Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin greift nach Selenskyj-Warnung mit Raketen und Drohnen an

Unmittelbar vor dem Nato-Gipfel hat Wladimir Putin die Ukraine mit massiven Luftangriffen heimgesucht. Putins Attacke mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen forderte mindestens acht Todesopfer und hinterließ eine Schneise der Verwüstung.

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Rettungskräfte sind in Kiew damit beschäftigt, einen Brand zu löschen, der nach russischen Raketenangriffen ausgebrochen ist. (Foto) Suche
Rettungskräfte sind in Kiew damit beschäftigt, einen Brand zu löschen, der nach russischen Raketenangriffen ausgebrochen ist. Bild: Danylo Antoniuk/AP/dpa/dpa
  • Wladimir Putin überzieht Ukraine mit schweren Luftangriffen - mindestens 8 Todesopfer
  • Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hinterlassen Schneise der Verwüstung in Ukraine
  • Wolodymyr Selenskyj sagte Putin-Angriffe auf Ukraine vor Nato-Gipfel voraus

Am 7. und 8. Juli soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Nato-Gipfel in Ankara mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen - unmittelbar zuvor bewahrheitete sich Selenskyjs unheilvolle Vorhersage zu russischen Luftangriffen auf sein Land. In der Nacht zum 6. Juli schickte Wladimir Putin Raketen, Drohnen und Marschflugkörper los und überzog die Ukraine mit massiven Luftangriffen, die eine Schneise der Verwüstung hinterließen - nur wenige Tage, nachdem Russland die Ukraine bereits mit verheerenden Angriffen aus der Luft heimgesucht hatte.

Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin erfüllt Selenskyj-Prophezeiung mit massiven Luftangriffen

Nach Behördenangaben kamen dabei mindestens acht Menschen ums Leben, 34 weitere wurden verletzt. Wolodymyr Selenskyj hatte die Angriffe bereits am Vorabend vorhergesagt. Unter Berufung auf Erkenntnisse des ukrainischen Geheimdienstes warnte er vor einer bevorstehenden Offensive des Kremls. "Das entspricht ganz Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara" wolle er "noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten", erklärte Selenskyj in einer Videobotschaft. Kurz nach Mitternacht heulten in nahezu allen Landesteilen die Sirenen.

Wladimir Putin sucht Ukraine mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen in drei Angriffswellen heim

Die russischen Streitkräfte griffen Kiew in drei aufeinanderfolgenden Wellen an. Laut Berichten des "Kyiv Independent" und lokaler Medien waren die ersten Detonationen gegen 01.40 Uhr Ortszeit zu hören. Weitere Attacken folgten um 02.10 Uhr und 03.15 Uhr. Bewohner des westlich gelegenen Vororts Sofijiwska Borschtschahiwka meldeten zudem Stromausfälle.

Bei dem Angriff kamen neben zahlreichen Drohnen auch Dutzende Marschflugkörper und ballistische Raketen zum Einsatz. Während die ukrainische Luftabwehr gegen Drohnen und Marschflugkörper relativ erfolgreich operiert, ist sie gegen ballistische Raketen aufgrund deren hoher Geschwindigkeit weitgehend machtlos. In fast allen Regionen der Ukraine lösten die Behörden Luftalarm aus. Tausende Menschen flohen in U-Bahn-Stationen. Auch das Nachbarland Polen reagierte: Die polnische Luftwaffe ließ vorsorglich Kampfjets aufsteigen, um den eigenen Luftraum zu schützen.

Putins Luftangriffe bringen Wohnhäuser in Kiew zum Einsturz - Menschen in Trümmern eingeschlossen

Wladimir Putins Angriffe richteten in mehreren Stadtteilen Kiews schwere Verwüstungen an. (Foto) Suche
Wladimir Putins Angriffe richteten in mehreren Stadtteilen Kiews schwere Verwüstungen an. Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa/dpa

Die Angriffe richteten in mehreren Stadtteilen Kiews schwere Verwüstungen an. Im Bezirk Podilskyi wurde ein Wohngebäude zwischen dem fünften und neunten Stockwerk teilweise zerstört. "Da sitzen Menschen fest", schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. Aufnahmen in sozialen Netzwerken zeigen ein klaffendes Loch in der Fassade des Plattenbaus – Rettungskräfte konnten durch das Gebäude hindurchschauen.

Auch der Stadtbezirk Darnyzkyj verzeichnete Gebäudeschäden. In den umliegenden Gemeinden Butscha, Wyschhorod und Browary wurden ebenfalls Wohnhäuser und Gewerbeobjekte beschädigt. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Kiew, Mykola Kalaschnyk, starb dort mindestens ein weiterer Mensch, zehn wurden verletzt. Am Montagmorgen waren Rettungs- und Bergungsteams im Dauereinsatz. Unter den Trümmern wurden weitere Verschüttete befürchtet.

Selenskyj fordert Patriot-Abwehrraketen von westlichen Verbündeten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Putins Luftangriffe kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara vorhergesagt. (Foto) Suche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Putins Luftangriffe kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara vorhergesagt. Bild: Sergei Grits/AP/dpa/dpa

Wolodymyr Selenskyj hatte die Bevölkerung bereits am Sonntagabend aufgefordert, Luftalarme ernst zu nehmen. Gleichzeitig richtete er einen eindringlichen Appell an die westlichen Verbündeten. "Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für unsere Flugabwehr und für die Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen", betonte Selenskyj. Der ukrainische Staatschef machte deutlich, dass ausreichend Flugabwehrsysteme weltweit vorhanden seien. "Doch bislang fehlt es an einer solchen Unterstützung", kritisierte er mit Blick auf die USA und europäische Partner.

Die Patriot-Systeme stellen für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen russische ballistische Raketen dar. Bereits im Frühjahr hatte Selenskyj beklagt, dass seinem Land kaum noch Munition dafür zur Verfügung stehe. Die weltweiten Bestände der Abwehrraketen seien durch den US-Konflikt mit dem Iran zusätzlich verknappt worden.

Putin attackiert Ukraine kurz vor Nato-Gipfel in Ankara - Senelskyj trifft Trump

Putins Luftangriffe auf die Ukraine ereigneten sich nur zwei Tage vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara, bei dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen wird. (Foto) Suche
Putins Luftangriffe auf die Ukraine ereigneten sich nur zwei Tage vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara, bei dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen wird. Bild: Alex Brandon/AP/dpa/dpa

Die Vertreter der 32 Nato-Staaten kommen am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara zusammen. Am Rande des Gipfels ist für Mittwoch ein Treffen zwischen Selenskyj und US-Präsident Donald Trump geplant. Dabei soll es um mögliche Wege zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gehen.

Kurz vor den Attacken auf Kiew hatte Trump nach Angaben des Kreml-Beraters Juri Uschakow fast 90 Minuten mit Putin telefoniert. Der US-Präsident habe dabei angeboten, bei einer Beendigung des Krieges zu helfen. Auch mit Selenskyj hatte Trump am Wochenende gesprochen.

Ein hochrangiger US-Beamter erklärte, keine der beiden Kriegsparteien mache derzeit nennenswerte militärische Fortschritte. "Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen." Beim Gipfel soll die Ukraine zudem neue Zusagen für milliardenschwere Militärhilfen erhalten.

Auch diese Beiträge zu Wladimir Putin und dem Ukraine-Krieg sind einen Blick wert:

/news.de/dpa/stg

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