Ukraine-Krieg aktuell: Putin weitet Gleitbomben-Produktion aus – Experten treffen düstere Prognose
Diese Entwicklung gibt Anlass zur Sorge. Wladimir Putin weitet derzeit die Gleitbomben-Produktion massiv aus. Experten schlagen deshalb Alarm und treffen eine düstere Prognose. Denn diese Tatsache zeigt, dass der Kremlchef keine Pläne hat, seinen Krieg gegen die Ukraine zurückzufahren.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Ukraine-Krieg aktuell: Putin weitet Gleitbomben-Produktion aus
- Analyse von Ukraine-Denkfabrik gibt Grund zur Sorge
- Kremlchef hat kein Interesse an Ende des Ukraine-Krieges
Diese Entwicklungen geben Anlass zur Sorge. Wie der "Kyiv Independent" aktuell berichtet, baut Russland seine Kapazitäten zur Herstellung von Gleitbomben in enormem Tempo aus und signalisiert damit das genaue Gegenteil seiner öffentlichen Friedensrhetorik: An einem Kriegsende hat Putin ganz offensichtlich keinerlei Interesse. Das geht aus einem neuen Bericht des Kiewer Think-Tanks Center for Defense Reforms hervor, der dem "Kyiv Independent" exklusiv vorliegt.
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Ukraine-Krieg aktuell: Putin weitet Gleitbomben-Produktion aus
Demnach hat die zentrale Beschaffungsstelle TRV-Engineering JSC im Jahr 2025 rund 278.000 Servoantriebe für die Steuerungsflächen von Gleitbomben erworben – genug für die Fertigung von etwa 139.000 dieser tödlichen Munition. "Russland schafft die militärisch-industriellen Kapazitäten, um auch nach dem Ende des Ukraine-Krieges weitere Kriege führen zu können. Das sind nicht die Handlungen eines Landes, das sich auf dauerhaften Frieden vorbereitet", erklärte Oleksandr Danylyuk, Vorsitzender des Center for Defense Reforms und ehemaliger Chefberater des ukrainischen Verteidigungsministers.
Analyse von Ukraine-Denkfabrik gibt Grund zur Sorge
Angesichts der zentralen Rolle von Gleitbomben bei der Zerstörung ukrainischer Verteidigungsstellungen ermögliche diese Produktionsausweitung langanhaltende Offensivoperationen hoher Intensität, so das Fazit der Analyse. Zudem deckt der besorgniserregende Bericht ein verzweigtes Netzwerk russischer Unternehmen auf, das für den Import zentraler Bauteile und Rohstoffe zur Gleitbomben-Produktion verantwortlich ist.
Denkfabrik fordert gezielte Sanktionierung, um Gleitbomben-Produktion einzudämmen
Als wichtigster russischer Lieferant für die für die Gleitbomben notwendigen Servoantriebe identifiziert der Bericht das Unternehmen CED Sail LLC, welches brisanterweise keinerlei westlichen Sanktionen unterliegt. Die Autoren des Berichts empfehlen daher, CED Sail LLC als "vorrangiges Ziel" für Sanktionsmaßnahmen einzustufen. Dass ein derart zentraler Akteur in der Lieferkette bislang unbehelligt operieren kann, verdeutlicht die erheblichen Lücken im bestehenden Sanktionsregime und wirft Fragen über die Wirksamkeit der bisherigen westlichen Maßnahmen gegen Russlands Rüstungsindustrie auf.
Lücken im Sanktionsnetz werden für die Ukraine zur tödlichen Falle
Die Lücken im Sanktionsnetz sind gravierend: Von insgesamt 20 Unternehmen, die an der Gleitbomben-Fertigung beteiligt sind, unterliegen lediglich acht irgendeiner Form westlicher Sanktionen oder Exportbeschränkungen. Diese "ungleichmäßige Sanktionsabdeckung" ermögliche es Russland, benötigte Komponenten weiterhin ohne nennenswerte Einschränkungen zu beschaffen, heißt es in dem Bericht.
Besonders auffällig ist die Rolle von vier chinesischen Unternehmen, die als unverzichtbar für die Lieferkette eingestuft werden. Eines davon, Shenzhen Fire Power Control Technology Limited, macht nicht einmal einen Hehl aus dem explizit militärischen Einsatzzweck seiner Produkte.
Ukraine setzt sich mit elektronischer Kriegsführung gegen Gleitbomben zur Wehr
Die Ukraine versucht indes, der Bedrohung mit elektronischer Kriegsführung entgegenzuwirken und die Lenksysteme der Bomben zu stören. Zudem nimmt Kiew die Su-34-Kampfflugzeuge ins Visier, von denen die Gleitbomben abgeworfen werden. Ebenfalls im Oktober zerstörte die Ukraine bei einem Angriff mit Neptune-Marschflugkörpern auf den russischen Militärflugplatz Borissoglebsk in der Oblast Woronesch mindestens vier Su-34M-Kampfbomber und beschädigte vermutlich zwei weitere schwer.
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