Wladimir Putin vor Nato-Krieg: Bundeswehr wappnet sich mit Großmanöver gegen russischen Nato-Angriff

Für den Fall eines russischen Angriffs auf die Nato laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Bundeswehr wappnet sich mit dem Großmanöver "Vigorous Warrior" an der Nato-Ostflanke im Baltikum für den Kriegsfall.

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Militärfahrzeuge und Krankentragen mit Rädern stehen bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" an der Annahmestelle und dem Eingang zum Einsatzlazarett der Bundeswehr. (Foto) Suche
Militärfahrzeuge und Krankentragen mit Rädern stehen bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" an der Annahmestelle und dem Eingang zum Einsatzlazarett der Bundeswehr. Bild: Alexander Welscher/dpa/dpa
  • Großmanöver "Vigorous Warrior" im Baltikum mit 400 Bundeswehr-Soldaten
  • Nato-Streitkräfte üben an Ostflanke für Angriff durch Wladimir Putin
  • Versorgung und Behandlung von Verwundeten im Fokus - Bundeswehr verlegt Einsatzlazarett nach Estland

Die Gefahr eines russischen Angriffs auf die Nato ist allgegenwärtig - Experten sind längst der Überzeugung, dass die Frage nicht lautet, ob Wladimir Putin den Westen angreift und damit einen neuen Krieg vom Zaun bricht, sondern eher, wann das geschieht. Schon jetzt bereiten sich die Streitkräfte der Nato-Staaten auf den Ernstfall vor - aktuell findet im Baltikum eine zu diesem Zweck anberaumte Nato-Übung namens "Vigorous Warrior" statt, an der auch mehrere hundert Bundeswehr-Soldaten teilnehmen.

Nato-Übung "Vigorous Warrior" im Baltikum als Vorbereitung auf Putins Angriff

Im Rahmen des Großmanövers hat die Bundeswehr erstmals ein vollständiges mobiles Feldkrankenhaus nach Estland verlegt. Im Rahmen der Nato-Übung "Vigorous Warrior" trainieren rund 400 deutsche Soldaten gemeinsam mit Sanitätskräften aus 32 Verbündeten und Partnerländern die medizinische Versorgung an der Ostflanke des Bündnisses.

Das sogenannte Einsatzlazarett wurde in Lagerhallen im Hafen von Muuga unweit der estnischen Hauptstadt Tallinn errichtet. Knapp 170 Seecontainer mit Ausrüstung und Rettungsfahrzeugen wurden per Schiff in den baltischen Staat transportiert. Nach Angaben der Bundeswehr entspricht die Einrichtung in Kapazität und medizinischem Standard einem deutschen Kreiskrankenhaus.

Oberstapotheker Hendrik Ploß, Kommandeur des Sanitätsregiment 3 in Dornstadt, vor einem Militärfahrzeug des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. (Foto) Suche
Oberstapotheker Hendrik Ploß, Kommandeur des Sanitätsregiment 3 in Dornstadt, vor einem Militärfahrzeug des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Bild: Alexander Welscher/dpa/dpa

"Der Transport, Aufbau und Betrieb dieser großen Sanitätseinrichtung muss geübt werden, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein", erklärte Oberstapotheker Hendrik Ploß. An dem alle zwei Jahre stattfindenden Manöver nehmen insgesamt etwa 2.000 Personen teil, darunter auch Sanitätsdienste aus Japan.

Nato-Streitkräfte ziehen Lehren aus dem Ukraine-Krieg - Drohnenangriffe machen neue Versorgungsstrategie nötig

Bei den Übungsszenarien orientiert sich die Bundeswehr an Verletzungsmustern aus dem ukrainischen Abwehrkampf gegen Russland. Die Erkenntnisse zeigen einen deutlichen Wandel: Schusswunden, die zu Beginn des Krieges noch häufig waren, treten mittlerweile in den Hintergrund.

Ärzte und Sanitäter der Bundeswehr und anderer Nato-Verbündeter demonstrieren bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" im Operationssaal an medizinischen Puppen ihre Arbeit. (Foto) Suche
Ärzte und Sanitäter der Bundeswehr und anderer Nato-Verbündeter demonstrieren bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" im Operationssaal an medizinischen Puppen ihre Arbeit. Bild: Alexander Welscher/dpa/dpa

Stattdessen dominieren Verletzungen durch Explosionen, Granatsplitter und Verbrennungen. Diese Veränderung geht direkt auf den massiven Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsführung zurück. Die Bundeswehr zieht daraus konkrete Lehren für die Ausbildung ihrer Sanitätskräfte. Der Fokus der Übung liegt dabei weniger auf dem medizinischen Handwerk selbst. "Das sind alles ganz erfahrene Mediziner - die stehen jeden Tag am Patienten", betonte Ploß. Vielmehr gehe es um das Einüben der Abläufe unter Kriegsbedingungen.

Putin-Angriff auf die Nato prophezeit - Rotes Kreuz bietet keinen Schutz mehr

Eine der beunruhigendsten Erkenntnisse aus dem Ukraine-Krieg betrifft die Sicherheit medizinischer Einrichtungen. "Eine Erkenntnis aus dem Krieg in der Ukraine ist, dass frei stehende, gut sichtbare Einrichtungen sofort aufgeklärt werden und Angriffsziele sind. Das betrifft auch und insbesondere Sanitätseinrichtungen. Das Rote Kreuz schützt uns nicht länger", warnte Ploß. Die Bundeswehr hat daraus Konsequenzen gezogen. Das Einsatzlazarett wurde bewusst in vorhandenen Gebäuden untergebracht, um es vor Drohnenaufklärung zu verbergen. Andere Sanitätseinheiten trainierten während des Manövers Tarnmaßnahmen im offenen Gelände sowie zusätzliche Schutzmaßnahmen. Neben dem physischen Schutz rückt auch die psychische Belastbarkeit in den Fokus. Angesichts der permanenten Bedrohungslage sei mentale Widerstandsfähigkeit für Militärmediziner wichtiger denn je, unterstrich Ploß.

Bundeswehr übt für den Ernstfall in mobilem Lazarett an Nato-Ostflanke

Am Eingang der Lagerhalle werden die Verwundeten nach Dringlichkeit sortiert. Verletztendarsteller mit simulierten Gefechtswunden durchlaufen das Triage-System und werden in die Kategorien grün, gelb und rot eingeteilt. Im Ernstfall wären sie bereits nahe der Kampfzone erstversorgt worden.

Sanitätspersonal der Bundeswehr liefert mit einem gepanzerten Sanitätsfahrzeug Eagle bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" eine "verwundete" medizinische Puppe am Einsatzlazarett ab. (Foto) Suche
Sanitätspersonal der Bundeswehr liefert mit einem gepanzerten Sanitätsfahrzeug Eagle bei der Nato-Übung "Vigorous Warrior" eine "verwundete" medizinische Puppe am Einsatzlazarett ab. Bild: Alexander Welscher/dpa/dpa

Die Nato übt die gesamte Rettungskette – von der Erstversorgung im Gefechtsgebiet bis zur weiterführenden Behandlung. Auch estnische Krankenhäuser waren in das Szenario eingebunden. Die deutschen Soldaten trainierten zudem die Zusammenarbeit mit estnischen und schwedischen Sanitätern.

"Wir üben besonders die multinationale Zusammenarbeit der verschiedenen Sanitätseinheiten in dem provisorischen Setting", erläuterte Ploß. Der estnische Übungsleiter Oberst Tarmo Metsa betonte die Bedeutung des Standorts: An der Ostflanke sei die Nato-Einsatzbereitschaft im aktuellen Sicherheitsumfeld besonders wichtig.

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/news.de/dpa/stg

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