Sergei Karaganow: "Millionen würden umkommen!" Putins "Professor Doomsday" droht Europa mit Atomschlag

Auf die Frage nach einem präventiven Nuklearschlag gegen Europa antwortet Putins engster Politikberater mit drei Worten: "Es ist nie zu spät." Sergei Karaganow, genannt "Professor Doomsday", prophezeit Millionen Tote.

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Ein Polit-Berater von Wladimir Putin warnt Europa vor einem Atomschlag. (Foto) Suche
Ein Polit-Berater von Wladimir Putin warnt Europa vor einem Atomschlag. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Vyacheslav Prokofyev
  • Kreml-naher Politikwissenschaftler Sergei Karaganow droht bei einem Nato-Einsatz in der Ukraine mit einem russischen Nuklearschlag
  • "Professor Doomsday" spricht von Millionen möglichen Todesopfern in Europa
  • Zugleich behauptet Karaganow, aktiv daran zu arbeiten, einen Atomkrieg zu verhindern

Der russische Politikberater Sergei Karaganow hat in einem Interview eine drastische Atomkriegswarnung an Großbritannien und Europa gerichtet. Der 74-Jährige, der unter dem Spitznamen "Professor Doomsday" bekannt ist, erklärte unmissverständlich: Sollten Nato-Staaten Soldaten in die Ukraine entsenden oder russisches Territorium direkt bedrohen, werde Moskau zum nuklearen Gegenschlag gezwungen.

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"Es ist nie zu spät": Karaganow schließt nuklearen Erstschlag nicht aus

"Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt, aber Russland wäre gezwungen, einen Nuklearschlag zu starten, wenn Nato-Länder Truppen auf ukrainischem Gebiet stationieren oder wenn es eine direkte Bedrohung russischen Territoriums gäbe", sagte Karaganow laut "Express". Dabei nannte er auch die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad als rote Linie. Die Konsequenzen wären nach seinen Worten verheerend: "Millionen unschuldiger Menschen würden umkommen." Die Opfer, so deutete er an, wären in Europa zu beklagen. Als ein Interviewer den Kreml-Berater daran erinnerte, dass er bereits früher einen präventiven Atomschlag ins Gespräch gebracht hatte, reagierte Karaganow ohne Zögern: "Es ist nicht zu spät. Es ist nie zu spät."Gleichzeitig verwies er auf jüngste Äußerungen aus der russischen Staatsführung. "Ich bin sehr erfreut, dass sowohl der russische Präsident als auch der Außenminister begonnen haben zu sagen, dass ein Krieg, sollte er ausbrechen, sehr kurz wäre", so Karaganow. Diese Worte deckten sich mit dem, was er selbst seit Langem vertrete. Die Implikation seiner Aussage ist unmissverständlich: Ein kurzer Krieg unter Einsatz von Nuklearwaffen. Dennoch betonte er, aktiv daran zu arbeiten, ein solches Szenario abzuwenden.

Wer ist "Professor Doomsday"?

Hinter dem düsteren Spitznamen verbirgt sich Sergei Karaganow, ein langjähriger Berater des russischen Machthabers Wladimir Putin. Der 74-Jährige bekleidet das Amt des Ehrenvorsitzenden im Präsidium des russischen Rats für Außen- und Verteidigungspolitik. Auch in der akademischen Welt ist Karaganow fest verankert. An der renommierten Moskauer Higher School of Economics (HSE) fungiert er als wissenschaftlicher Leiter der Fakultät für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen sowie des dortigen Instituts für Globale Militärökonomie und Strategie. Die Hochschule führt ihn als ausgezeichneten Professor und Mitglied ihres Akademischen Rats. 

Nato-Vergeltungsschlag mit keinem Wort erwähnt

Auffällig an Karaganows Drohgebärde: Einen möglichen nuklearen Gegenschlag der Nato-Staaten ließ er in seinen Ausführungen vollständig unerwähnt. Die Tatsache, dass westliche Atommächte wie Großbritannien, Frankreich und die USA über eigene Arsenale verfügen, spielte in seiner Argumentation keine Rolle. Zugleich gab sich der Kreml-Berater als Mahner, der das Schlimmste verhindern wolle. "Ich will das nicht, und ich arbeite aktiv daran, ein solches Szenario zu verhindern", erklärte er. Doch ein Atomwaffeneinsatz würde Russland selbst schwer zusetzen. Der moralische Schaden für sein Land wäre nach eigener Einschätzung gewaltig – von den Millionen Todesopfern in Europa ganz abgesehen.

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