01.04.2019, 06.02 Uhr

1. April 2019: Streich-Alarm! Wie entstand eigentlich der Aprilscherz?

Am 1. April schicken wir nur zu gerne unsere Mitmenschen in den April. Doch woher stammt eigentlich die Tradition des Aprilscherzes? Plus: Diese Aprilscherz-Klassiker lassen Sie garantiert schmunzeln.

Heute gilt es, vorsichtig zu sein! Ihre Mitmenschen könnten Sie hereinlegen wollen. Bild: Marcus Brandt/dpa

Ihr Schnürsenkel ist auf! Wirklich! Schauen Sie doch mal nach unten, dann sehen Sie es! Haben Sie den Zustand Ihrer Schnürsenkel überprüft? Ja? April, April!

Die Bedeutung des 1. April

Am 1. April - so will es der Brauch - versuchen Scherzbolde, andere Leute mit einem Augenzwinkern hinters Licht zu führen. Mal sind die Finten sehr offensichtlich. Mal gerät der eine oder andere allerdings ins Stutzen und fragt sich, ob da wohl doch Wahres hinter steckt. Ziel sollte jedenfalls sein, dass am Ende alle drüber lachen können. Doch woher stammt die Tradition, Menschen am 1. April in den April zu schicken?

Woher kommt der Aprilscherz?

Als verbürgt gilt, dass die Wendung "in den April schicken" schon 1618 in Bayern angewendet wurde. Doch woher kommt der Aprilscherz tatsächlich? So richtig klar ist das nicht. Infolgedessen gibt es verschiedenste Erklärungsansätze.

1. Der Kalenderreform-Ansatz
1564 verlegte der französische König Karl IX im Zuge einer Kalenderreform den Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar. In Unkenntnis dieses Erlasses feierten manche weiterhin wie gewohnt den Neujahrstag in der Nacht zum 1. April und wurden als Aprilnarren verspottet.

2. Der "Ein Frauenheld wird verladen"-Ansatz
Heinrich der IV soll im frühen 17. Jahrhundert von einer holden Maid zum 1. April eine Einladung zu einem Schäferstündchen erhalten haben. Demgegenüber war der als Frauenheld verschriene Adlige alles andere als abgeneigt und er folgte der Einladung. Doch am geheimen Treffpunkt erwartete ihn dann sein ganzer Hofstaat und seine Frau! Urheber des Streichs? Seine Frau Maria von Medici, die dem Frauenheld einen Denkzettel verpassen wollte.

3. Der religiöse Ansatz
Laut Christentum soll der gefallene Engel Luzifer angeblich am 1. April in die Hölle eingezogen sein. Zudem soll Judas Ischariot, der Jesus für 30Silberlinge verraten hatte, an einem 1. April geboren worden sein. Unglücksbeladener kann ein Tag ja kaum sein. Dementsprechend sollten Christen an dem Tag besonders achtsam sein.

4. Der Narrenfest-Ansatz
Weiterhin könnte die Tradition des 1. Aprils auch auf ein römisches Fest namens Quirinalia zurückgehen. Dieses wurde auch als Fest der Dummen und Narren bezeichnet. Apropos Rom: Es geht das Gerücht um, dass Kaiser Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) höchstselbst den 1. April offiziell zum schlimmsten Schicksalstag aller Schicksalstage ernannt haben soll. Gründe hierfür könnten Beobachtungen seiner römischen Astrologen und Theorien seiner Prognostiker gewesen sein.

5. Der Münztag-Ansatz
1530 sollte beim Augsburger Reichstag das Münzwesen geregelt werden. Doch dort waren andere Themen wichtiger. Für den 1. April desselben Jahres wurde darum ein Münztag anberaumt. Doch auch dieser Tag fiel aus. Spekulanten, die auf den Tag und seinen Ausgang gesetzt hatten, verloren ihr Geld und wurden obendrein noch ausgelacht.

Doch es gibt noch mehr Theorien. So wurde sogar das wechselhafte Aprilwetter als Ursprung des Aprilscherzes herangezogen. Immerhin halte es mit seiner Wechselhaftigkeit die Menschen immer wieder zum Narren.

Welche Länder begehen den 1. April?

Der 1. April wird in vielen europäischen Ländern begangen. Auswanderer des europäischen Kontinents brachten den Brauch unter anderem auch nach Kanada und in die USA, wo der Tag als "April Fools' Day" begangen wird. Die Spanier und die ihnen kulturell nahestehenden lateinamerikanischen Länder begehen zwar nicht den 1. April, haben aber einen ähnlichen Tag zum Foppen ihrer Mitmenschen. Hierbei handelt es sich um den 28. Dezember, den "Tag der unschuldigen Kinder".

Echte Klassiker des Aprilscherzes

Vor allem sonst als extrem seriös wahrgenommen Printmagazine, Online-Auftritte und Nachrichtenformate versuchen sich am 1. April gegenseitig darin zu überbieten, wer denn die kreativste "Zeitungsente" auf seine Leser/Kunden losgelassen hat. Hier einige Klassiker.

#01: Die BBC strahlte 1957 eine Dokumentation über die Spaghetti-Ernte in der Schweiz aus.

#02: Die ARD verkündete 2016, Til Schweiger moderiere künftig bei der "Tagesschau" und habe dafür ein Aussprachetraining absolviert.

#03: Burger King kündigte 1998 einen Burger für Linkshänder an.

#04: Die Post erklärte 1998, dass ihre Briefträger ab sofort mit Dienstwürstchen ausstaffiert werden würden, um sie vor Hunde-Attacken zu schützen.

#05: Samsung erklärte, eine voll vernetzte Hose erfunden zu haben, die vor einem offenen Hosenstall warne.

#06: Der WDR reagierte auf Zuschauerbeschwerden und passte die Größenverhältnisse der Helden aus "Die Sendung mit der Maus" an.

Sie können die Anpassungen von "Die Sendung mit der Maus" nicht sehen? Klicken Sie hier!

#07: Amazon erklärte, der Versand von Paketen bis 25 Zentimeter erfolge in Berlin künftig per Rohrpost: "Prime Rohrpost"

#08: 2008 warb die Fluglinie Virgin Blue mit sehr günstigen Stehplätzen.

#09: Der britische "The Guardian" erfindet den Inselstaat "San Serriffe" und feierte ihn auf einer mehrseitigen Beilage. Sehr zum Ärger diverser Reisebüros, die sich in der Folge vor Urlaubs-Anfragen für die Insel kaum retten konnten.

#10: Google stellte ein selbstfahrendes Fahrrad vor.

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pap/news.de

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