No Surrender: Unterm Totenkopf - DIESER Rockerclub zieht nach Deutschland

Drogenhandel, Geldwäsche, Körperverletzung: Mitglieder des niederländischen Rockerclubs No Surrender sind im Visier der Justiz. Jetzt weichen sie aus nach Deutschland.

Ein Totenkopf mit Hut vor zwei gekreuzten Pistolen, darüber prangt groß der Name: No Surrender - Nicht aufgeben. Aber derniederländische Rockerclub No Surrender präsentiert sich nach außen hin gern friedliebend und gemütlich. "Ein Club für alle Kulturen und alle Religionen", heißt es auf derHomepage. Die Rocker seien "treue Kameraden", die eines verbinde: Die Liebe zum Motorrad fahren.

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Rockerclub No Surrender jetzt in Deutschland aktiv

Das aber sieht die niederländische Justiz ganz anders. Für sie ist No Surrender ein sogenannter Outlaw-Bikerclub, deren Mitglieder es nicht so genau mit dem Gesetz nehmen. Tatsächlich gibt es seit Gründung des Clubs 2013 regelmäßig Festnahmen und Durchsuchungen wegen Drogenhandels, Körperverletzung, Geldwäsche, Erpressung oder unerlaubtem Waffenbesitz. Zuletzt machte die lokale Abteilung im ostniederländischen Emmen an der deutschen Grenze negative Schlagzeilen. Dort hatte die Justiz im Januar das Clubhaus durchsucht und geschlossen.

Daraufhin zogen die Rocker über die Grenze nach Deutschland - in die Nähe des Grenzübergangs Zwartemeer/Hebelermeer. Sie bezogen auf dem Gebiet der Stadt Haren auf einem alten Bauernhof ein neues Quartier. Das sei nicht verboten, sagte ein Sprecher der Polizei im Emsland. Die Aktivitäten des Rockerclubs würden aber genau beobachtet: "Wir haben da ein waches Auge drauf."

No Surrender auf den Spuren der Rocker-Gang Satudarah

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erinnert man sich noch gut an die ebenfalls aus den Niederlanden stammende Rocker-Gang Satudarah, die Bundesinnenmister Thomas de Maizière (CDU) 2015 verboten hatte. In Ostfriesland, der nördlichen Nachbarregion des Emslandes, gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Berichte über Versuche von Rockergruppen, leerstehende Gebäude zu kaufen oder zu pachten und sich dort anzusiedeln.

Erkenntnisse, dass die nach Niedersachsen abgewanderten Rocker von No Surrender in Deutschland Straftaten planen, habe die Polizei derzeit nicht, heißt es bei Polizei und Landeskriminalamt. Wie sich der Club auf die regionale Rockerszene auswirke, wisse man noch nicht, sagt Stephanie Weiß vom LKA in Hannover.

Bikerclub No Surrender: Polizei ermittelt seit 2014 gegen die Rocker

Seit 2014 schon ermittelt die Staatsanwaltschaft in den Niederlanden gegen die Rocker. Zwar gab es einzelne Festnahmen, Durchsuchungen und Anklagen. Aber nun gelang mit der Schließung des Vereinshauses ein großer Schlag. Es gebe viele Beweise für Drogenhandel "auch nach Dänemark und Deutschland", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Pieter van Rest. Außerdem wird die Leitung von No Surrender auch der Körperverletzung verdächtigt. Mitglieder, die sich nicht an die Regeln hielten, seien unter Druck gesetzt und misshandelt worden.

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Abgehörte Gespräche geben einen seltenen Einblick in die sonst so geschlossene Club-Kultur. So sei die Schweigepflicht über Vereinsinterna ein eisernes Gesetz, sagte der Justizsprecher. "Wer das nicht befolgt oder wer nicht regelmäßig zum Clubabend kommt, wird bestraft." Kein Wunder, dass nur sehr selten etwas nach draußen dringt. Opfer haben nach Angaben der Polizei viel zu viel Angst. Im vergangenen November war bei Groningen ein 47 Jahre altes Ex-Mitglied von No Surrender schwer misshandelt worden. Mit mehreren Knochenbrüchen meldete er sich bei der Polizei. Mehrere Verdächtige wurden inzwischen festgenommen.

Rocker-Boss Klaas Otto gründete No Surrender 2013

Seit Jahren versucht die niederländische Justiz die kriminellen Biker in den Griff zu bekommen. Doch Versuche, die Vereinigungen selbst anzugehen und sogar zu verbieten, scheiterten bisher.

Der Club habe mit alldem nichts zu tun, sagte bereits Klaas Otto, der No Surrender 2013 gegründet hatte. Der Niederländer kam ursprünglich vom Biker-Club Satudarah. Unter der Flagge von No Surrender würden keine Straftaten begangen, hatte er in einem Interview beteuert: "Wir machen keine Bedrohungen, wir machen keine Prostitution, wir machen keinen Drogenhandel." Doch im Sommer 2016 wurde Otto, inzwischen als "General" zurückgetreten, festgenommen. Die Vorwürfe: Erpressung, Geldwäsche und Brandstiftung. Der Prozess läuft noch.

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rut/news.de/dpa

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