Wladimir Putin: "Von 566 nur noch 3 übrig!" Kremlchef rekrutiert Kanonenfutter im Ausland
Russland braucht offenbar immer mehr Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine und wirbt dafür verstärkt in Afrika. Ein UN-Bericht erhebt schwere Vorwürfe: Ausländer sollen mit falschen Jobversprechen in den Militärdienst gelockt worden sein.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Putins Armee rekrutiert offenbar immer mehr Kämpfer in afrikanischen Ländern
- Viele Männer sollen mit Jobversprechen nach Russland gelockt und anschließend an die Front geschickt worden sein
- Angehörige suchen häufig vergeblich nach Informationen über vermisste Rekruten
Wladimir Putin hat die Rekrutierung ausländischer Kämpfer für seinen Krieg offenbar drastisch ausgeweitet.In 29 Staaten rekrutiert der Kreml mittlerweile aktiv Kämpfer für den Krieg – der Schwerpunkt liegt dabei auf dem afrikanischen Kontinent. Männer sollen mit falschen Jobversprechen nach Russland gelockt und anschließend an die Front geschickt worden sein. Über die ukrainischen Geheimdiensterkenntnisse berichteten unter anderem "Bild" unter Berufung auf Bloomberg und RBC.
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Falsche Jobangebote: Wladimir Putin rekrutiert Kämpfer im Ausland
Wie stark die Zahlen gestiegen sind, zeigen die Angaben zu Burundi und Simbabwe. Aus Burundi sollen innerhalb von neun Monaten rund 700 Männer angeworben worden sein – im gesamten Vorjahr waren es demnach lediglich 30. In Simbabwe stieg die Zahl laut den vorliegenden Angaben von 65 im Jahr 2025 auf bereits 530 im laufenden Jahr. Russland konzentriere sich dabei gezielt auf wirtschaftlich besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen.
Auch die Ukraine-Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates erhebt schwere Vorwürfe gegen Moskau. Laut ihrem Bericht sollen Menschen aus 29 Ländern durch Täuschung oder Verschleppung zum Militärdienst gezwungen worden sein. Als Köder dienten demnach zivile Stellenangebote, etwa in der Gastronomie. Andere Männer seien mit hohen Geldsummen oder der Aussicht auf einen russischen Pass gelockt worden. Statt der versprochenen Arbeit erwartete die Betroffenen offenbar ein Kriegseinsatz. Nach Erkenntnissen der UN-Kommission wurden ausländische Rekruten bevorzugt bei Angriffsoperationen eingesetzt, bei denen besonders hohe Verluste drohten. Wer den Kampfdienst verweigerte, musste dem Bericht zufolge mit Inhaftierung, körperlicher Gewalt und Todesdrohungen rechnen.
"Von 566 Rekruten waren am Ende nur drei von uns übrig"
Wie verheerend solche Einsätze enden können, zeigt der Fall von Daniel Nchama aus Äquatorialguinea. Der 22-jährige Student soll mit dem Versprechen eines Jobs als Leibwächter nach Russland gelockt worden sein. Stattdessen landete er an der Front. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP schilderte er einen Einsatz mit den Worten: "Von 566 Rekruten waren am Ende nur drei von uns übrig." Nach ukrainischen Angaben haben insgesamt rund 46.000 ausländische Staatsangehörige aus 151 Ländern einen Vertrag mit dem russischen Militär unterzeichnet. Etwa 5.500 von ihnen sollen aus afrikanischen Staaten stammen. Diese Zahlen stammen von ukrainischer Seite und lassen sich nicht ohne Weiteres unabhängig überprüfen.
Familien suchen verzweifelt nach vermissten Angehörigen
Für viele Angehörige beginnt nach der Rekrutierung eine quälende Suche. Laut UN-Bericht wandten sich Familien an Behörden in ihren Heimatländern sowie an Botschaften in Russland und der Ukraine. Häufig hätten sie jedoch keine wirksame Hilfe erhalten, um den Aufenthaltsort ihrer Verwandten zu klären oder deren Rückkehr zu erreichen. Nur in einzelnen Fällen sei es Botschaften gelungen, Staatsangehörige zurückzuholen.
In mehreren Ländern schlossen sich betroffene Familien zu Aktionsgruppen zusammen. Sie wandten sich an heimische Behörden, russische Stellen und Botschaften. Nach Angaben der UN-Ermittler blieben diese Bemühungen jedoch vielfach erfolglos.
Staaten gehen gegen Rekrutierungsnetzwerke vor
Mehrere betroffene Länder haben die Rekrutierung ihrer Staatsangehörigen bei der russischen Regierung angesprochen. Moskau weist Vorwürfe illegaler Anwerbung öffentlich zurück. Gleichzeitig warnten Regierungen ihre Bürger vor verdächtigen Jobangeboten im Ausland und räumten ein, dass Menschen durch Täuschung in die russischen Streitkräfte gelangt seien.
In einigen Staaten leiteten Behörden Ermittlungen gegen mutmaßliche Rekrutierungsnetzwerke ein, teilweise in Zusammenarbeit mit INTERPOL. Es kam zu Festnahmen, die Kontrollen an Flughäfen wurden verschärft und die Suche nach vermissten Staatsangehörigen begann.
Einige Regierungen nahmen zudem Kontakt zu ukrainischen Behörden auf. Ihr Ziel: Staatsangehörige zurückzuholen, die nach einer Täuschungsrekrutierung in russischen Diensten landeten und sich inzwischen als Kriegsgefangene in ukrainischer Hand befinden.
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