Privatfernsehen wird gebührenpflichtig
Das Fernsehen, wie wir es kennen, wird es nicht mehr geben!

Bis spätestens 2022 wird sich in Deutschland das endgültige Ende des Free-TV vollzogen haben: Die Branche wird mit Hilfe dreier technischer Umstellungen das Privatfernsehen tatsächlich flächendeckend gebührenpflichtig machen. Für die Nutzung von Sendern wie RTL, Pro7 oder Sat.1 werden wir dann bezahlen müssen. Das kommt auf uns zu.

Das Ende des Free-TV in Deutschland ist bereits in vollem Gange. Bild: Britta Pedersen/dpa

Für die Nutzung des deutschen Free TV muss in den nächsten Jahren bares Geld gezahlt werden: Wie die "Welt" online berichtet, werden in den kommenden Jahren diverse Fernseh-Standards abgeschaltet.

Antenne: DVB-T wird zu DVB-T2 - und kostenpflichtig für die Nutzung von RTL, Pro7, Sat.1

Einerseits wird das Antennenfernsehen der Privatsender über DVB-T bis spätestens zum Frühjahr 2017 flächendeckend abgeschaltet und durch den Nachfolgestandard DVB-T2 ersetzt. Dieser wird dann hochauflösende Fernsehbilder ermöglichen, die bei Pro7, Sat.1 oder RTL dann jedoch verschlüsseln werden. Wer die neuen Sender empfangen möchte, muss laut "Welt.de" ab Mitte 2017 dann circa 60 Euro im Jahr zahlen, um wieder entschlüsseln zu können. 2019 sei dann auch für alle anderen Sender Schluss.

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Kabel: Analoges Fernsehen verschwindet

Wer denkt, mit einem Ausweichen auf das Kabelfernsehen seien diese Kosten umgangen, der hat sich getäuscht: Auf dieser Baustelle wird bis 2018 das Analogfernsehen abgeschaltet. Das wird nach Einschätzungen von "Welt.de" rund ein Viertel aller Kabelkunden betreffen. Zuerst wird in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg Ende Juni 2017 die analoge Übertragung abgestellt und auf digitale SD-Kanäle gesetzt. Wer weitersehen wolle, müsse sich dann entweder einen neuen Fernseher oder eine Box kaufen, die die digitalen Signale wieder in analoge umwandele.

Satellit: Vom Free-TV zum Pay-TV - Privatfernsehen wird endgültig gebührenpflichtig

Wenn die Umstellung von analog auf digital erfolgt ist, soll es 2022 dann die nächste Abschaltung geben: Die Sendergruppen Pro7/Sat.1 und RTL hätten sich dem Bundeskartellamt gegenüber verpflichtet, bis 2022 ihre Programme in SD-Auflösung ohne Verschlüsselung per Satellit zu übertragen. Doch dann wird damit höchstwahrscheinlich Schluss sein und kostenpflichtiges, verschlüsseltes HD-Fernsehen an die Stelle der SD-Ausstrahlung treten. Der Grund: Die Sender zahlen aufgrund der Verpflichtung gegenüber dem Bundeskartellamt bis dahin für die zusätzliche SD-Ausstrahlung an die Satellitenbetreiber.

Wie die "Welt" online schreibt, hätten die Sender so bis spätestens 2022 "unter dem Deckmantel des technischen Fortschritts hin zu einem schärferen Fernsehbild" aus dem deutschen Free-TV auf allen Kanälen Pay-TV gemacht.

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lid/jat/news.de

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17 Kommentare
  • wallikroete

    23.01.2017 14:39

    Bis 2022 hat dann jeder VPN laufen und holt sich die Inhalte aus dem Ausland. Es tut sich ein riesengroßer Markt auf für die "Anbieter". Manager und Politiker vergessen immer wieder, daß das Netz international ist. Es läßt sich nicht kontrollieren.

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  • Leo

    08.01.2017 15:09

    Werbung bis zum verblöden und gleichzeitig dafür noch zahlen. Nicht mit mir. Solange Satelliten SD Qualität noch empfangbar ist, schaue ich diese. Danach verzichte ich auf RTL und CO. Nicht einen cent kriegen die von mir.

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  • rainer

    06.01.2017 22:15

    Die verasche schreitet fort ARD und ZDF wird es wahrscheinlich ab 2022 dann nicht mehr geben bei diesen schlechten Blah Blah Sendern. Fraglich auch ob RTL Konsorten und Raffgeier Manager noch immer so gut ihre Nase sich vergolden lassen können.

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