern sollte. Aktuellen Analysen zufolge hat der russische Präsident nun ein neues Kriegsziel definiert.
Wladimir Putin plant Kriegsende bis Frühjahr 2027 laut Experten
Bis Frühjahr 2027 will Putin die Ukraine bezwungen haben, wie aktuell die "Bild" unter Berufung auf Experten der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) berichtet. Die Mittel dafür haben sich grundlegend verändert. Statt weiterhin auf die verlustreiche Bodenoffensive zu setzen, soll nun massiver Drohnen-Beschuss aus der Luft die Ukraine in die Knie zwingen. Ursprünglich hatte Russland geplant, im Frühjahr 2026 den kompletten Donbass einzunehmen und die ukrainischen Linien zu durchbrechen. Das Vorhaben scheiterte krachend.
Kremlchef soll verstärkt auf Drohnenangriffe statt auf Bodenoffensive setzen
"Die Netto-Geländegewinne sind seit dem Frühjahr ungefähr null", stellt Russland-Expertin Sarah Pagung von der Körber-Stiftung laut "Bild" fest. "Das ist jetzt der Strategiewechsel, der daraus folgt." Laut SWP-Expertin Margarete Klein sollen die Luftschläge militärischen Druck erzeugen, "ohne dass Russland eine neue größere Zwangsmobilmachung durchführen müsste". Die Konsequenzen könnten für die ukrainische Bevölkerung verheerend sein. Denn Klein zufolge würden nun "noch stärker zivile Ziele ins Visier genommen wie Züge oder Metrostationen, wo Menschen Schutz suchen". Laut demMilitäranalysten Franz-Stefan Gady fehlen allerdings Flugabwehrsysteme für den Schutz von Städten, da diese an der Front im Einsatz sind.
Kann Putin sein neu definiertes Ziel im Ukraine-Krieg erreichen?
Putin kalkuliere zudem mit dem Winter als Waffe. Darüber hinaus setzt er offenbar auch auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich im kommenden Jahr. Die Hoffnung: Ein Europa, das mit innenpolitischen Turbulenzen ringt, hätte weniger Kapazitäten für die Unterstützung Kiews. Ob Putins Rechnung aufgeht, bezweifeln Fachleute. Seit 2022 hat der Kreml laut ISW mindestens 15 Deadlines für die Eroberung des Donezk-Gebiets gesetzt – keine einzige wurde eingehalten. Russland-Experte Stefan Meister hält auch die Frist bis Frühjahr 2027 für "eine erneute Fehleinschätzung", warnt aber vor Evakuierungen im Süden der Ukraine und "leeren Städten".
Gleichzeitig plant Moskau aktuellen Berichten zufolge neue Rekordausgaben für sein Militär in Höhe von 178 Milliarden Euro und eine Aufstockung der Armee auf 2,4 Millionen Soldaten. In Russland will man also offenbar auch auf länger andauernde Kampfhandlungen gewappnet sein.
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