Marius Borg Høiby: Gewalt, Drogen, Vergewaltigung – die Skandal-Chronik des Sohnes von Mette-Marit

Marius Borg Høiby sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Gewalt-, Drogen- und Sexualstrafvorwürfe führten schließlich zum Prozess und zu einem folgenschweren Urteil gegen den Sohn der heutigen Königin von Norwegen.

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Marius Borg Høiby: Die Eskapaden des Sohnes von Mette-Marit Bild: picture alliance/dpa/NTB | Lise Aserud
  • Strafprozess mit 40 Anklagepunkten und 34 Schuldsprüchen
  • Vier Jahre Haft für den Sohn von Mette-Marit
  • Berufung gegen Teile des Urteils ist angekündigt

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Marius Borg Høiby ist kein Prinz und trägt keinen royalen Titel. Dennoch steht kaum ein anderer junger Mann dem norwegischen Königshaus so nahe und hat es zugleich so stark in Bedrängnis gebracht. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit geriet seit 2024 wegen Gewaltvorwürfen, Drogen und später schwerer Sexualstraftaten in die Schlagzeilen. Im Juni 2026 endete der Strafprozess mit einem umfangreichen Schuldspruch und einer vierjährigen Haftstrafe.

Marius Borg Høiby: Vom Sohn der Kronprinzessin zum Angeklagten

Marius Borg Høiby wurde 1997 geboren und stammt aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit. Als seine Mutter 2001 Kronprinz Haakon heiratete, wuchs er gemeinsam mit seinen Halbgeschwistern Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus im Umfeld der norwegischen Königsfamilie auf. Eine besondere Stellung innerhalb des Königshauses hat Høiby allerdings nie besessen: Er hat keinen königlichen Titel, übernimmt keine offiziellen Aufgaben und steht nicht in der norwegischen Thronfolge. Gerade diese Abgrenzung spielte in der öffentlichen Debatte über den Fall immer wieder eine Rolle. Lange Zeit blieb sein Privatleben weitgehend außerhalb der großen Öffentlichkeit. Das änderte sich im August 2024.

Der Wendepunkt bei Marius Borg Høiby im August 2024

Am ersten August-Wochenende 2024 kam es in Oslo zu einem Vorfall in der Wohnung einer Frau. Høiby wurde anschließend wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen. Die Ermittlungen weiteten sich in der Folge erheblich aus. Høiby räumte damals selbst ein, eine Frau angegriffen und Gegenstände in der Wohnung beschädigt zu haben. Zudem erklärte er, während des Vorfalls unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain gestanden zu haben. In einer später veröffentlichten Erklärung schrieb er laut "ZDF heute": "Am letzten Wochenende ist etwas passiert, was nie hätte passieren dürfen." Er übernahm darin Verantwortung für die Körperverletzung und die Sachbeschädigung. Der Vorfall blieb jedoch kein Einzelfall. Im weiteren Verlauf meldeten sich frühere Partnerinnen zu Wort und erhoben ebenfalls Vorwürfe psychischer und körperlicher Gewalt gegen Høiby. Diese Anschuldigungen wurden später Bestandteil des umfangreichen Strafverfahrens.

Weitere Festnahmen und immer schwerere Vorwürfe

In den Monaten nach dem ersten Vorfall geriet Høiby mehrfach ins Visier der Ermittler. Neben Gewaltvorwürfen ging es unter anderem um Verstöße gegen Kontakt- und Annäherungsverbote sowie um Drogendelikte. Im November 2024 wurde Høiby zudem wegen des Verdachts auf eine Sexualstraftat festgenommen. Die Polizei erklärte damals, es gehe um einen sexuellen Umgang mit einer Person, die bewusstlos oder aus anderen Gründen nicht in der Lage gewesen sein soll, sich zu widersetzen. Der Vorwurf bezog sich dabei nicht auf Geschlechtsverkehr. Mit fortschreitenden Ermittlungen nahm die Dimension des Falls weiter zu. 2025 wurden schließlich zahlreiche Anklagepunkte öffentlich. Darunter befanden sich Vorwürfe wegen Vergewaltigung, Gewalt in einer früheren Beziehung, unerlaubter Aufnahmen, Drogendelikten und verschiedener Verkehrs- und Ordnungswidrigkeiten.

Der Prozess in Oslo von Marius Borg Høiby

Anfang Februar 2026 begann in Oslo der Strafprozess gegen Høiby. Die Anklage umfasste schließlich 40 Punkte. Besonders schwer wogen die Vorwürfe wegen Vergewaltigung und Gewalt in einer früheren Beziehung. Høiby bestritt die schwerwiegendsten sexuellen Vorwürfe. Einige andere Straftaten räumte er dagegen ein. Während der mehrwöchigen Verhandlung wurden unter anderem frühere Partnerinnen als Zeuginnen gehört. Auch digitale Beweismittel und Aufnahmen spielten eine Rolle. Die Staatsanwaltschaft sah in einem Großteil der Anklagepunkte die Voraussetzungen für eine Verurteilung erfüllt und forderte eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten. Die Verteidigung argumentierte hingegen für eine deutlich geringere Strafe und wies insbesondere die schwersten körperlich übergriffigen Vorwürfe zurück.

Das Urteil: 34 Schuldsprüche im Fall von Marius Borg Høiby

Am 15. Juni 2026 verkündete das Osloer Bezirksgericht sein Urteil. Høiby wurde in 34 von 40 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Dazu gehörten unter anderem zwei Vergewaltigungen, Gewalt gegen eine frühere Partnerin sowie Drogendelikte und weitere Straftaten. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde er freigesprochen. Das Gericht sah dort die Beweislage für eine Verurteilung nicht als ausreichend an. Das Strafmaß: vier Jahre Gefängnis. Außerdem wurde Høiby zur Zahlung von insgesamt 640.000 norwegischen Kronen an mehrere Betroffene verpflichtet. Damit blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Marius Borg Høibylegt Berufung ein

Mit dem Urteil ist der Fall nicht endgültig abgeschlossen. Høibys Verteidigung legte Berufung gegen Teile der Entscheidung ein. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Verurteilungen wegen der beiden Vergewaltigungen und der Gewalt in der früheren Beziehung. Das Berufungsverfahren ist für 2027 vorgesehen. Nach derzeitiger Planung soll die Verhandlung vor dem Borgarting-Berufungsgericht im Februar 2027 beginnen. Damit bleibt offen, ob die Schuldsprüche in den angefochtenen Punkten Bestand haben werden.

Warum der Fall von Marius Borg Høiby für das Königshaus so schwierig ist

Marius Borg Høiby gehört formal nicht zum norwegischen Königshaus. Trotzdem ist seine Verbindung zur Monarchie eng: Er ist der Sohn der heutigen Königin und wuchs gemeinsam mit ihren Kindern und damit in unmittelbarer Nähe zur künftigen Königsfamilie auf. Für die norwegische Monarchie wurde der Fall deshalb zu einer erheblichen Belastungsprobe. Die Berichterstattung konzentrierte sich nicht nur auf die strafrechtlichen Vorwürfe, sondern auch auf die Frage, wie eine prominente Familie mit einem solchen Verfahren umgeht. Mette-Marit hatte bereits früher darum gebeten, ihren Sohn nicht allein wegen seiner familiären Verbindung zum Königshaus öffentlich zu behandeln. Im Zuge des Strafverfahrens ließ sich die private und institutionelle Ebene jedoch kaum noch vollständig voneinander trennen.

Von der Schonzeit zum öffentlichen Verfahren

Über Høibys ausschweifendes Privatleben war in Norwegen schon vor den Ereignissen von 2024 vereinzelt berichtet worden. Große Teile seines Lebens blieben jedoch außerhalb der breiten Öffentlichkeit. Mit den Ermittlungen änderte sich diese Situation grundlegend. Die Schwere der Vorwürfe, mehrere Festnahmen und schließlich der Strafprozess machten Høiby zu einer der meistbeachteten Personen des norwegischen Boulevard- und Nachrichtenjournalismus.

Ein Fall mit Folgen über Marius Borg Høiby hinaus

Der Fall Marius Borg Høiby ist damit mehr als eine Chronik persönlicher Eskapaden. Er zeigt, wie eng das Privatleben einer Person mit dem öffentlichen Bild einer Monarchie verbunden sein kann, wenn diese Person im engsten familiären Umfeld des künftigen Königspaares steht. Gleichzeitig bleibt die juristische Bewertung Sache der Gerichte. Das Urteil von 2026 führte zu umfangreichen Schuldsprüchen, ist durch die eingelegte Berufung in Teilen jedoch noch nicht rechtskräftig.

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