König Charles III. am Pranger: Ex-Schwager legt nach - feierte der Briten-Monarch Prinzessin Dianas Tod?

In seinem Enthüllungsbuch "Swan Song" geht Earl Spencer unerbittlich mit seinem Ex-Schwager König Charles III. ins Gericht. Prinzessin Dianas Bruder behauptet, der damalige Prinz von Wales habe Dianas Unfalltod "euphorisch" zelebriert.

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Prinz Charles (li.) und sein Ex-Schwager Earl Spencer wenige Wochen nach Prinzessin Dianas Unfalltod - damals war noch nicht zu erkennen, welche Abrechnung Charles Spencer für den König knapp 30 Jahre später veröffentlichen würde. (Foto) Suche
Prinz Charles (li.) und sein Ex-Schwager Earl Spencer wenige Wochen nach Prinzessin Dianas Unfalltod - damals war noch nicht zu erkennen, welche Abrechnung Charles Spencer für den König knapp 30 Jahre später veröffentlichen würde. Bild: picture-alliance / dpa | John_Stillwell
  • König Charles III. im Kreuzfeuer der Kritik wegen neuem Enthüllungsbuch
  • Prinzessin Dianas Bruder klagt an: Feierte der Monarch den Tod von Lady Di?
  • "Klang euphorisch wie ein Lottogewinner": Earl Spencer erhebt schwere Anschuldigungen gegen Ex-Schwager Charles III.

Der tragische Unfalltod von Prinzessin Diana jährt sich 2027 zum 30. Mal - für Earl Spencer, den Bruder der verstorbenen Prinzessin von Wales, ist der schmerzliche Verlust seiner Schwester bis heute präsent. Die Erinnerung an Lady Di verbindet der heute 62-Jährige in seinem am 22. September erscheinenden Buch "Swan Song: Diana, my Sister" mit einer niedergeschriebenen Kriegserklärung an seinen früheren Schwager, den heutigen König Charles III.

Prinzessin Dianas Bruder sorgt mit neuem Buch für Empörung bei den Royals

Das Timing der Veröffentlichung dürfte kein Zufall sein. Earl Spencer selbst erklärte bei der Ankündigung des Buchs, er wolle vor dem 30. Jahrestag von Dianas Tod im kommenden Jahr seine eigenen Gedanken und Erinnerungen festhalten – "anstatt erneut das Unbehagen zu ertragen, die Meinungen anderer zu lesen". Für den Palast kommt das Buch indes zur Unzeit. Nach den Verwerfungen durch Harrys Memoiren "Spare" steht das Königshaus erneut vor der Herausforderung, schmerzhafte Familiengeschichte öffentlich verhandelt zu sehen.

König Charles III. soll auf Prinzessin Dianas Tod "euphorisch" reagiert haben

Besonders übel wird König Charles III. in dem Buch mitgespielt: Den Monarchen, der von 1981 bis 1996 mit Prinzessin Diana verheiratet war, stellt Spencer in seinem Enthüllungsbuch nämlich als kaltherzigen Mann dar, der über den Unfalltod seiner ersten Ehefrau erleichtert, ja geradezu erfreut gewesen sei. Nur wenige Stunden nach dem Unfalltod seiner Ex-Frau Prinzessin Diana habe der damalige Prinz von Wales am Telefon geklungen wie jemand, der gerade den Lotto-Jackpot geknackt hat. Das zumindest behauptet Dianas Bruder Charles Spencer in seinem neuen Buch. "Im Gegensatz zu meinen anderen Anrufern, die fassungslos und kaum in der Lage waren, ihr Beileid und ihre Hilfsangebote auszudrücken, klang er euphorisch – wie ein Lottogewinner", schreibt der 62-jährige Earl in seinen Memoiren, aus denen die "Daily Mail" vorab exklusiv zitiert.

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Das Buch sorgt bereits vor Erscheinen für heftige Erschütterungen im britischen Königshaus. Neben der Schilderung des Telefonats enthält es eine weitere brisante Enthüllung: Queen Elizabeth soll am Tag der Beerdigung angeboten haben, Diana ihren einst entzogenen Titel als königliche Hoheit posthum zurückzugeben.

Ex-Schwager von König Charles III. stellt Monarchen als herzlos und "seltsam sachlich" dar

Dieses Foto von Prinz William und Prinz Harry mit ihrem Onkel Charles Spencer und ihrem Vater Prinz Charles am Sarg von Prinzessin Diana brach Royals-Fans im September 1997 das Herz. (Foto) Suche
Dieses Foto von Prinz William und Prinz Harry mit ihrem Onkel Charles Spencer und ihrem Vater Prinz Charles am Sarg von Prinzessin Diana brach Royals-Fans im September 1997 das Herz. Bild: picture alliance/dpa/epa | --

Charles Spencer befand sich mit seinen vier Kindern in Südafrika, als ihn in der Nacht des 31. August 1997 die Nachricht vom tödlichen Autounfall seiner Schwester erreichte. In den folgenden Stunden telefonierten zahlreiche Freunde und Verwandte mit ihm – alle zutiefst erschüttert und kaum fähig, Worte zu finden. Das Gespräch mit dem damaligen Thronfolger verlief nach Spencers Darstellung allerdings grundlegend anders. Prinz Charles habe ihm in nüchternem Ton berichtet, dass er die Prinzen William und Harry am Morgen in ihren Zimmern auf Schloss Balmoral vom Tod ihrer Mutter in Kenntnis gesetzt habe. Earl Spencer empfand diese Schilderung als "seltsam sachlich". Im Rückblick äußert der Earl die Vermutung, sein ehemaliger Schwager könnte bereits zu diesem Zeitpunkt erkannt haben, dass Prinzessin Dianas Tod eine lang ersehnte Heirat mit seiner Langzeit-Geliebten Camilla Parker Bowles ermöglichen würde. Belege für diese persönliche Interpretation liefert Spencer allerdings nicht.

Die Queen wollte Diana ihren Titel zurückgeben – Earl Spencer sagte Nein

Erstmals enthüllt das Buch auch ein bemerkenswertes Angebot der 2022 verstorbenen Queen Elizabeth II. Nur Stunden nach der Trauerfeier, auf dem Weg zur privaten Beisetzung auf dem Familiensitz Althorp, wurde Charles Spencer von Robert Fellowes – dem Privatsekretär der Queen und zugleich sein Schwager – beiseitegenommen. Die Monarchin wolle Prinzessin Diana den bei der Scheidung 1996 aberkannten "Ihre königliche Hoheit"-Titel posthum zurückgeben. Doch Charles Spencer lehnte ab. Diana sei durch den Entzug des Titels "furchtbar verletzt" gewesen und habe die Maßnahme als "kleinlich und rachsüchtig" empfunden. Das nachträgliche Angebot betrachtete er als "hohlen Trostpreis", so wohlmeinend die Geste der Queen auch gewesen sein mochte. "Der Titel hätte ihr zu Lebzeiten nie entzogen werden dürfen – dann wäre es auch nicht nötig gewesen, ihn ihr im Tod anzubieten", schreibt Spencer. Ob seine Entscheidung richtig war, habe er sich später durchaus gefragt.

"Wir werden sie bald genug vergessen": Reagierte König Charles III. so grausam auf Dianas Tod?

Auch drei Jahrzehnte nach Prinzessin Dianas Tod pflegt Earl Spencer seine Abneigung gegen den damaligen Prinz Charles. (Foto) Suche
Auch drei Jahrzehnte nach Prinzessin Dianas Tod pflegt Earl Spencer seine Abneigung gegen den damaligen Prinz Charles. Bild: picture-alliance / dpa | Johnny_Eggitt

Bereits vor Erscheinen des Buchs hatte ein weiterer Vorwurf Spencers für Aufsehen gesorgt: Wenige Tage nach Dianas Tod soll Charles ihm wütend entgegengeschleudert haben: "Wir werden sie bald genug vergessen!" Hintergrund war ein Streit darüber, ob die damals zwölf und fünfzehn Jahre alten Prinzen Harry und William hinter dem Sarg ihrer Mutter hergehen sollten. Spencer war strikt dagegen, woraufhin der damalige Prinz Charles ihm mangelndes Pflichtbewusstsein vorgeworfen haben soll.

Die Memoiren beleuchten zudem Dianas zutiefst unglückliche Ehe. Spencer schreibt, sein Schwager habe Diana am Vorabend der Hochzeit im Juli 1981 gestanden, er sei zwar glücklich, sie zu heiraten – aber nicht in sie verliebt. Bereits einen Monat vor der Trauung habe Diana ihrem Vater anvertraut, die Hochzeit nicht durchstehen zu können. Dieser habe ihr erklärt, ein Rückzieher sei unmöglich.

Britisches Königshaus schlägt nach explosiven Anschuldigungen zurück: "Nachweislich unwahr"

Der Buckingham-Palast ließ die Vorwürfe nicht unkommentiert – und wählte ungewöhnlich deutliche Worte. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es, der König sei sich bewusst, dass "der Schmerz geschwisterlicher Trauer die Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung auf eine Weise verfälschen kann", die Betroffene selbst nach vielen Jahren nicht erkennen würden. Die Formulierung erinnerte an Queen Elizabeths berühmtes "Erinnerungen können variieren" nach dem Oprah-Interview von Harry und Meghan 2021.

Charles Spencer trauert vor einem Blumenmeer um seine tödlich verunglückte Schwester Prinzessin Diana. (Foto) Suche
Charles Spencer trauert vor einem Blumenmeer um seine tödlich verunglückte Schwester Prinzessin Diana. Bild: picture-alliance / dpa | David_Jones

Ein Palast-Mitarbeiter ging gegenüber der BBC noch weiter und bezeichnete Spencers Darstellung als "nachweislich unwahre Behauptung" über einen "zutiefst mitfühlenden Mann". Julian Payne, ehemaliger Kommunikationschef von König Charles III., betonte zudem, der Monarch habe sein Personal stets ausdrücklich angewiesen, Prinzessin Dianas Andenken zu respektieren und niemals zu untergraben.

Diese Rolle spielt Prinz Harry in den explosiven Anschuldigungen seines Onkels

Pikantes Detail am Rande: Prinz Harry war offenbar über das Buchprojekt seines Onkels informiert, hat die Memoiren dem Vernehmen nach aber weder gelesen noch wurde er über deren brisanten Inhalt ins Bild gesetzt. Das, obwohl er im Sommer auf dem Spencer-Familiensitz Althorp zu Gast war.

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