Late-Night-Shows in Deutschland: DAS sind die Tops und Flops der deutschen Late-Night-Shows

Klaas Heufer-Umlauf betritt mit "Late Night Berlin" neues Terrain. Doch vor ihm haben sich schon andere Kollegen an Late-Night-Shows versucht. Einige scheiterten kläglich, andere machten sich dadurch erst einen Namen. Ein Überblick.

Am Montag startet Klaas Heufer-Umlauf mit seinem neuen Late-Night-Format. Bild: ProSieben / Andreas Franke/spot on news

Jetzt also auch Klaas Heufer-Umlauf (34). Mit "Late Night Berlin" (ab dem 12. März um 23:00 Uhr immer montags) startet der Moderator auf ProSieben einen erneuten Versuch, ein solches Late-Night-Format in der deutschen Fernsehlandschaft zu etablieren. Was in den USA selbstverständlich ist, hat sich hierzulande nie richtig durchgesetzt - bis auf wenige Ausnahmen. Dabei versuchten sich schon ziemlich viele auf diesem Gebiet...

Jan Böhmermann - "Neo Magazin Royale"

Eines der ganz wenigen dieser Formate, die aktuell noch auf Sendung sind, ist "Neo Magazin Royal" mit Jan Böhmermann (37). Die Show mit satirischen Elementen wird seit 2013 wöchentlich auf ZDFneo ausgestrahlt. Dennoch: Die Zuschauerquoten sind nicht gerade der Bringer. Aufmerksamkeit ist Böhmermann allerdings aufgrund zahlreicher populärer Beiträge, seiner Privatfehde mit dem türkischen Präsidenten Erdogan und der tollen Social-Media-Strategie dennoch garantiert.

Thomas Gottschalk - "Gottschalks Late Night"

Was für die allermeisten US-Late-Night-Talkshows normal ist, ist in Deutschland die Ausnahme: die tägliche Ausstrahlung. Thomas Gottschalk (67) war 1992 der erste, der es von Montag bis Freitag versuchte. RTL vertraute dem Konzept, dass er gemeinsam mit seinem Bruder Christoph ausgearbeitet hatte. "Gottschalks Late Night" war dabei stark an die Shows der damaligen US-Vorbilder Johnny Carson und David Letterman angelehnt. Im Frühjahr 1995 wurde die Show überraschend eingestellt. Gottschalk wechselte kurze Zeit später zum Konkurrenten Sat.1.

Thomas Koschwitz - "RTL Nachtshow"

Eigentlich wurde die "RTL Nachtshow" nur zur Überbrückung der Sommerpause von Thomas Gottschalks Pendant im Jahr 1994 produziert - im identischen Gewand. Wegen sehr guter Einschaltquoten nahm RTL das Format Anfang 1995 allerdings auch ergänzend ins Programm auf. Das Konzept entsprach dabei fast zu 100 Prozent dem von Gottschalk. Thomas Koschwitz (61) übernahm nach dem Ende von "Gottschalks Late Night" auch dessen Sendeplatz. Ende 1995 war wegen sinkender Quoten dann aber doch Schluss.

Herbert Feuerstein und Harald Schmidt - "Schmidteinander"

Von 1990 bis 1994 sendete der WDR die Satire- und Comedy-Show "Schmidteinander" mit den beiden Moderatoren Herbert Feuerstein (80) und Harald Schmidt (60). Sie gilt als die erste Sendung im deutschen Fernsehen, die sich den typischen Elementen der Late-Night-Talkshows nach amerikanischen Vorbild bediente. So gab es zu Beginn ein kurzes Stand-up von Schmidt, Interviews mit Prominenten und Live-Musik. Die letzten 17 Folgen wurden sogar im Ersten ausgestrahlt. Mit dem Wechsel von Harald Schmidt zu Sat.1 war aber auch "Schmidteinander" Geschichte.

Harald Schmidt - "Die Harald Schmidt Show"

1995 startete Harald Schmidt mit der nach ihm benannten Show, die mit kleinen Unterbrechungen und Änderungen bis 2014 von unterschiedlichen Sendern produziert wurde. Sat.1 etablierte das Format ab 1995, 2003 wechselte Schmidt inklusive der Show zur ARD, von 2011 bis 2012 strahlte dann wieder Sat.1 "Die Harald Schmidt Show" aus. In den letzten beiden Jahren vor der Einstellung versuchte sich der Moderator im Bezahlsender Sky. Bis heute gilt die Sendung als erfolgreichste Late-Night-Show in der TV-Historie Deutschlands; sie machte Harald Schmidt Ende der 1990er-Jahre zum gefeierten Star.

Stefan Raab - "TV total"

Mit "TV total" etablierte Stefan Raab (51) 1999 eine Late-Night-Show, die damals jünger und peppiger daher kam als die Konkurrenz und perfekt auf ihn als Entertainer zugeschnitten war. Mit 16 Jahren Laufzeit am Stück gilt sie immer noch als langlebigste Late-Night-Show im deutschen Fernsehen. Neben den bearbeiteten Ausschnitten von anderen Fernseh-Sendungen waren auch hier klassische Elemente wie das Anfangs-Stand-up, Promi-Interviews und Live-Musik das beherrschende Thema. Mit dem Rückzug von Stefan Raab aus dem Showbiz im Jahr 2015 starb auch das beliebte "TV total".

Anke Engelke - "Anke Late Night"

Ja, auch Anke Engelke (52) versuchte sich schon an einer Late-Night-Show. Nach dem Weggang von Harald Schmidt übernahm die Moderatorin mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattet seinen Sendeplatz und im Prinzip auch Schmidts Format. Doch es zeichnete sich relativ schnell ab, dass "Anke Late Night" (2004) als Flop in die TV-Geschichte eingehen würde. Die Quoten sanken quasi täglich und nach nur 18 Wochen wurde die Sendung von Sat.1 eingestellt.

Kurt Krömer - "Krömer - Late Night Show"

Von 2007 bis 2014 lud Comedian Kurt Krömer (43) seine Gäste zum Late-Night-Talk ein. Die Show wurde - zunächst unter dem Namen "Krömer - Die Internationale Show" - vom RBB produziert und im Ersten ausgestrahlt. Kritiker lobten vor allem den typischen Berliner Humor von Krömer und dessen unkonventionellen Umgang mit seinen Gästen. Im Dezember 2014 gab Krömer jedoch bekannt, sich komplett aus dem Fernsehgeschäft zu verabschieden. Er wolle seinen künstlerischen Schwerpunkt auf die Theaterbühne verlagern.

Oliver Pocher - "Die Oliver Pocher Show"

Von 2007 bis 2009 unterstützte Oliver Pocher bekanntlich Harald Schmidt in der Late-Night-Show "Schmidt & Pocher". Nach dem Aus bei der ARD bekam der Comedian von Sat.1 eine eigene Sendung und führte dann bis 2011 einmal wöchentlich durch "Die Oliver Pocher Show". Es handelte sich dabei um eine Mischung aus Late-Night-Talk und eigener Comedy-Show, in der Pocher zahlreiche Einspieler von sich präsentierte. Zum Ende hin verschwanden die Interview-Parts mit Promis immer mehr, am 18. März wurde die Show aufgrund mangelnder Resonanz komplett eingestellt.

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kad/news.de/spot on news

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